08.06.2018 - 08:48 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Frauenquote im Stadtrat steigt

Mit Karin Gesierich (SPD) nimmt eine neue Stadträtin an ihrer ersten Sitzung teil. Sie rückt für Dr. Heinrich Gref nach, der Mitte April seinen Rücktritt erklärt hatte.

Stolze 4000 Quadratmeter des einstigen Bahnhof-Areals (Bildmitte) möchte der Discounter Netto (rechts) dazu erwerben, um mit einem Neubau in die Vollen gehen zu können.
von Josef ForsterProfil

Aus der nichtöffentlichen Maisitzung informierte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer einleitend über mehrere Beschlüsse. Eine Erneuerung der Kompressoren-Anlage sei in der Kläranlage Unterlind beauftragt. Das Entgelt für die Schülerbeförderung durch die Firma Wies, Weiden, steige ab dem neuen Schuljahr. Auftragsvergaben zu mehreren Asphaltarbeiten im Bereich des Stadtgebiets, zum Ausbau des Hütbrunnenwegs und die Erneuerung der beiden Haustüren an der Grundschule zum Pausenhof wären ebenfalls durch die Stadträte geschehen.

Heinrich Gref hatte mit Schreiben vom 16. April informiert, zum 31. Mai seine Mitarbeit beenden zu wollen. Für ihn rückt Karin Gesierich in das Gremium nach. Den Eid nahm Bürgermeister Wutzlhofer ab, und die neue Stadträtin versicherte unter Beifall ihrer neuen Kollegen, die gewissenhafte Erfüllung ihrer Aufgabe. Auf Vorschlag von SPD-Fraktionssprecher Heinrich Rewitzer bestellte der Rat Gesierich als Nachrückerin im Finanz- und Verwaltungs-, sowie im Rechnungsprüfungsausschuss. Die vakante Stelle im Bau- und Umweltausschuss ging jedoch – gleichfalls einstimmig – an Gabi Eichl. Ergänzend informierte Wutzlhofer, dass Gref als ältestem Stadtrat bislang im Verhinderungsfalle aller drei Bürgermeister die Vertretung zukam. Diese Aufgabe gehe nun auf Stadtrat Johann Gösl (FDP/UW) aus Roggenstein über. Neue stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD sei nun Eichl.

Nach Aldi, Rewe und Norma steht nun auch Netto in der ehemaligen Kreisstadt mit einer Maßnahme in den Startlöchern. Einzig Volker Wappmann (FDP/UW) konnte sich mit den erheblichen Erweiterungsplänen des Discounters nicht anfreunden und stimmte dagegen. Er begründete sein Veto mit „noch mehr Lkw“, die er durch das größere Warensortiment im Ortszentrum erwarte. Die Vorstellung des Vorhabens übernahm Geschäftsleiter Alfons Sier, der gleich eingangs bestätigte: „Diese Planung geht schon länger, aber bis vor kurzem noch ohne konkrete Vorstellungen.“ Trotz Erweiterung und Umbau vor noch gar nicht so langer Zeit, entspreche der Supermarkt nicht mehr den Vorstellungen der Kundschaft. Nun solle ein wesentlich größerer Neubau mit ausgedehntem Parkplatz und Lebensmittel-Vollsortiment entstehen.

Positiv hob er die Ersatzplanung am angestammten Platz heraus, womit dem Beispiel von Waidhaus gefolgt werde. Zugute kämen dem Vorhaben die großen Brachflächen des einstigen Bahnhof-Areals. Immerhin rund 4000 Quadratmeter davon wolle die planende Immobilienfirma zur bereits bestehenden Fläche neu nutzen. Da dadurch ein Bebauungsplan notwendig werde, sei das Landratsamt eingeschaltet worden. Sowohl das Bahnhofs-Areal, als auch der jetzige Standort wären nach dem Abriss Brachflächen gleichzusetzen. Dies habe den Vorteil, dass weder eine förmliche Umweltprüfung, noch ein Umweltbericht notwendig werde. Der Flächennutzungsplan erfahre einzig eine Anpassung, so wie es für die Realisierung des Rewe-Marktes der Fall gewesen wäre.

Bürgermeister Wutzlhofer ließ darüber hinaus wissen, dass alle Kosten, die dabei entstehen, aufgrund eines Vertrags mit der Stadt durch den Antragsteller getragen würden. Wappmann befürchtete "wenn Netto erweitert, werden die Andere nachziehen“. Wutzlhofer bestätigte sofort, dass auch für den benachbarten „Neukauf“ bereits konkrete Überlegungen liefen, zumal der ehemalige „Comet“ Ende 2019 geschlossen werden solle: „Wie die Geschichte beim Edeka aussieht, ob es zu einem Aufhübschen oder Erweitern kommt“, wisse er jedoch nicht. Allerdings könne auch ein ganz neuer Standort in Frage kommen. Mehr Lkws erwarte er sich dadurch keineswegs: „Die lösen das schon logistisch.“

Martin Gleixner (FW) regte an, beim Neubau wieder auf eine Einhausung des Anlieferbereichs zu drängen, da sich an der Lagerhausstraße Wohnhäuser befänden. Wutzlhofer bestätigte ihm deutliche Verbesserungen durch die Erweiterung. Ebenso informierte das Stadtoberhaupt von den Verhandlungen mit der Bahn, die aufgenommen seien und woraus es „schon rosige Rückmeldungen“ gebe. Wie jedoch das Ergebnis im Bauleitverfahren zur Altlastenproblematik des einstigen Bahnhof-Areals ausfallen werde, sei noch eine große Unbekannte. Diese Entscheidung träfen die Fachstellen. Für die Stadt und die Stadträte stelle sich nur die Frage: „Wollen wir dem Netto die Möglichkeit zur sinnvollen Erweiterung und Vergrößerung geben, vor allem im Stadtzentrum. Das sehe ich durchaus als positive Situation.“

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer vereidigt die neue Stadträtin Karin Gesierich (SPD).

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