03.12.2019 - 16:59 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Ergreifende Jubelfeier

"Gott loben das ist unser Amt." Seit 60 Jahren halten sich die Mitglieder des evangelischen Posaunenchors an dieses Zitat. Alle hoffen, dass es in eine erfolgreiche Zukunft geht und noch viele Jubiläen folgen werden.

Erich Hilburger und Hellmuth Reinl (von links) sind noch die einzigen Gründungsmitglieder des evangelischen Posaunenchors. Angela Rucker und Hermann Bibel (Zweite und Dritter von rechts) erhielten die silberne und goldene Ehrennadel für 40 und 50 Jahre Zugehörigkeit von Posaunenchorobmann Richard Riedel aus Floß (Vierter von links).
von Elisabeth DobmayerProfil

Mit dem wohlklingenden „Festlichen Ruf“ von Thomas Riegler hießen die Posaunenchormitglieder im Schein der ersten Adventskerze die Gottesdienstbesucher in der evangelischen Stadtkirche zum Jubiläum „60 Jahre Evangelischer Posaunenchor Vohenstrauß“ willkommen. Es war ein großartiger Auftritt der 14 Musiker, die am Ende der 90-minütigen Feier sogar von den begeisterten Zuhörern geforderte Zugaben bereitwillig erfüllten. Chorleiter Erwin Scholz war angesichts dieser Feierstunde und dem großartigen Zuspruch der Kirchenbesucher ganz ergriffen.

Schmerzlich berührt war der Jubelchor, dass der ehemalige Stadtpfarrer und langjährige Leiter des Posaunenchors, Hermann Bock, wegen eines Krankenhausaufenthalts nicht an der Gründungsfeier teilnehmen konnte. Deswegen schickte Chorsprecher Hermann Bibel gleich zu Beginn einen herzlichen Genesungswunsch in Richtung Krankenbett. Gerne hätte man seinen Erinnerungen zum hiesigen Posaunenchor, den er 18 Jahre lang führte, gelauscht. Hellmuth Reinl und Erich Hilburger waren als einzige Gründungsmitglieder bei den Feierlichkeiten dabei. Der größte Wunsch der Gemeinschaft wäre, wenn sich neue Mitglieder zu den derzeit 14 Musikern dazugesellen würden, damit dieses Jubiläum nicht das letzte bleibe, appellierte Bibel.

Seit Tagen ziehe wieder Adventsstimmung in die Stadt und Straßen ein, hoffentlich auch in die Herzen, wünschte der evangelische Stadtpfarrer Dieter Schinke. Posaunen gehören für ihn einfach zu dieser Zeit um Advent und Weihnachten dazu. „Was wären die Gottesdienste und Veranstaltungen ohne die Posaunen. Da müsste man schon ein Herz aus Stein haben, wenn man dadurch nicht innerlich ergriffen wäre.“ Im Posaunenchor sind viele Musiker unterschiedlicher Altersgruppen zu finden und man müsse nicht evangelisch sein, um zu einem Posaunenchor zu kommen, aber man dürfe keine Angst vor der Kirche haben. 900 Posaunenchöre gebe es in Bayern, zu denen 18 000 Bläser und Bläserinnen gehören. Viele auch im Dekanat. Es sei immer wieder schön, wenn Gottesdienste im Flosser Amt von den Posaunenchören gestaltet werden, unterstrich Pfarrer Schinke. „Danken wir allen, die sich in den 60 Jahren im Posaunenchor eingebracht haben.“ Mit dem israelischen Volkslied „Hevenu Shalom Alechem“ drückten die Musiker die Sehnsucht nach Frieden in der Gemeinde und weit darüber hinaus aus. Dafür erhielten sie begeisterte Zugaberufe und großen Applaus.

Menschen werden durch Musik verwandelt, denn es werden Glückshormone abgebaut, wenn sie singen und musizieren.

Dieter Schinke Evangelischer Stadtpfarrer

Ehrungen:

Dekanats-Posaunenchorobmann Richard Riedel eröffnete seine Rede mit dem Satz „Gott loben, das ist unser Amt“. Diese Aufgabe werde in Zeiten, in denen die Kirchen immer leerer werden, immer wichtiger. „Mit unserer Musik bringen wir das Evangelium zu den Menschen.“ In den 60 Jahren brachten sich viele Bläser in die Gemeinschaft ein und stellten sich dieser Aufgabe, hob Riedel hervor. „Das habt ihr mit Bravour gemeistert.“ Deshalb gelte es einigen engagierten Bläsern heute ganz besonders zu danken, die sich nicht nur fleißig in die Proben einbringen und Auftritte meistern.

Trompeter Franz Gollwitzer gehört seit zehn Jahren zur Gemeinschaft. Er habe sogar erst im Rentenalter das Musikinstrument erlernt. Mit einer Urkunde dankte der Obmann für den wichtigen Dienst. 25 Jahre sind es bei Markus Hopf, der bereits mit zwölf Jahren das Trompetenspielen begann. Er erhielt den goldenen Anstecker. Angela Rucker durfte eine Ehrung für 40 Jahre Bläserdienst entgegennehmen. Zuerst begann sie mit der Trompete und ist aber nun bei der Tuba gelandet. Außerdem belegte Rucker im vergangenen Jahr den Chorleiter-Grundkurs und besuchte heuer den Aufbaukurs würdigte Riedel, bevor er ihr für den vorbildlichen Dienst die silberne Bläserehrennadel überreichte. 50 Jahre sind es bei Hermann Bibel, der das Tenorhorn bläst. Als Chorvertreter oder Obmann kümmert er sich um alles Organisatorische und stellt darüber hinaus auch die Kontakte zum Bezirksposaunenchor her. „Somit ist Hermann Bibel der erste Ansprechpartner des Posaunenchors Vohenstrauß.“ Bibel erhielt dafür die goldene Bläserehrennadel. Für den gesamten Chor gab es darüber hinaus als Jubiläumsgeschenk eine Ehrenurkunde vom Verband der evangelischen Posaunenchöre Bayerns. „Ihr könnt stolz auf euch sein“, rief Riedel begeistert den Musikern entgegen, als er Erwin Scholz diese Urkunde überreichte.

Die Musiker des evangelischen Posaunenchors wurden am Sonntag mit ihrem Leiter Erwin Scholz beim Gottesdienst wie Stars für ihren glänzenden Auftritt gefeiert.

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