Die Personalsituation bei der Polizeiinspektion Vohenstrauß entspannt sich allmählich. „Alle Pensionsabgänge wurden ersetzt“, berichtet stellvertretender Inspektionsleiter Polizeihauptkommissar Thomas Meiler beim Besuch der CSU-Politiker. „Es geht uns zur Zeit relativ gut“. Trotzdem hofft er, dass Ende 2019 oder Anfang 2020 ein Überschuss an Polizeibeamten die Sollstärke der Dienststelle von 30 Beamten auffüllen wird. Derzeit arbeiteten 25 Beamte für die Polizeiinspektion. Bundes- und Grenzpolizei aus Waidhaus unterstütze die Inspektion tatkräftig. Die gute Ausstattung könnte sich durch eine Kürzung der Mittel verschlechtern, befürchtete Meiler.
Er berichtete weiterhin von den Schießübungen mit den neuen Dienstwaffen: „Jeder Beamte muss mindestens 100 Schuss abgeben, bevor er diese Waffe ausgehändigt bekommt.“ Großes Dilemma: Die Schießanlage bei der Polizeiinspektion Weiden ist mittlerweile ins Alter gekommen. Die Raumluftabsauganlage entspricht längst nicht mehr dem neuesten Stand. Meiler sorgte sich, dass deswegen nicht alle Kollegen rechtzeitig geschult werden könnten. Es gehe hier um spezielle Schießanlagen mit Fotoleinwänden, die bestimmte Übungsszenarien darstellen. Deswegen könne man auch nicht auf andere Schießanlagen von Schützenvereinen ausweichen, entgegnete er Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, der diesen Vorschlag ins Spiel gebracht hatte. Vor allem die Schießausbilder leiden unter der Situation. Ständig mit Hilfe von Messgeräte die Schadstoffgrenzen zu prüfen, sei im Jahr 2018 kein Zustand.
Die Vohenstraußer Ermittlungsbeamten waren in diesem Jahr bei diversen Einbrüchen gefordert. Vor allem Scheunen oder Keller werden heimgesucht. Die meisten sind nicht verschlossen. „Jeder soll seinen Keller und seine Scheune absperren“, appellierte Meiler. Irgendwie komme dieser Aufruf aber nicht in der Bevölkerung an. Es zeichne sich mittlerweile jedoch auch eine Trendwende bei den Einbrüchen ab, da auch verstärkt versperrte Objekte von den Tätern angegangen werden. Es gebe wenig Möglichkeiten, den Taten vorzubeugen, meinte der stellvertretende Inspektionsleiter.
Die Polizei suche fieberhaft IT-Spezialisten für Internetdelikte. Im vergangenen Jahr erhöhten sich des Weiteren die Zahlen der Kriminalstatistik im bayernweiten Vergleich an der Polizeiinspektion. Normalerweis pendeln sich die Delikte bei 700 Sachbearbeitungen ein. In diesem Jahr werden es mehr als 900. Einer der Gründe: Häusliche Gewalt. Die Zahl der gemeldeten Delikte steige deutlich an. Leider hat es in diesem Jahr im Dienststellenbereich auch wieder einen Verkehrstoten gegeben, bedauerte Meiler.
Laut Wutzlhofer würden auf seine Anregung hin Beamte inzwischen auch ab und zu zu Fuß durch das Stadtgebiet marschieren, um den ruhenden Verkehr zu überprüfen. Er werde dann hin und wieder von Verkehrssündern angesprochen, dass er der Grund für ihre Verwarnung gewesen sei. "Über diesen Anschuldigungen stehe ich aber", sagte das Stadtoberhaupt. Die Steigerung der Deliktzahlen überraschten Wutzlhofer. Gerade im grenznahen Raum sei die Präsenz der Polizei wichtig. Der Altersdurchschnitt sei darüber hinaus durch die jüngeren Beamten erheblich gesenkt worden, ergänzte Meiler.
Laut Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht sei die Diskussion um den sogenannten „Eisernen Schutzmann“ weit über Vohenstrauß hinaus im Präsidium Oberpfalz eine strategische Frage gewesen: Könne dieser ein Instrument der Flexibilisierung oder des Abbaus sein. Im Präsidium erkannte man, dass die Bevölkerung dieses Thema sehr sensibel aufnimmt. „Immerhin bekundeten 7000 gesammelte Unterschriften, dass die Bevölkerung hinter ihrer Polizei steht.“ In diesem Zusammenhang bedankte sich Rupprecht noch einmal bei Dienststellenleiter Martin Zehent für seinen Einsatz. Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger war froh, dass die Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr bei Beschimpfungen oder Übergriffen unter einem besonderen gesetzlichen Schutz gestellt worden seien und untermauerte den engen Draht zur Dienststelle. Vohenstrauß bezeichnete er als ein Musterbeispiel. Auf Nachfrage der Teilnehmer informierte Meiler, dass das Thema Crystal Meth auch die Vohenstraußer Beamten beschäftigt, wenngleich der größere Teil durchgeschleust werde. „So lange die Drogenküchen im Nachbarland nicht geschlossen werden, ist die Problematik vorhanden.“













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.