17.10.2019 - 11:19 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Kultur-Netzwerk knüpfen

Die Musikinitiative Vohenstrauß gestaltet seit fast elf Jahren die Kulturlandschaft im östlichen Landkreis Neustadt mit. Die beiden Vorsitzenden präsentierten den Verein nun bei einer landesweiten Plattform mit über 100 Teilnehmern.

Die MiVoh-Vorsitzenden Hannes Gilch und Paul Hüttl (rechts) geben beim Forum „HeimatUnternehmen“ ein kleines Live-Konzert.
von Externer BeitragProfil

Die Vorsitzenden Hannes Gilch und Paul Hüttl nahmen am zweitägigen Forum „HeimatUnternehmen Bayern“ in Ludwigsthal im Landkreis Regen teil. „Ein Unternehmen sind wir im herkömmlichen Sinn natürlich nicht – wir arbeiten alle ehrenamtlich und aus einer gemeinsamen Leidenschaft heraus“, stellte Gilch klar. „HeimatUnternehmen Bayern“ ist eine Initiative der bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung und des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege zur außerbehördlichen Unterstützung von Kreativen. Dabei geht es in erster Linie darum, Menschen oder Gruppen ab einer Idee hin zur Umsetzung eines Projekts zu begleiten – ganz ohne amtliche Strukturen und große Bürokratie-Hürden. Zentral dabei sind unterschiedliche Ansätze für Finanzierungslösungen wie zum Beispiel Crowdfunding oder Gutschein-Modelle.

Die Musikinitiative hat zwar schon viele Projekte und Aktionen aus eigener Kraft gestemmt, weiß aber auch, dass Kooperationen wie mit dem Mittelständischen Wirtschaftskreis, dem Faschingsverein oder dem Landratsamt noch größere Früchte tragen können. Kulturelle Infrastruktur in Form von Veranstaltern, Künstlern, Bildungsträgern, Einrichtungen oder Netzwerken biete in einer Region einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert für die Menschen und durchdringe als weicher Standortfaktor die ganze Region, auch die Wirtschaft.

Der relativ kleine und junge Verein mit 72 Mitgliedern schuf in diesem Jahr 28 Auftrittsmöglichkeiten für verschiedene Künstler. Die Mitglieder können sich dabei unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Musikgeschmack oder handwerklichem Können an einem Instrument im Club engagieren. Die Teilnehmer der Tagung waren von der Vorstellung genauso beeindruckt wie von den ambitionierten Zielen für die nächsten Jahre: Mitgliederzuwachs, solider Vereinshaushalt, Kontinuität im Vorstand und im Verein, weitere Auftrittsmöglichkeiten generieren, Kulturangebot in der Region ergänzen, alternative Szenen und Subkultur fördern, Netzwerk ausbauen, zufriedene Mitglieder oder Motivation zum Ehrenamt.

An den beiden Veranstaltungstagen diskutierte das Duett mit Ansprechpartnern natürlich auch über eine Liste an möglichen Projekten, die der Verein aus Ressourcengründen alleine nicht umsetzen kann. Im Zuge der Partnerschaft mit der Stadt Stríbro (Mies) wäre eine grenzüberschreitende Veranstaltungsserie denkbar. Eine weitere Idee ist das Bespielen von Leerständen im östlichen Landkreis mit Pop-Up-Konzerten. Am Herzen liegt dem Verein auch eine Art Förderprogramm für sozial Schwache, damit jeder Zugang zu Musik hat. Möglich wäre auch ein Bedarfs- und Nutzungskonzept für weitere Einrichtungen von Proberäumen in der ganzen Region. Aus der Praxis heraus wäre auch ein Bandfahrzeug für Auswärtsfahrten sinnvoll, um die Logistik besonders für kleine unbekannte Gruppe, zu optimieren und ökologischer zu machen. „Wir haben viele Ideen, aber natürlich ist immer die Frage, wie viel Zeit und Geld zur Verfügung stehen“, bleibt Gilch realistisch.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.