Vohenstrauß
24.03.2019 - 11:29 Uhr

"KiWi"-Chor begeistert Publikum

Sie sind gern gesehene Gäste im Rathaussaal: der "KiWi"-Chor aus Waldsassen. Deshalb wollen die Sänger die treuen Zuhörer auch am Zehnjährigen teilhaben lassen, das sie im vergangenen Jahr feierten.

Der "KiWi"-Chor begeistert die Zuhörer im Rathausaal. Erstmals auch mit angeklebten Bärten und gut behütet. Bild: dob
Der "KiWi"-Chor begeistert die Zuhörer im Rathausaal. Erstmals auch mit angeklebten Bärten und gut behütet.

Es ist die Leidenschaft zum Singen, die diese jungen Frauen seit ihrer Schulzeit in der Mädchenrealschule Waldsassen zu einer Chorgemeinschaft vereint. Mittlerweile sind sie längst den Kinderschuhen entwachsen und konnten im vergangenen Jahr bereits das zehnjährige Bestehen feiern: der „KiWi“-Chor aus Waldsassen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, dachten sich die Mädels und wiederholten einfach ein Jahr später noch einmal das Jubiläums-Repertoire, nachdem der Rathaussaal im vergangenen Jahr wegen der Sanierung gesperrt blieb. Trotzdem wollten das Ensemble die treuen Vohenstraußer Zuhörer an ihrem Glück teilhaben lassen und luden nun am Samstagabend die Gäste ein, die den Saal gut füllten. Außergewöhnlich betreten die Chormitglieder diesmal den Saal, verkleidet als junge Männer mit angeklebten Schnurrbärten und sehr gut „behütet“. Teils mit Zylinder, Melone, Trachtenhut, Bogarthut oder Dreispitz Wollfilzhut – die Überraschung war geglückt, auch musikalisch, denn mit dem alten und klassischen Volksliedgut „Am Brunnen vor dem Tore“ hätte wohl niemand gerechnet. Damit bewies der Chor allerdings auch, dass er „für so manchen süßen Traum“ gut sein kann.

Wer ein Jubiläum feiert, erhofft sich natürlich auch Glückwünsche und die kamen in Form von Herbert Kick aus Waldthurn, als Ehrenvorsitzender des Sängerkreises Nordoberpfalz. Für ihn sei es eine ganz besondere Ehre den Chor hier in Empfang nehmen zu dürfen. Der Name des Chors habe weder mit dem gleichnamigen neuseeländischen Vogel noch mit der allseits bekannten süßen grünen Frucht zu tun. Vielmehr leite sich „KiWi“ von den Anfangsbuchstaben der Chorleiterin Martina Kick-Wittmann ab, die aus Waidhaus stammt und an der Mädchenrealschule der Zisterzienserinnen unterrichtet. Selbst nach ihrer Schulzeit und die meisten längst im beruflichen Leben blieben die Mädchen dem Chor treu und singen seither in diesem Ensemble.

Kick wünschte weiterhin viel Spaß und Freude beim Singen. Gleichzeitig bat er das Publikum am Ende der Veranstaltung gehörig ins Spendenkörbchen einzulegen. „Es sollte nicht klingeln sondern rascheln.“ Tamara Härtl bemühte zuvor einen der einflussreichsten Denker des Abendlandes, Friedrich Wilhelm Nietzsche, der in der „Götzen-Dämmerung“ schrieb: „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“ Nach einer Pause in Vohenstrauß aufzutreten, sei man bestimmt nicht um 30 Jahre gealtert, witzelte die junge Dame augenzwinkernd, als sie die vielen Gäste im „zweiten Wohnzimmer“ willkommen hieß. Mit einem musikalischen Zeitachsensprung landeten die elf Sängerinnen im Gründungsjahr 2008 und ließen „Fame“, „Flashdance“ oder „Summer Nights“ aufleben. Zwischenzeitlich hatten sie sich auch der Bärte entledigt. „Jetzt weiß ich, wie Männer fühlen“, meinte die Chorleiterin. Musikalisch am Klavier wurden sie begleitet von Silvia Gmeiner und Laura Thurner. Als ruhenden Pol der Chorgemeinschaft stellte Tamara Härtl die fünf Männer vor, die sich der Gemeinschaft angeschlossen haben und sie unterstützen.

Zwischen den Frauen herrsche immer wieder mal Zickenkrieg und deshalb „sind wir alle froh, dass sie zu unserem Ensemble gehören“, gestand sie. Es sind die Brüder Robert, Claus und Oliver Ernstberger sowie Robert Hauer und Ferdinand Sperber. Mit bunten Haarbändern verbreiteten die Sängerinnen Sommer- und Afrikastimmung im Saal. Für Gitarrist und Solosänger Markus Mathy räumten die Vokalisten sogar die Bühne, der musikalisch meinte: „Keine ist wie du.“

In Dirndln kehrten die jungen Damen zurück. „Auf’m Berg“, „All’s, bloß koa Wasser niad“, „A ganz a pfiffig’s Bauernveich“ oder „Hefe“. Diese bayerischen Stücke wurden professionell von Erika Schieder (Akkordeon) und Irmgard Ehrlich (Gitarre) begleitet. Nach einer kurzen Pause, in der sich die Chormitglieder etwas erholen und die Zuhörer mit frischen Getränken versorgen konnten, entführte das Ensemble das Publikum zum „Griechischen Wein“ oder zum bekannten Spider-Murphy-Gang-Hit „S’Leb’n is wiar a Traum“ oder bei „Hallo Klaus“ („I will nur zruck zu dir“). Bei diesen bekannten Songs wippten viele aus dem Publikum mit den Füßen mit oder stimmten leise mit in die Pop-Ohrwürmer mit ein. „Don’t stop me now“, „Crazy little thing“ oder beim Rock-Song aus dem Jahr 1975 „Bohemian Rhapsody“ mit mehrstimmigen Passagen zeigten die Sängerinnen noch einmal welche Kraft in ihnen steckt und erhielten für ihre starken Leistungen langanhaltenden Applaus. Vor und nach der Pause überbrückte Markus Mathy mit Solostücken am Flügel.

"Summer Nights" und "Afrika" versprachen heiße Rhythmen. Bild: dob
"Summer Nights" und "Afrika" versprachen heiße Rhythmen.
Für Solist Oliver Ernstberger räumten die "KiWi"-Chormitglieder sogar die Bühne. Bild: dob
Für Solist Oliver Ernstberger räumten die "KiWi"-Chormitglieder sogar die Bühne.
Auch im bayerischen Dirndl-Outfit präsentierten sich die Mädels mit Chorleiterin Martina Kick-Wittmann. Bild: dob
Auch im bayerischen Dirndl-Outfit präsentierten sich die Mädels mit Chorleiterin Martina Kick-Wittmann.
 
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