09.11.2018 - 12:12 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Friedhöfe im Kalkül des Kämmerers

Kämmerer Rainer Dötsch spricht von einer "Steigerung in moderater Höhe" und gibt im Stadtrat gleich Entwarnung. Trotzdem werden sich die Vohenstraußer auf höhere Friedhofsgebühren einstellen müssen.

Die Stadt Vohenstrauß erhöht die Friedhofsgebühren. Besonders in Altenstadt werden sich die Kostensteigerungen bemerkbar machen.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Schon seit längerem haben die Verantwortlichen der Stadt die Bürger darauf vorbereitet, dass sie künftig bei einem Sterbefall tiefer in den Geldbeutel greifen müssen. Dötsch erklärte es am Donnerstag nochmals kurz: Die letzte umfassende Kalkulation stammt aus dem Jahr 2005. Nach der Errichtung von Urnenkammern im Jahr 2012 folgten einige Anpassungen. Seit vier Jahren nun würden "erhebliche Kostenuntereckungen" auftreten. Das Defizit beträgt insgesamt über 168 000 Euro. Außerdem investierte die Stadt gehörig in den Friedhof. Es wurden Urnenwahlgräber und Rasenwahlgräber errichtet.

Die Altenstädter werden sich auf saftigere Erhöhungen gefasst machen müssen. Dötsch wies auf das "Kuriosum" hin, dass in dem Ortsteil bisher mit Grabstellen kalkuliert wurde, die außerhalb des umzäunten Friedhofbereichs liegen. Die Zahl der Gräber wurde nun von 870 auf nunmehr 675 reduziert. Allein deswegen ergebe sich eine Gebührensteigerung für die Altenstädter von durchschnittlich 60 Prozent.

Auch im Vohenstraußer Friedhof habe man die Gräber reduziert: von 2209 auf 2074. Hier wurden Flächen aus der Kalkulation genommen, die laut Friedhofsamt auf lange Zeit hinaus nicht belegt werden. Dazu komme, dass die Leichenhalle in Vohenstrauß saniert wurde. Die Kosten setzt der Kämmerer auf 91 000 Euro an.

Dötsch erklärte, dass im Zuge der Erhöhung der Grabnutzungsgebühren auch die Gebühren für die Leistungen der Bestattungsunternehmen aktualisiert werden sollten. Diese Leistungen (Totenwärterdienste, Grabmachertätigkeiten, Durchführung der Bestattungen) seien seit dem Jahr 2000 unverändert. Sie werden von den Unternehmen als "Erfüllungsgehilfen" wahrgenommen, werden aber über die Stadt im Rahmen der Gebührensatzung abgerechnet. Diese Leistungen kosten künftig 25 Prozent mehr.

Der Stadtrat winkte die Gebührenerhöhung nach den kurzen Erläuterungen des Kämmerers einstimmig durch.

Beschluss:

Die Kosten der einzelnen Grabarten in Vohenstrauß, die Ruhefristen von 15 Jahren haben: Wahlgrab im Gräberfeld 364,23 Euro (bisher 303 Euro), Wahlgrab 1. Reihe Gräberfeld 420,26 Euro (393 Euro), Wahlgrab 1. Reihe Gräberfeld als Gruft 840,52 Euro (757 Euro), Wahlgrab im Gräberfeld als Gruft 700,44 Euro (606 Euro), Sonderwahlgrab 1120,70 Euro (909 Euro), Rasenwahlgräber südlicher Teil (neu) 602,38 Euro.

Folgende Grabarten haben Ruhefristen von 10 Jahren: Kinderwahlgrab 93,39 Euro (bisher 101 Euro), Urnenwahlgrab nördlicher Teil 373,57 Euro (100 Euro), Urnenwahlgrab östlicher Teil (neues, kreisförmiges Urnenfeld) 602,38 Euro, Urnenkammer 896,56 (560 Euro),

Die Zahlen für den Friedhof in Altenstadt mit 15-jährige Ruhefrist: Wahlgrab im Gräberfeld 417,49 Euro (bisher 201 Euro), Wahlgrab 1. Reihe Gräberfeld 481,71 Euro (262,50 Euro), Wahlgrab 1. Reihe Gräberfeld als Gruft 963,43 Euro (504 Euro), Wahlgrab im Gräberfeld als Gruft 802,86 Euro (405 Euro). Kinderwahlgräber haben in Altenstadt eine Ruhefrist von 10 Jahre und kosten 107,05 Euro (bisher 67 Euro),

Die Gebühren für das Leichenhaus, die bei einem Sterbefall anfallen: Vohenstrauß erhöht von 100 auf 170 Euro, Altenstadt und Roggenstein erhöhen von 100 auf 150 Euro, Oberlind bleibt wie bisher bei 100 Euro.

Die Stadt Vohenstrauß erhöht die Friedhofsgebühren. Besonders in Altenstadt wird sich die Kostensteigerung bemerkbar machen.

Sterben wird teurer in der Großgemeinde Vohenstrauß. Die Gebührenerhöhungen treffen vor allem die Altenstädter.

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