Vor 35 Jahren schlossen sich an MS-Erkrankte, dank Gisela Maier, zusammen und treffen sich seither regelmäßig, um Erfahrungen auszutauschen. Zum 35-jährigen Jubiläum kamen die Teilnehmer mit vielen Gästen und Begleitern in der Gaststätte des Sportzentrums zusammen. Vorsitzende ist mittlerweile Angelika Stahl-Grundmann, die selbst im Rollstuhl sitzt, aber das Leben positiv annimmt und ein sonniges Gemüt und ansteckende Fröhlichkeit ausstrahlt.
Genau das brauchen die MS-Erkrankten, die sich gegenseitig stützen. „Als Erkrankter hat man mit so vielen Hindernissen zu kämpfen“, weiß die Vorsitzende aus Erfahrung. Oftmals müssten einfache Hilfsmittel oder Rechte hart erkämpft werden, prangerte sie an. Sie sprach auch die Behinderungen auf den oftmals zugestellten Bürgersteigen an, wie volle Mülltonnen oder Sperrmüll, die ein Vorbeikommen mit einem Rollstuhl unmöglich machen.
Die „CantiKids“ aus Waldthurn unter Leitung von Manuela Grünauer stimmten die Besucher gesanglich ein und Gerhard Stahl lockerte die Feier musikalisch auf. Gerne begleiteten auch Dekan Alexander Hösl und die evangelische Stadtpfarrerin Carmen Riebl die Jubiläumsveranstaltung. Gekommen war auch der ehemalige evangelische Stadtpfarrer Hermann Bock mit Gattin Lieselotte, die seit jeher eine enge Verbundenheit zur Gruppe pflegen und deshalb nicht fehlen durften.
Zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier überbrachte zum Jubiläum die Grüße der Stadt und stellte insbesondere die exzellente Arbeit der Gründerin Gisela Maier heraus, die den Erkrankten damals eine Stimme verlieh und sie in der Gemeinsamkeit bestärkte. Sie baute ein Netzwerk auf, das bis heute bestens funktioniere, lobte der Redner und überreichte ihr ein Geschenk, sowie der Gruppe eine Spende.
Sozialpädagogin Christiane Heigl von der Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) würdigte zum 35-jährigen Jubiläum die Arbeit der Kontaktgruppe und deren Mitglieder, die daraus viel Kraft schöpften. Sie nahm auch die Auszeichnungen und Ehrungen vor. Bis heute sei Gründerin Gisela Maier aktiv dabei, bis 2014 sogar als Gruppenleiterin. „Ohne Sie würde es die MS-Gruppe nicht geben.“
Barbara Winter sorgt seit 24 Jahren für gute Stimmung in der Gruppe. Thomas Lommer erstellte die Zeitung zum Jubiläum und Astrid Maier gestaltet mit künstlerischem Geschick so manche Einladungskarte. Anni Frischholz ist ebenfalls seit Beginn dabei und begleitet die Gruppe mit viel Herz. Allerdings konnte sie nicht an der Feier teilnehmen.
Ursula Stahl erhielt die goldene Ehrennadel, weil sie sich mit viel Einfühlungsvermögen seit mehr als zehn Jahren um die MS-Betroffenen kümmert. „Sie sind eine zuverlässige Helferin, die durch ihre sympathische Art von den Gruppenmitgliedern sehr geschätzt wird. Ihr Humor und Ihr Lachen sind ansteckend.“ Die silberne Ehrennadel ging an Angelika Stahl-Grundmann, die seit 2014 die Gruppe mit viel Geschick und Engagement leitet. Sie gibt den Betroffenen viel Mut und das Gefühl: „Wir lassen euch nicht allein und wir sind für euch da“. Zudem betreibe sie ununterbrochen Aufklärungsarbeit um die Krankheit.
Silber erhielt auch Carola Woppert, die unterstützend seit sechs Jahren in der Gruppe mitwirkt. Gerhard Stahl bekam eine Dankesurkunde überreicht, denn er übernimmt sehr häufig Fahrdienste und unterstützt seine Ehefrau bei vielen Erledigungen und Aktionen. Er sei immer im Einsatz, wenn „Not am Mann“ ist und schnell geholfen werden muss, hieß es.
Mit dem Lied „Manchmal braucht man einen Engel“, endete die offizielle Feier. „Gemeinschaft braucht Vertrauen, einen Ort, wo man sich wohl fühlt oder wo ich mich mit meinen Schwächen und Ängsten zeigen darf. Es braucht Sicherheit, dass ich weiß, woran ich bin, so dass ich vertrauen kann. Lasst uns einander Sicherheit geben, damit die Worte des Anderen bei uns gut aufgehoben sind“, bat Gerhard Stahl abschließend.














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