Erika Kreiner ist keine Frau, die gerne in der Öffentlichkeit auftritt. Viel wohler fühlt sie sich in ihrem Reich in ihrer schmucken Wohnung in den Taube-Mehrfamilienhäusern in ihrem bekannten Umfeld. Am Samstag feierte sie ihren 80. Geburtstag. Zu diesem Ehrentag durfte die Jubilarin viele Hände schütteln.
Ihre beiden Söhne Siegfried und Guido mit ihren Familien, den vier Enkeln und Urenkel Florian zählten natürlich in erster Linie dazu. Am 9. September 1939 im sudetischen Rodowitz wurde das Geburtstagskind als Erika Renger geboren. Aufgewachsen ist sie in Haida im Kreis Böhmisch Leipa. Im Jahr 1951 wurde die Familie ausgesiedelt und musste die Heimat verlassen. Mit ihrer Mutter und zwei Brüdern sowie ihrem Opa, die bereits alle verstorben sind, kam das zwölfjährige Mädchen ins Lager nach Furth im Wald. Nachdem sich der Vater bereits mit Angehörigen auf deutscher Seite befand, brauchte die Familie nicht lange im Lager bleiben.
Im alten Finanzamt in Vohenstrauß fanden sie eine neue Heimat. Bis zum 14. Lebensjahr besuchte die Jubilarin die Volksschule Vohenstrauß. Nach ihrem Abschluss fand sie in der Glasfabrik Taube eine Anstellung und war dort Mädchen für alles. 40 Jahre lang stellte sie ihre Arbeitskraft zur Verfügung und durchlief alle Abteilungen, vom Glas sprengen bis zum Schleifen. Nach Schließung der Glasfabrik arbeitete Erika Kreiner noch sechs Jahre lang bei der Firma Burger, bis sie mit 60 Jahren in die Rente eintrat.
Am 15. Juli 1966 heiratete Erika Kreiner im Vohenstraußer Rathaus ihren Ehemann Arthur, den sie als früheren Nachbarn kennen und lieben lernte. Leider verstarb ihr Ehemann am 4. September 2004 allzu früh. Mittlerweile falle ihr das Laufen nicht mehr so leicht, bedauerte die Seniorin, die sich aber ansonsten rundum wohlfühlt. Dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer überbrachte die Grüße der Stadt, und für die katholische Pfarrgemeinde schloss sich Pater Rafal Burnicki an.













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