Taizé-Gesänge, Bibeltexte, Gebet und Stille sorgten am Buß- und Bettag im evangelischen Gemeindehaus für eine stimmungsvolle Atmosphäre, um Ruhe im Alltagsgetriebe einlegen zu können. Viele Kerzenlichter erhellten dazu den Raum. Diakon Fabian Endruweit und Kaplan Ulrich Eigendorf bereiteten die Feier mit Jugendlichen beider Konfessionen vor. „Der Buß- und Bettag soll Anstoß geben den aktuellen Lebensweg anzuschauen und zum Gebet einzuladen“, führte der Diakon aus.
Gebet, Stille, Musik und Gesang sowie Lichter sind Elemente der Nacht und eignen sich hervorragend für die ökumenische Verbundenheit. Aus Taizé heraus entwickelte sich in vielen Gemeinden und Pfarreien die „Nacht der Lichter“, die nun auch in Vohenstrauß erstmals in dieser Weise begangen wurde. Gemütlich auf Kissen auf dem Boden sitzend bildeten die Teilnehmer einen Halbkreis um ein Kreuz. „Oculi nostri“ und „Laudate omnes gentes“ leiteten die Feier musikalisch ein. „Glücklich wem die Schuld vergeben wurde, wer von seiner Sünde entlastet ist. Glücklich, wem der Herr die Schuld nicht zur Last legt, wer keine Falschheit im Herzen hat“, las Christina Ponader vor. Manuela Beck (Trompete), Lena Sollfrank, Johanna Stubenrauch und Magdalena Süss (Querflöte), Lea Walbrunn (Gitarre) und Kaplan Eigendorf und Madlen Mitlmeier (Klavier) begleiteten die Taizé-Feier.
Vor allem aus der Stille die Gott schenkte sollten die Teilnehmer Kraft schöpfen. Die Lesung wurde von Fabian Endruweit (deutsch), Vincent Poschenrieder (englisch), Adrian Schober (tschechisch) und Uli Eigendorf (italienisch) in den verschiedenen Sprachen vorgetragen. Danach wurden die Lichter verteilt und eine rund zehnminütige Stille eingehalten. Nach der Feier bestand die Möglichkeit im offenen Teil persönlich vor dem Kreuz zu verweilen oder sich einzeln segnen zu lassen. Auch für Gespräche standen die Seelsorger jederzeit bereit. Bettina Hilburger bereicherte den Abend mit unterschiedlichen Snacks.
Taizé gilt als ökumenische Bewegung. Der kleine Ort nahe dem ostfranzösischen Cluny ist Sitz einer geistlichen Gemeinschaft, die zum Treffpunkt für Jugendliche aus der ganzen Welt wurde. Gegründet wurde die Gemeinschaft 1949 von dem inzwischen verstorbenen Protestanten Roger Schutz. Jährlich finden auf Einladung der ökumenischen Bruderschaft von Taizé um die Jahreswende Europäische Jugendtreffen statt. Diese Veranstaltungen verstehen sich als „Zeichen der Hoffnung“ und wollen Begegnung zwischen Nationen und Konfessionen ermöglichen. Die erste Zusammenkunft gab es 1978 in Paris. Zu den mehrtägigen Veranstaltungen, die unter anderem in Breslau, Warschau, Budapest, Köln, München und Wien stattfinden, kommen jeweils bis zu 100 000 Jugendliche aus allen europäischen Ländern. Im Mittelpunkt der Treffen, die jährliche Etappen auf dem von Taizé ausgehenden „Pilgerweg des Vertrauens“ sind, stehen Gebete, Meditationen und Gottesdienste.















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