(dob) Es wird von der „Krankheit der 1000 Gesichter“ gesprochen, wenn man über Multiple Sklerose (MS) spricht. Um mit den Sorgen und Nöten leben zu lernen und sie anzunehmen, ist es wichtig mit Gleichgesinnten zu reden und sich auszutauschen. Bei der vor 30 Jahren gegründeten MS-Gruppe ist dies seit drei Jahrzehnten der Fall. „Herr, gib du uns Augen, die den Nachbarn sehn“, sangen die Mitglieder der MS-Kontaktgruppe beim 30-jährigen Gründungsjubiläum zur Musik der Veeh-Harfen-Gruppe und machten so deutlich, wie wichtig es ist, auf den anderen Menschen zu blicken.
Zu diesem besonderen Tag war sogar Ellen Galle aus Amberg als Ehrenvorsitzende des Patientenbeirats der Deutschen Multiple Sklerose Gruppe (DMSG) im Landesverband Bayern mit der Sozialpädagogin Christiane Heigl aus Regensburg nach Vohenstrauß gekommen. Hinter diesem Jubiläum stecke viel persönliches Engagement von Gisela Maier, ihrem unbegrenzten Einsatz im Dienste an Menschen die von einem schweren Schicksal schwer betroffen sind, versicherte Galle. „Schön, dass es Menschen wie dich gibt, die anderen wieder Lebensmut geben und mit offenem Herzen für andere da sind. Du bist ein Vorbild für alle, im Besonderen für deine Helferinnen, die sich dem Dienste am Nächsten verschrieben haben.“
Die MS-Erkrankung verlangt ein besonderes Verstehen und erwartet eine besondere Hilfe. Dies habe Gisela Maier in den vergangenen 30 Jahren verwirklicht, unterstricht Galle. In diesen 30 Jahren ist eine tragfähige Gemeinschaft von MS-Erkrankten und Angehörigen entstanden, die bis heute anhält. Einige der Gruppenmitglieder sind seit vielen Jahren bei diesen Treffen dabei, was ein Zeichen dafür ist, dass sie sich hier wohlfühlen. Der regelmäßige Austausch habe die Gruppenmitglieder fest zusammengeschweißt, das Vertrauen zueinander ist gewachsen und die Stimmung in der Gruppe ist stets offen, zuversichtlich und humorvoll.
Gisela Maier kümmere sich nicht nur um die organisatorischen und finanziellen Belange, sondern auch um die Wünsche und Nöte der Gruppenmitglieder. „Du meisterst deine Aufgabe mit viel Wissen, Herz und Verstand.“ Als Mutter einer MS-kranken Tochter wisse sie ganz genau, wie wichtig es ist, Barrieren zwischen Gesunden und Kranken abzubauen und Vorurteile gegenüber der Krankheit auszuräumen. Trotz ihrer im vergangenen Winter plötzlichen Erkrankung habe Gisela Maier die Gruppenleitung nicht aufgegeben.
Die Ambergerin dankte aber auch allen Unterstützern, die den Gruppenmitgliedern helfen, ihr Schicksal zu bewältigen und Kraft für den Alltag aus der Gruppe schöpfen. Aus der Sicht ihrer eigenen Erkrankung, die sie seit 61 Jahren erträgt und die sie an den Rollstuhl fesselt, schilderte Ellen Galle, die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten. Schließlich übergab sie im Namen der Vorstandsvorsitzenden ein Geschenk an Gisela Maier.
Jeden Teilnehmer beschenkte Gisela Maier mit einem selbstbemalten Engel-Keilrahmenbild. „Manchmal braucht man einen Engel“, versicherte auch Angelika Stahl-Grundmann, die im Namen der MS-Gruppe ein besonderes Geschenk an Maier überreichte. Sie vergaß aber auch die SpVgg nicht, die die Unterkunft für die 14-tägigen Treffen in dem Vereinslokal gewährten und das ehemalige Pächter-Ehepaar Manfred und Anke Dirscherl. Eine Rose brachte Christiane Heigl für Ursula Stahl, Thomas Lommer, Barbara Winter und Astrid Maier mit, die viel im Hintergrund unverzichtbare Arbeit leisten und eine großartige Stütze sind.
Die MS-Gruppe dankte nicht zuletzt auch der Hertie-Stiftung für die finanzielle Unterstützung. Nach einer Kaffeepause mit selbstgebackenen Kuchen blickte Thomas Lommer mit einer Bilderschau auf die vergangenen 30 Jahre zurück. Außerdem waren die Alben aufgelegt, die diese vergangene Zeit mit Bildern füllen.














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