01.12.2019 - 14:26 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Rosemarie Weidner gibt Geschenke- und Blumenladen auf

Es fällt Rosemarie Weidner nicht leicht, aber gesundheitliche Gründe machten die Aufgabe ihres Ladens notwendig. Das Geschäft war ihr Lebensinhalt.

Die Türen des Geschenke- und Blumenladens Weidner bleiben geschlossen. Rosemarie Weidner gab aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters auf.
von Elisabeth DobmayerProfil

Die Pfalzgrafenstadt ist um ein Traditionsgeschäft ärmer. Im November schloss Rosemarie Weidner ihren Geschenke- und Blumenladen. 53 Jahre lang war im Haus am Marktplatz 33 an der Ecke Brauhausgasse ihr Geschäft untergebracht. Zunächst war dort ein Lebensmittelgeschäft etabliert, das vor allem Bewohnern in Nähe des Marktplatzes die Grundversorgung sicherte. Sie erinnert sich wehmütig an die Zeit zurück, in der sie Obst, Gemüse, Molkereiprodukte, Backzutaten oder Waren des täglichen Bedarfs über die Theke reichte.

Rosemarie Weidner bedauert die Schließung aufgrund ihres Alters. So manches Zipperlein meldet sich mittlerweile bei ihr. Immerhin feiert die Seniorin im nächsten April ihren 80. Geburtstag. „Der Verkauf und die Agilität wurden mir in die Wiege gelegt. Das war mein Leben. Vor allem das Dekorieren mit Geschenken und Blumen bereiteten mir große Freude.“ Schmerzlich vermisst sie ihre Kunden schon jetzt, die Leben ins Haus brachten, aber auch den einen oder anderen Plausch mit Bekannten.

Kleine Läden verschwunden

Vor 53 Jahren heiratete Rosemarie, die aus dem Bäckereifachgeschäft Fuchs aus der Ringgasse stammte, ins Haus am Marktplatz ein. Mit ihrem Ehemann Fritz gründete sie kurze Zeit später das Lebensmittelgeschäft. Kurze Wege zum Einkaufen wurden damals groß geschrieben, da alles zu Fuß zurückgelegt wurde. In der ganzen Stadt gab es etliche kleinere Tante-Emma-Läden. Mittags strömten die Menschen aus den Fabriken in die Stadt, um schnell den Tageseinkauf zu erledigen. Diese Zeiten sind lange vorbei. „Die Lebensmitteldiscounter leiteten das langsame Sterben der kleinen Läden ein.“ Immer weniger Lebensmittelfachgeschäfte waren schließlich innerorts zu finden.

Rosemarie Weidner hielt lange durch. Als aber vor 21 Jahren ihr Ehemann verstarb, überlegte sie sich ein anderes Verkaufsmodell, da es für sie alleine viel zu schwer geworden wäre zu überleben. „Ich sah mit den Lebensmitteln keine Zukunft.“ Die geschäftstüchtige Frau setzte deswegen schließlich ihre Idee mit dem Geschenke- und Blumenladen um.

Aus Weiden gekommen

„Jetzt machen einfach meine Gelenke nicht mehr ganz so mit, wie ich es gerne hätte.“ Somit endete eine lange Ära und eine Tradition des Hauses. Rosemarie Weidner weiß aus der Familiengeschichte, dass Christian Weidner, Sohn eines Büttnermeisters aus Weiden, 1852 das Anwesen auf dem Marktplatz kaufte und als Uhrmacher ein Geschäft in diesem Anwesen gründete. Sie selbst stand bereits mit zwölf Jahren im Laden der elterlichen Bäckerei und unterstützte tatkräftig beim Verkauf.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.