Vohenstrauß
25.11.2022 - 10:37 Uhr
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Kein Strom für Wohnmobile am Stellplatz in Vohenstrauß bis April

Die Stadt Vohenstrauß schaltet am Wohnmobil-Parkplatz bis zum April den Strom ab. Grund sind die hohen Strompreise. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer will dadurch auch Missbräuchen entgegenwirken.

Tourismusleiter Christoph Maier legte am Donnerstag in der Sitzung des Jugend-, Kultur- und Tourismusausschusses statistisches Zahlenmaterial vor. Dabei erwähnte er auch die erfreuliche Tatsache, dass die Lust auf Urlaub mit dem Wohnmobil weiterhin ungebrochen sei: "In den Sommermonaten waren die 16 Stellplätze fast durchgängig besetzt. Auch die Anzahl an Touristinfo-Besuchern war deutlich erhöht. Die Resonanzen im persönlichen Gespräch sowie auf den einzelnen Onlineplattformen waren überwiegend positiv." Allerdings habe man wegen der zu erwartenden hohen Energiepreise beschlossen, den Strom im Zeitraum vom 1. November bis einschließlich 31. März abzuschalten.

Die Entscheidung begründete Bürgermeister Andreas Wutzlhofer auch mit dem Hinweis auf bereits festgestellte Missbräuche: "Es gibt Leute, auch Vohenstraußer, die da abends hinfahren, Strom abzapfen und dann daheim ins eigene Stromnetz einspeisen." Es seien bereits Hinweisschilder in Auftrag gegeben worden. "Wir sind ja kein klassischer Wintercamping-Ort. Und Wasser gibt es ja weiterhin vor Ort", bat der Rathauschef um Verständnis. Die Ausschussmitglieder fragten erneut, warum auf eine generelle Gebührenpflicht für die Camper hinsichtlich der Stromversorgung verzichtet werde. Maier und Wutzlhofer erklärten, dass der dafür nötige personelle und technische Aufwand bislang zu hoch gewesen sei. Angesichts der steigenden Strompreise könne man die Angelegenheit jedoch überdenken, so der Bürgermeister.

Übernachtungszahlen steigen wieder

Die Übernachtungszahlen insgesamt seien laut Maier durchaus positiv. Es gebe sieben Beherbergungsbetriebe mit 203 Betten. Von Januar bis September habe man 7634 Ankünfte registriert. Das sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast 60 Prozent mehr. Allerdings müsse man wegen der Coronapandemie besser den Vergleich zu 2019 ziehen. Hier betrage die Steigerung etwas über zwei Prozent. 2022 gab es 13.908 Übernachtungen, im Vergleich zu 2019 ein Plus von 7,3 Prozent. Die Auslastung 2022 lag bei 25,2 Prozent, 2019 waren es 23,1 Prozent. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug heuer 1,8 Tage. "Es handelt sich also um Kurzurlauber", resümierte der Tourismusleiter.

Schloss Friedrichsburg

Im Schloss Friedrichsburg waren 2022 17 Veranstaltungen geplant, darunter elf Hochzeiten, Oldtimertreffen, Yoga im Schlossgarten, Kunstsommer 2022, Kasperltheater zur Kulturnacht sowie eine betriebliche Weihnachtsfeier. Dazu kommen die Theatertermine des Landestheaters. Die Mieteinnahmen ohne Stromumlagen betragen 5620 Euro. Das staatliche Hochbauamt führte einige Sanierungsarbeiten durch. So ist die Schließanlage ausgewechselt und durch ein einheitliches Schließkonzept ergänzt worden. Für das kommende Jahr sind Sanierungsarbeiten der Fenster und Gitter an der Südseite geplant.

Wanderschilder

Bereits vor einigen Jahren wurde in einer Naturparkland-Sitzung beschlossen, den Glasschleifererweg aufzuwerten. Nach mehreren zeitlichen Verzögerungen ist der Streckenverlauf nun festgelegt. Die OWV-Zweigvereine haben daraufhin mit der Beschilderung des Weges begonnen. "Bei dieser Gelegenheit möchten wir eindringlich darum bitten, die Markierungszeichen nicht willkürlich zu entfernen und somit den Wanderweg zu beschädigen." Wutzlhofer wurde noch deutlicher: Bei einigen Schildern sei die Bodenstange rigoros abgeflext worden.

Kulturnacht ein großer Erfolg

Bei den Sommerserenaden im Stadtpark konnte man laut Tourismusleiter nicht an die Besucherzahlen der "Vor-Corona-Zeit" anknüpfen. Erklärungen hierfür könnten das Überangebot von Veranstaltungen, die Vielzahl von nachgeholten Jahreshauptversammlungen oder die heißen Temperaturen sein. "Nichtsdestotrotz werden wir auch im nächsten Jahr wieder versuchen, ein attraktives Programm zusammenzustellen und die Bewerbung der Veranstaltungen vor allem in den sozialen Netzwerken auszubauen." Ein voller Erfolg sei dagegen die 6. Kulturnacht gewesen. In Zusammenarbeit mit dem Mittelständischen Wirtschaftskreis, der MiVoh und der Stadt Vohenstrauß sei ein kulturelles Rahmenprogramm für die Kulturnacht geschaffen worden.

Webcams ausgetauscht

Auf der Homepage "vohenstrauss.de" bot die Stadt den Besuchern mehrere Webcam-Aufnahmen von unterschiedlichen Standorten an. "Leider sind fast alle Geräte mittlerweile veraltet oder nicht mehr funktionstüchtig. Aufgrund des öffentlichen Interesses beschlossen wir, diese zu erneuern. Hierfür wurde bereits ein neues Gerät mit LTE-SIM-Karte angeschafft, um standortunabhängiger zu werden", informierte Maier.

900-Jahr-Feier in Planung

Der Ausblick auf das Jahr 2023: Im Schloss Friedrichsburg 2023 seien derzeit 11 Hochzeitstermine gebucht, der Kunstsommer 2023, Oldtimertreffen, Yoga im Schlossgarten, LTO-Aufführungen und ein Blues Folk Festival. Außerdem, so Maier, laufen bereits die Vorbereitungen für die 900-Jahr-Feier. Der Bürgermeister gab das Festwochenende bekannt: Die Feierlichkeiten werden von 31. Mai bis 2. Juni 2024 über die Bühne gehen. Im Ortsteil Waldau, der auf 800 Jahre zurückblicken kann, werde es eine eigene Feier geben, die von 10. bis 12. Mai 2024 geplant ist. "Die Waldauer organisieren ihre Ortsteil-Feier eigenverantwortlich", betonte Wutzlhofer.

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