Vohenstrauß
14.08.2018 - 10:33 Uhr

Großartiges geleistet

Erika Sier feiert 80. Geburtstag. Nicht immer meinte es das Leben gut mit der Seniorin, die nach dem frühen Tod ihres Ehemanns die sieben Kinder alleine aufziehen musste.

Erika Sier hat kein leichtes Leben hinter sich. Trotzdem hat sie alle Herausforderungen beherzt angenommen. Jetzt feierte sie ihren 80. Geburtstag und viele Gratulanten standen bei ihr an. dob
Erika Sier hat kein leichtes Leben hinter sich. Trotzdem hat sie alle Herausforderungen beherzt angenommen. Jetzt feierte sie ihren 80. Geburtstag und viele Gratulanten standen bei ihr an.

(dob) Erika Sier hat Großartiges geleistet in ihrem Leben, sieben Kinder großgezogen und zu tüchtigen Menschen erzogen. Am Freitag feierte sie ihren 80. Geburtstag. Allerdings ist sie durch eine Krankheit sehr stark mobil eingeschränkt und ist seit gut einem Jahr auf ständige Hilfe angewiesen. Liebend gerne würde sie noch zu Fuß unterwegs sein, gestand sie an ihrem Ehrentag.

Das Leben hat es mit der Seniorin nicht immer gut gemeint. Schon als ganz junge Frau musste sie sich behaupten. In Eigelsberg bei Oberviechtach wuchs sie mit drei Geschwistern auf. Ihre Mutter zog mit den Kindern nach Vohenstrauß, als Erika Sier 13 Jahre alt war. „Eigentlich wäre ich gerne Schneiderin geworden, aber die Lebensumstände damals ließen es nicht zu“, meinte Sier. Nach der Schule arbeitete sie in der Schneiderei Bäumler in Altenstadt und später war sie froh, in der Hosenfabrik Hölzl Geld zu verdienen. Im Gasthaus „Marianne“ in der Türkeigasse lernte sie ihren späteren Ehemann Alfons Sier kennen, den die junge Frau nicht mehr aus den Augen verlor. An ihrem 19. Geburtstag trat sie mit dem Maurer in der katholischen Stadtpfarrkirche vor den Traualtar.

In der Pleysteiner Straße, im heutigen Blaufärbermuseum fand die junge Familie in den ersten Jahren Unterschlupf. Bereits 1962 kauften sie sich am Fasanenweg ein Grundstück und bauten sich mit eigenen Händen und außergewöhnlicher Kraft ein Eigenheim. Immerhin wurden dem Paar sieben Kinder geschenkt. Nach den Buben Alfons, Josef, Reiner und Richard folgten die vom Ehepaar längst ersehnten Mädchen Maria, Elfriede und Petra. Ständig half Erika Sier tüchtig mit zum Lebensunterhalt der großen Familie beizusteuern und war sich auch nicht zu schade Putzstellen anzutreten.

Bei Dr. Arno Bübl und später bei Dr. Lothar Kiehl war sie bis ins hohe Alter eine unverzichtbare Hilfe. Auch Kindergarten und Kirche profitierten von ihrer Sauberkeit. Das Schicksal meinte es jedoch nicht gut mit Erika Sier. „Als es uns endlich etwas besser ging, verstarb mein Mann“. Mit 46 Jahren war Alfons Sier viel zu früh von seiner Familie gegangen.

16 Enkel und 5 Urenkel gratulierten ihrer Oma und Uroma zum Ehrentag. Nicht nehmen ließen es sich auch ihre Nachbarn Angela und Rudolf Götz sowie Elfriede und Josef Bäumler am Ehrentag vorbeizuschauen. Natürlich kam auch ihr früherer Nachbar Bürgermeister Andreas Wutzlhofer zum Gratulieren vorbei. „Von 1986 bis 1995 haben wir nebeneinander gewohnt“, erinnern sich beide gerne an diese Zeit. Für die katholische Pfarrgemeinde überbrachten Dekan Alexander Hösl und Pfarrgemeinderätin Kunigunda Hanauer die besten Segenswünsche der eifrigen Gottesmutterverehrerin.

 
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