06.12.2018 - 09:48 Uhr
VohenstraußOberpfalz

"Die Geschenke werden immer größer"

Der heilige Nikolaus hat an seinem Festtag viel zu tun. Millionen Kinder in Deutschland warten auf seinen Besuch und sind aufgeregt. Wird er sie loben oder schimpfen? Auch in Vohenstrauß ist der Bischof von Myra unterwegs.

Der heilige Nikolaus findet, Kinder und Erwachsene sollten sich mehr auf das eigentliche große Geschenk der Weihnachtszeit besinnen: Die Geburt von Jesus.
von Dominik Konrad Kontakt Profil

Viele Helfer unterstützen den Mann mit dem Rauschebart. Sonst könnte er die große Zahl Besuche an einem Tag nicht erledigen. Wer ihm hilft, und was Bischof Nikolaus bei den Mädchen und Buben in Vohenstrauß besonders oft tadeln muss, verrät er im Interview.

ONETZ: Herr Bischof Nikolaus, wie anstrengend ist der große Tag für Sie?

Bischof Nikolaus: Das ist sicher eine stressige Zeit, aber ich mache das mittlerweile ja schon seit Jahrhunderten und mit der Zeit bekommt man da auch eine gewisse Routine. Es macht mir auch immer sehr viel Freude, zu den Kindern nach Hause zu kommen. Manche singen mir etwas vor oder sagen mir ein Gedicht auf, das freut mich dann immer ganz besonders.

ONETZ: Wie haben Sie sich auf den Nikolaustag vorbereitet?

Es geht natürlich nichts ohne Helfer. Meine Engel sind ganz fleißig und sammeln das ganze Jahr über, ob die Kinder mal nicht gehorcht haben, oder ob sie ganz brav gewesen sind. Ich überlege mir dann, was ich den Kindern sage, ob ich sie tadele oder ob sie Lob verdienen.

ONETZ: Haben Sie auch in Vohenstrauß Engel zur Unterstützung?

Ja, natürlich. Die Sekretärinnen Monika Herrmann und Gisela Lang im Pfarramt kümmern sich hier um meine Termine bei den Kindern.

ONETZ: Haben die Kinder eigentlich Angst vor Ihnen?

Ja, also gerade die Kleinen sind schon sehr aufgeregt und haben auch Angst. Aber bei den meisten ist es so, dass sie nur ein bisschen schüchtern sind und große Augen bekommen. Aber das kann man schon verstehen, das ist ja auch etwas Besonderes, wenn so ein weiser Mann mit großem Bart kommt.

ONETZ: Aber vor Knecht Ruprecht fürchten sie sich.

Ja, der beeindruckt schon das eine oder andere Kind. Aber der Knecht Ruprecht ist natürlich nicht immer dabei. Da schauen wir schon drauf, bei welchen Kindern es vielleicht besser ist, wenn er mal draußen im Schlitten bleibt.

ONETZ: Was müssen Sie denn bei den Kindern in Vohenstrauß besonders oft tadeln?

Es ist natürlich von Kind zu Kind unterschiedlich, aber in den vergangenen Jahren ist es schon so gewesen, dass die Kinder sehr häufig vorm Computer sitzen oder immer ins Smartphone reinschauen, auch die Kleinen schon. Ich versuche den Eltern immer mitzugeben, dass sie dafür Verantwortung tragen. Wenn die Erwachsenen da sind und mit den Kindern spielen und ihnen einen verantwortungsbewussten Umgang mit Medien vorleben, dann tut das den Kindern gut, und sie lernen auch, dass sie sich mit etwas anderem beschäftigen können.

ONETZ: Und wo werden die Kinder immer braver?

In Vohenstrauß gibt es tolle Kinder, die gut drauf sind und höflich sind. Aber da hat jedes Kind ja auch seine Stärken und Schwächen. Was man da loben kann, ist von Kind zu Kind unterschiedlich.

ONETZ: Was hatten Sie in den vergangenen Jahren als Geschenke für die Kinder dabei?

Das ist auch sehr unterschiedlich. Mir fällt allerdings auf, dass die Geschenke immer mehr und immer größer werden. Da sollte man daran denken, dass der eigentliche Geschenktag ja Weihnachten ist, und dass das größte Geschenk das Jesuskind ist, das uns Gott gegeben hat. Das dürfen wir bei allem nicht vergessen.

ONETZ: Wäre das etwas, das Sie bei den Erwachsenen tadeln würden?

Dass sie etwas bescheidener werden, ja.

ONETZ: Wie schaffen Sie es eigentlich, überall gleichzeitig die Familien zu besuchen?

Ich habe ja schon meine Engel angesprochen. Da bin ich froh, dass ich so viele Helfer habe, die alles so gut vorbereiten und organisieren. Wie genau das funktioniert, ist ein Betriebsgeheimnis. Das kann ich Ihnen leider nicht verraten.

Die Nikolaushelfer:

Den weisen Mann aus Myra unterstützen in Vohenstrauß in diesem Jahr: Pfarrgemeinderatssprecher Manfred Bauer, Pfarrgemeinderat Markus Wildauer, Kaplan Ulrich Eigendorf, Ministranten-Gruppenleiter Lukas Götz, Pastoralreferent Maximilian Pravida, Oberministrant Markus Weig, Gruppenleiter Felix Diermeier, Florian Meißner und Christoph Maier. (dko)

Auflösung:

Der Nikolaus, der Oberpfalz-Medien ein Interview gab, ist auch unter seinem Alias-Namen Ulrich Eigendorf bekannt. Noch bekannter macht ihn seine Funktion: Der 29-Jährige ist nebenberuflich Kaplan in Vohenstrauß. (mte)

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