Vohenstrauß
14.08.2018 - 10:28 Uhr

Mit der Krankheit nie alleine

Die MS-Kontaktgruppe Vohenstrauß ist ein leuchtendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement. Gisela Maier ist unverzichtbar, auch wenn sie jetzt etwas kürzertreten will.

Gisela Maier ist das Herzstück der MS-Kontaktgruppe, will aber jetzt kürzertreten. Der ehemalige Stadtpfarrer Hermann Bock (links) begleitet die Gruppe seit der Gründung. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (rechts) übergibt eine finanzielle Unterstützung. dob
Gisela Maier ist das Herzstück der MS-Kontaktgruppe, will aber jetzt kürzertreten. Der ehemalige Stadtpfarrer Hermann Bock (links) begleitet die Gruppe seit der Gründung. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (rechts) übergibt eine finanzielle Unterstützung.

(dob) 30 Jahre Multiple Sklerose Kontaktgruppe Vohenstrauß - ein stolzes Ergebnis, fand der frühere evangelische Stadtpfarrer Hermann Bock, der die Gruppe seit Beginn an begleitet. Deshalb war seine Rede auch sehr persönlich gefärbt bei der Jubiläumsfeier, bei der die bisherige Leiterin Gisela Maier nun offiziell den Führungsstab an Angelika Stahl-Grundmann weiterreichte.

Der Gruppe bleibt sie aber weiter erhalten. Für die MS-Kranken ist sie unverzichtbar: Sie sprüht vor Ideen und Bastelvorschlägen, aber auch vor Zuneigung und Wärme für die Kranken. Die 30 Jahre sind es wert, festlich und fröhlich begangen zu werden, meinte der Pfarrer, der mit seiner Ehefrau Lieselotte gekommen war. Was 1988 begonnen hat, ist inzwischen zu einer gesellschaftlichen Größe in Vohenstrauß geworden. Was alle bewegt hat, war die Frage: "Wie umgehen mit dieser tückischen Krankheit MS, der Krankheit mit den 1000 Gesichtern?" Die Krankheit, die damals völlig überraschend Astrid Maier getroffen hatte. Gisela Maier habe sich damals nicht ins Private zurückgezogen, sondern wurde für ihre Tochter aktiv, suchte Hilfe und knüpfte zu den einschlägigen Beratungsstellen Kontakte.

In der Gruppe sollten Betroffene und Angehörige Halt finden, sagte der Pfarrer. "Hier wird miteinander gelacht, geweint und getrauert." Gleichzeitig werde aber auch fachliche Hilfe gesucht. Bock erinnerte an die seit dem letzten Jubiläum vor fünf Jahren Verstorbenen und entzündete eine Kerze. Es waren Anni Zieglmeier, Angela Grötsch und kürzlich Alfons Busch.

Für Bürgermeister Andreas Wutzlhofer ist die MS-Gruppe eine Erfolgsgeschichte. "Die MS-Kontaktgruppe ist ein leuchtendes Beispiel für ehrenamtliche Selbsthilfe." Seit 30 Jahren wird hier den Betroffenen Mut und Zuversicht vermittelt. "Man erhält das Gefühl, mit der Erkrankung nicht alleine zu sein, was wiederum zusätzlich Kraft verleiht." Die Arbeit von Gisela Maier und ihren Mitstreiterinnen ist etwas sehr Konkretes. Wutzlhofer würdigte dieses uneigennützige, soziale Engagement, das unbezahlbar sei und größte Hochachtung verdiene. Hilfe zur Selbsthilfe sei hier hoch angesiedelt. Als Jubiläumsgeschenk übergab er eine Spende zur Unterstützung für die Gruppenarbeit.

 
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