Hecht sucht in der katholischen Pfarrgemeinde St. Josef in Marktredwitz eine neue Herausforderung und beschreitet damit ein ihr weitgehend unbekanntes Terrain. Die 37-Jährige verlässt auf eigenen Wunsch Vohenstrauß. Für Dekan Alexander Hösl Grund genug, seine Mitarbeiterin im Sonntagabendgottesdienst, den er mit dem Ruhestandsgeistlichen Pfarrer Alois Scherm und Kaplan Ulrich Eigendorf zelebrierte, und anschließend im Pfarrheim bei einem Stehempfang offiziell zu verabschieden. 14 Jahre in Vohenstrauß - eine lange Zeit - und es scheint oder fühlt sich so an als wäre sie doch zu kurz gewesen, sagte der Geistliche in seiner Predigt, in deren Mittelpunkt er die Gemeindereferentin rückte.
Ein kirchlicher Dienst, egal ob als Priester oder Gemeindereferentin, sei mehr als nur ein Job und betrifft das ganze Leben. Im Auftrag des Diözesanbischofs Dr. Rudolf Voderholzer wird Christine Hecht ab September ihren Dienst in Marktredwitz antreten. Eine Nachfolge Jesu ist immer auch mit dem Kreuz verbunden, „da geht nicht alles glatt“. Die Liebe zu Jesus ist die Grundvoraussetzung für jeglichen Dienst in der Kirche. Der Stadtpfarrer war sich sicher, dass er bei seiner Mitarbeiterin die Liebe zur Botschaft Jesu spürte. Sie stellte ihr Leben , ihr Handeln in die Seelsorge und auf das Fundament Jesu. Die Gemeindereferentin bewies besonders ein Herz für Kranke, Behinderte und alte Menschen im Seniorenheim, mit denen sie sich immer wieder zum Gesprächskreis traf. Bei seiner anschließenden Laudatio im Pfarrheim verglich der Geistliche einen Seelsorger mit einem Omnibus-Fahrer, der für alle Menschen da ist und in dem alle Menschen Platz haben.
„Der Vergleich – Bus und Seelsorge – mag zwar an einigen Stellen hinken, aber er passt durchaus auf sie“, hob Dekan Hösl hervor. Die Gemeinde sei wie eine Bushaltestelle. „Menschen steigen ein und aus“. So liege in den vergangenen 14 Jahren eine bewegte Fahrt hinter Christine Hecht. „Mal ging es rasant vorwärts, mal recht gemächlich und gelegentlich mussten auch Umwege und Irrwege in Kauf genommen werden, um weiterzukommen.“ Mit einem herzlichen „Vergelt`s Gott“ und einem außergewöhnlichen Kreuz wünschte der Pfarrer der Scheidenden auf ihrem weiteren beruflichen Weg alles erdenklich Gute.
Im Namen der Stadt dankte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer für die Zusammenarbeit. Die Entscheidung von Hecht, Vohenstrauß zu verlassen, habe ihn völlig überrascht. „Vermutlich ist sie dem Lockruf des Neuen erlegen“, vermutete Wutzlhofer. Christine Hecht bleibe ihn immer als höflicher und freundlicher Mensch in Erinnerung. In Schulnoten ausgedrückt vergab Wutzlhofer an die Gemeindereferentin die Note eins. Seine Verbundenheit zur katholischen Pfarrgemeinde zeigte der evangelische Pfarrer Dieter Schinke. Hecht habe auch im ökumenischen Bereich viel beigetragen. In den Abschiedsreigen reihten sich auch Jugend und Kinderkirchenteam ein.
Pfarrgemeinderatssprecher Manfred Bauer empfand den Status der Gemeindereferentin, die am Altar nur in zweiter Reihe stehen darf, stets als Diskriminierung. Kirche müsse sich diesbezüglich ändern. Vohenstrauß verliere mit Hecht eine „Leitfigur“, die ihm persönlich zur Freundin wurde. Gottesdienst und weltliche Feier wurden vom Chor "Fidelis" unter Leitung von Lena Mittelmeier gestaltet. Am Ende des Zusammenseins war es Hecht vorbehalten, sich mit persönlichen Worten zu verabschieden.
Vohenstrauß
24.07.2018 - 11:04 Uhr
Gemeindereferentin geht
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