18.02.2020 - 10:01 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Evangelische Stadtkirche muss saniert werden

Eine Mammutaufgabe steht der Kirchengemeinde bevor. Viele Zusammenkünfte werden in nächster Zeit noch notwendig werden, um die Maßnahme auf den Weg zu bringen.

Anna-Lena Heindl und Baureferatsleiter Marcus Rudnik vom Landratsamt Neustadt/WN, die evangelische Verwaltungsangestellte des Dekanats, Ulrike Weich aus Weiden, die Architekten Melanie Danhof und Armin Juretzka vom gleichnamigen Architekturbüro in Weiden, Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege aus Regensburg und Ulrich Arndt vom Baureferat der Evangelischen Landeskirche München trafen sich mit Kirchenvertretern vor Ort, Uli Münchmeier, Stadtpfarrer Dieter Schinke und Hermann Bibel (von links nach rechts), um die Generalsanierung der Stadtkirche grob abzustecken.
von Elisabeth DobmayerProfil

Die evangelische Kirchengemeinde steht schon wieder vor einer Riesenaufgabe. Kaum war das Pfarrhaus saniert, traten massive Schäden im Altarraum auf, die zu einer überraschenden Sperrung führten. Zwar hatten die Verantwortlichen um den Kirchenvorstand mit Stadtpfarrer Dieter Schinke die bereits dringend notwendige Dachsanierung ins Auge gefasst, jedoch keineswegs eine Generalsanierung, zu der sich die Maßnahme nun überraschend entpuppte. Vom Fundament über den Innenraum bis zum Dach scheint sich nun eine Mammutaufgabe vor den Verantwortlichen und Kirchenmitgliedern aufzubäumen.

Dieser Tage war eine Abordnung von Evangelischer Landeskirche und Denkmalamt mit Vertretern des Landratsamts Neustadt und dem zuständigen Architekten Armin Juretzka aus Weiden vor Ort, um die Baumaßnahme im Gesamten als auch mögliche Posten zur Reduzierung der Gesamtkosten unter Berücksichtigung aller Vorgaben des Denkmalschutzes zu besprechen. Immerhin sollen auch Mittel aus dem Denkmalschutz fließen und die Sanierung unterstützen. Genauso werden die Verantwortlichen auch bei Bezirk und Land um einen Zuschuss anklopfen. Seitens der Evangelischen Landeskirche wird grundsätzlich ein Drittel der Kostenbeteiligung in Aussicht gestellt. Allerdings braucht es dazu eigens den Beschluss im landeskirchlichen Verteilungsausschuss, in der auch der Finanzierungsplan besprochen wird.

Der stellvertretende Vertrauensmann des Kirchenvorstands, Uli Münchmeier, stellte mit Stadtpfarrer Schinke und Hermann Bibel der Delegation das Kirchengebäude als Urkirche mitten am Marktplatz aus dem 13. Jahrhundert vor. Der Bau dürfte eng mit der Gründung des Marktes im 13. Jahrhundert verknüpft sein. Über Jahrhunderte hinweg, war das Gotteshaus mit seinem Kirchturm Treff- und Mittelpunkt Gläubiger. Außerdem hatten die Türmer, die auch im Turmstüberl wohnten, die wichtige Funktion, mit dem Glockengeläut die Bewohner vor Feuergefahr oder anrückenden Feinden zu warnen, berichtete Münchmeier. Bis heute rufen die Glocken zum Morgen-, Mittag- und Abendgebet und der Stundenschlag gibt die Uhrzeit im Tagesverlauf an. Sowohl die Reformation als auch die Gegenreformation sowie die gemeinsame Nutzung beider Konfessionen als Simultankirche prägten dieses Gotteshaus. Erst nach dem Umzug in die neuerbaute katholische Stadtpfarrkirche und der damit einhergehenden Auflösung des Simultaneums ging die Kirche am 8. Oktober 1928 in den Besitz der evangelischen Gemeinde über.

Die nach dem Großbrand 1839 neu erbaute Kirche wurde 1845 von Geistlichen beider Konfessionen geweiht. Diese besondere Geschichte verbunden mit dem Bau der Kirche kann deshalb noch in diesem Jahr als Jubiläum „175 Jahre Wiederaufbau und Einweihung als Simultankirche“ gefeiert werden, machte Münchmeier deutlich. Dieses Charakteristikum der Simultankirchengeschichte in Vohenstrauß und der Oberpfalz wurde ebenso von Raimund Karl vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege bei diesem Treffen hervorgehoben. Klar war allen Beteiligten, dass die Sanierung nicht vor 2021 beginnen wird.

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