02.02.2020 - 11:55 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Pfarrheim wird Maschkerer-Hochburg

Dekan Alexander Hösl mischt sich als Scheich unter die fröhliche Gesellschaft, und Kaplan Alexander Ertl sorgt für das nötige Elixier beim Auftritt des Pfarrgemeinderats zum Thema "Jungbrunnen".

von Elisabeth DobmayerProfil

Während Brexit-Anhänger in England die Sekunden ähnlich der Silvesternacht herabzählen und damit den Austritt aus der Europäischen Gemeinschaft mit zwölfmaligem Big-Ben-Glockenschlag besiegeln, geht im katholischen Pfarrheim St. Marien der Pfarrfasching seinem absoluten Höhepunkt entgegen. Ob es an diesem Tag eine Leiter in den Himmel oder an der Bar "Teufelsblut" zu trinken gab, blieb offen.

Hoher Besuch war allemal eingeflogen, denn unter das närrische Volk mischte sich ein millionenschwerer Scheich alias Dekan Hösl. Ob er von den Organisatoren der Fußball-WM aus Katar geschickt wurde, um nach neuen Talenten Ausschau zu halten oder das Land am Golf neuer Partner der Pfarrgemeinde werden soll, darüber hielt sich der Gesandte wohlweislich bedeckt.

Nicht fehlen durften Haremsdamen aus 1001 Nacht. Ob sie zusammen mit dem Scheich eingeflogen oder selbst angereist waren, blieb offen. Dicht gedrängt füllten die Mitglieder der Faschingsvereine aus Vohenstrauß und Altenstadt mit ihren königlichen Hoheiten Prinzessin Jessica I. und Prinz Philipp I. sowie Prinzessin Stephanie II. und Prinz Christopher II., dem Elferrat und den Garden mit den übrigen närrischem Volk den Pfarrsaal und begeisterten mit ihren schwungvollen Auftritten.

Mit von der Partie waren ebenso das Kinderprinzenpaar Sina Wührl und Fabian Klotz. Das „Krautkopf“-Duo aus Roggenstein mit Josef Wolfrath und Gerhard Maier sorgte von Beginn an für volle Tanzflächen oder temperamentvolle Polonaisen. Kein Gast durfte sitzenbleiben und musste sich immer wieder in den langen Gaudiwurm einreihen.

Kein Wunder, dass sich danach so mancher schweißgebadet niederließ. Nicht müde werdend, griffen die Musikanten in die Tasten und Saiten. Schneewittchen und die sieben Zwerge, Piraten, Robin Hoods, süße Käfer oder blutrünstige Vampire, Gaukler, Dompteure oder Zirkusdirektoren – bunt gemischt tanzten die Maschkerer.

Als Emoji verkleidet, setzte der Pfarrgemeinderat aus Böhmischbruck Akzente mit den farbigen Symbolen, ohne die es heute in der Welt der Smartphones und Messaging-Apps nicht mehr geht. Die Burschen und Mädchen der Katholischen Jugend kümmerten sich um die hochprozentige Verpflegung an der Bar, um die sich hauptsächlich die Prinzengarden während ihrer Stippvisite scharten. Nicht fehlen durfte die Ordensverleihung an Dekan Hösl, Kaplan Alexander Ertl und Pfarrgemeinderatssprecher Manfred Bauer.

Dem Kaplan kam zur späteren Stunde noch eine außergewöhnliche Aufgabe zu, denn er sollte den Auftritt des Pfarrgemeinderats unter dem populären Motto „Jungbrunnen“ mit einem Elixier Verwandlung ermöglichen. Wer in reiferen Jahren wünscht sich nicht bisweilen, die Uhr zurückdrehen zu können, möglichst geschwind und gelind wieder beschwerdefrei, fit und attraktiv zu sein? Wenn alte runzlige Gestalten aus dem Jungbrunnen steigen können, warum für Schönheits- und Wellness-Kliniken stattliche Summen zahlen oder war es einfach eine Frage des Könnens von Kaplan Ertl. Bis in den frühen Morgen gingen die Lichter im Pfarrheim nicht aus und so mancher Gast litt tags darauf noch unter den Nachwehen dieser lustigen Fete.

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