10.01.2020 - 10:19 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Hecke muss weichen

Mit der Beseitigung von Anpflanzungen entlang der mittlerweile geteilten Straße „Im Gstaudach“ beschäftigt sich der Vohenstraußer Stadtrat. Außerdem ist der Neubau eines Supermarkts Thema.

Die als Biotop kartierte Hecke (links) entlang der Straße Im Gstaudach (Mitte) gegenüber dem Dienstgebäude der Polizeiinspektion (rechts) fällt geplanten Betriebserweiterungen zum Opfer und wird nach einem einstimmigen Beschluss im Stadtrats aus dem Bebauungsplan entfernt.
von Josef ForsterProfil

Schon vor über einem Monat vergab der Stadtrat die Erschließung des zweiten Bauabschnitts II für das neue Baugebiet „Sommerwiesen“ in nichtöffentlicher Sitzung. Zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier (CSU) informierte in der Januarsitzung am Donnerstagabend entsprechend.

Kenntnis nahm das Gremium von den Einwendungen einer betroffenen Grundstückseigentümerin zur geplanten Sonnenstromanlage in Richtung Obertresenfeld, ohne dies näher auszuführen. Einzig Geschäftsleiter Alfons Sier sprach von „einigen Änderungen, die eingearbeitet werden mussten“. Dazu fasste er das bisherige Prozedere des Auslegungsverfahrens kurz zusammen. Eine Bürgerbeteiligung an der Anlage sei möglich, informierte Münchmeier ergänzend, wozu er eine öffentliche Informationsveranstaltung in Kürze ankündigte. Die Stadträte genehmigten die Änderung des Flächennutzungsplans und den entsprechenden Bebauungsplan ohne jegliche Wortmeldung mit den Gegenstimmen von Dr. Volker Woppmann und Johann Gösl (beide FDP/UW).

Zum Neubau des Supermarkts vis-a-vis des Jobcenters in der Altenstadter Straße gab es keine Neuigkeiten. Der Punkt musste abgesetzt werden, da die Unterlagen des Büros bis heute nicht im Rathaus eingegangen wären. „Kann in der Zwischenzeit der Abriss beginnen“, wollte dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer trotzdem wissen. Antwort erhielt er von Geschäftsleiter Alfons Sier, der den Abbruch des freistehenden Gebäudes als „verfahrensfrei“ einstufte. Ein Abriss sei demnach jederzeit möglich. Geschlossen bestand im Stadtrat Einverständnis, den Punkt abzusetzen.

Mit der Beseitigung von Hecken entlang der mittlerweile geteilten Straße „Im Gstaudach“ beschäftigte sich der Stadtrat im Anschluss. Zunächst informierte Sier über den beabsichtigten Bau eines Besucherzentrums durch die Firma PSZ unter Überschreitung der bebaubaren Flächen. Weil in absehbarer Zeit auch die Produktionsstätte erweitert würde, solle das Gebäude so nahe wie möglich an die Straße heranrücken. Landratsamt und Naturschutzbehörde hätten jedoch „ein Wörtchen mitzureden“. Verlangt würde zumindest ein Ersatz für die Abholzung der als Biotop ausgewiesenen Hecke, weshalb die Stadt auf die Suche nach einer geeigneten Fläche gegangen wäre. Dem Landratsamt sei ein im Vorjahr in Kaimling erworbenes Grundstück vorgeschlagen worden, welches auf Zustimmung gestoßen wäre. Um das Bauvorhaben nicht zu verzögern, empfahl Sier den Stadträten einen Einleitungsbeschluss zu fassen.

Münchmeier beurteilte die Hecke mitten im Betriebsgelände als unpassend. Für ein angrenzendes Grundstück sah der zweite Bürgermeister die gleiche Problematik, zumal hier ein Verkauf wahrscheinlich werde. Gabi Eichl (FW) sprach das Verhältnis zwischen der zu entfernenden Hecke zur geplanten Neuanlage an: „Die Neue sollte mindestens größer werden, weil der ökologische Wert noch lange nicht gegeben ist.“ Dies würde durch den Architekten berechnet und geklärt, antwortete Sier. Wilhelm Woldrichs (CSU) Hinweis, ob die dort heimischen Vögel zu Zugvögeln würden und dann nach Kaimling flögen, sorgte freilich für Heiterkeit. „Dann ist dort alles grau und versiegelt und nichts mehr Grünes“, ergänzte Dorit Schmid (FW) und beschwichtigte jedoch selbst: „Das es sein muss, ist klar.“ Im einstimmig gefassten Beschluss verankerte der Stadtrat die Kostenübernahme für die Maßnahme durch die begünstigte Firma. Ein Ersatz für den Verbrauch der städtischen Fläche in Kaimling muss jedoch nicht geleistet werden.

Auf Zuschüsse dürfen sich die Teilnehmer des neuen Ferien-Freizeitangebots in Waidhaus in den ersten drei Wochen der Sommerferien freuen. 1500 Euro würden im Haushalt bereit gestellt, erklärte Münchmeier. Zur Frage der Anreise durch Martin Gleixner (FW) sah Münchmeier die Möglichkeit von Mitfahrten. Dies zeige sich jedoch erst zeitnah. Geschlossen befürwortete das Gremium einen städtischen Zuschuss in Höhe von 65 Euro bei einer Teilnahme. Für die Fahrkosten könne es keine Zuschüsse geben, antwortete der zweite Bürgermeister auf die Wortmeldung von Gösl. Auch bei ein doppelten Teilnahme von Kindern gebe es jeweils 65 Euro, war die Antwort auf die Nachfrage von Anna Wutzlhofer (CSU).

Über zwei Dankesschreiben aus dem katholischen Stadtpfarramt informierte Münchmeier in seinen Mitteilungen. Das eine betreffe die Zuschüsse für die Kinder- und Jugendarbeit, beim Zweiten handle sich um den Zuschuss über 4400 Euro für die Sanierung des Pfarrheims in Böhmischbruck. Weiter gab Münchmeier eine Einladung aus der Partnerstadt Lauter-Bernsbach zum 25. Kugelfest vom 2. bis 4. Oktober bekannt. Darin werde eine „gemeinsame Verkaufshütte der Regionen“ vorgeschlagen. Die Zusage für eine Teilnahme werde gegeben.

Heinrich Rewitzer (SPD) meldete sich wegen den bald auftauchenden Wahlplakaten zur Wort. Weil die SPD den Marktplatz plakatfrei halten werde. Er bat seine Marktratskollegen darum, sich dieser Vorgabe anzuschließen. Der Zeitraum für die Sanierung der Dreifach-Turhalle interessierte Bernhard Kleber (FW). Rat wusste Kämmerer Rainer Dötsch, der einen Zeitraum ab dem Beginn der Osterferien bis Ende September - unter Berufung auf das involvierte Architekturbüro - mitteilte.

Fehlende Pläne zum Neubau des Supermarkts zwischen Altenstadt und Vohenstrauß veranlassen den Stadtrat zu einer Zurückstellung des Vorhabens. Der absehbare Abriss ist davon nicht betroffen.
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