Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung möchte die evangelische Kirchengemeinde für die Generalsanierung der Stadtkirche nun ankurbeln. Mit einer Miniaturausgabe eines hölzernen Dachstuhlprojekts soll sinnbildlich das Kirchendach mit Spendenbiberschwanztaschen eingedeckt werden. Natürlich hoffen Stadtpfarrer Dieter Schinke und der stellvertretende Vertrauensmann im Kirchenvorstand, Uli Münchmeier, dass sich genügend Spender finden, die sich auf dieses Anliegen einlassen. „Die überraschende Sperrung des Altarraums in der Stadtkirche im Frühjahr diesen Jahres haben vor Augen geführt, dass aus einer zuerst geplanten Dachsanierung schnell eine unplanmäßige Generalsanierung des ganzen Gotteshauses werden kann“, versicherte Münchmeier. Vom Trockenlegen der Fundamente über den Innenraum bis hin zum Dach stehen bald umfassende Arbeiten an.
Das Gotteshaus als Raum und Gebäude ist seit Jahrhunderten Begleiter in guten und schlechten Tagen. Bei großen Stadtbränden abgebrannt bis auf die Grundmauern, geplündert in Kriegen, Beschädigungen bei Stürmen, in Mitleidenschaft gezogen durch Beschuss zum Ende des Zweiten Weltkriegs, haben viele Ereignisse dem Kirchengebäude immer wieder zugesetzt und doch wurde es immer wieder aufgebaut, restauriert, erweitert und umgebaut. Diese Kirche ist und war seit jeher Zufluchtsort für viele Menschen, ein Ort des Trostes, der Trauer und der Hoffnung. Die Opfer, die frühere Generationen für den Erhalt, Umbau oder Wiederaufbau für das Gotteshaus erbrachten, waren oft gewaltigen Ausmaßes. Vor allem, wenn man bedenkt, was der Bevölkerung an Vermögen oder Besitz zur Verfügung stand. Die Ursprünge der Urkirche gehen an diesem Standort, mitten am Marktplatz, wohl schon bis in die Anfänge des 13. Jahrhunderts zurück, also zeitgleich mit der Gründung des Marktes Vohenstrauß einher, informierte Münchmeier. „Das Gotteshaus mit seinem Kirchturm war Treff- und Mittelpunkt der Ortschaft.“
Die Türmer, die im Turmstüberl des Kirchturms wohnten, waren Garanten für die Sicherheit der Bevölkerung, denn sie warnten mit dem Geläut der Glocken vor Feuer, anrückenden Feinden oder sorgten durch den Ruf der Glocken zum Morgen- Mittags- und Abendgebet und dem Stundengeläut für einen geregelten Tagesablauf. Die Reformation und Gegenreformation oder aber auch die gemeinsame Nutzung beider Konfessionen als Simultankirche, haben die Menschen wie die Kirche vor Ort mitgeprägt. Jeder der Christen im Ort verbindet mit der evangelischen Stadtkirche mit Sicherheit etwas anderes – schöne Gottesdienste, hoffnungsvolle, ergreifende, aufmunternde Feiern oder auch traurige und niederschmetternde Erlebnisse. Gerade in dieser Zeit der großen Renovierungsmaßnahme sollten die Vohenstraußer jetzt die Kirche nicht im Stich lassen, bitten die Mitglieder des Kirchenvorstands, die diese tiefgreifende Maßnahme auf den Weg bringen müssen. „Um die immensen Investitionen die jetzt notwendig sind, um die denkmalgeschützte Kirche für nachfolgende Generationen als Gotteshaus und Baudenkmal im Herzen der Stadt erhalten zu können, muss ein Kraftakt bewältigt werden, der nur gemeinsam zu schaffen ist.“ Deswegen hoffen Stadtpfarrer Dieter Schinke und die Kirchenvorstandsmitglieder, dass die Sanierung der Stadtkirche wohlwollend von der Bevölkerung begleitet wird. Für jede Unterstützung sagen sie schon jetzt ein von Herzen kommendes „Vergelt’s Gott“.
Spenden können auf folgendes Konto überwiesen werden. Sparkasse Vohenstrauß, IBAN DE 45 7535 1960 0570 1012 20. Spendenvermerk: Sanierung Evangelische Stadtkirche. Eine Spendenquittung wird automatisch erstellt. Für jede Spende über 100 Euro wird ein Dachziegel mit dem Namen des Spenders erstellt und auf dem Spenden-Dachstuhl im Eingangsbereich der Kirche aufgelegt.
Die überraschende Sperrung des Altarraums in der Stadtkirche im Frühjahr diesen Jahres haben vor Augen geführt, dass aus einer zuerst geplanten Dachsanierung schnell eine unplanmäßige Generalsanierung des ganzen Gotteshauses werden kann.














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