Signierstunden auf der Buchmesse, Kreativworkshops beim Verlag, Gewinnspiele bei Instagram und Fanpost – all das ist für Nicole Alfa nichts Neues mehr. Die 22-Jährige kann sich ein Leben ohne ihre eigenen Bücher nicht mehr vorstellen.
Vor zwölf Jahren schrieb die gebürtige Vohenstraußerin den ersten Entwurf für ihren Debütroman: „Prinzessin der Elfen: Bedrohliche Liebe“. Ihre Geschichte gibt es inzwischen als E-Book, Buch und Hörbuch. Zu Beginn hätte sich die Jungautorin das nicht erträumen lassen. Sie fing an zu schreiben, um ihre Ideen endlich als Geschichte lesen zu können.
Inspiriert von Fernsehserien und Büchern drehte sich in ihrem Kopf alles um Elfen. Sie dachte sich eine Geschichte aus, die sie mit ihren Barbies nachspielte – immer und immer wieder: Lucy findet gerade erst heraus, dass sie eine Elfe sein soll – ja, sogar eine Prinzessin. Die junge Frau verliebt sich in einen Kobold, ohne zu wissen, dass er eigentlich ihr Feind ist.
Manuskript im Müll
Als Fünftklässlerin schrieb Nicole die Geschichte schließlich auf. „Und ich hatte Spaß dabei“, erinnert sie sich. Die erste Version: 40 handgeschriebene Seiten. Die wenige Wochen später beim Aufräumen aus Versehen im Papierkorb landeten. Die Erzählung von der verbotenen Liebe zwischen Lucy, Prinzessin der Elfen, und Daan, Prinz der Kobolde aber war längst verankert in ihrem Kopf.
Es vergehen Jahre, bis Nicole ihre Liebesgeschichte digitalisiert. Kurz darauf entdeckt sie die E-Book-Plattform „Wattpad“. Anna Todd, eine erfolgreiche amerikanische Autorin, veröffentlichte hier ihre „After“-Reihe, die Nicole regelrecht verschlang. „Zuerst war ich nur stille Leserin. Erst nach einigen Schicksalsschlägen in meiner Familie fasste ich den Mut, mein erstes Manuskript zu veröffentlichen: Die Prinzessin der Elfen.“
Das besondere an „Wattpad“: Reaktionen, Kommentare und Rückmeldungen der Leser. „Ich habe ein Gespür dafür bekommen, wer meine Geschichte liest und in welche Richtung ich die Handlung weiterführen könnte.“ Und schwupps – hatte sie 300 Seiten getippt. Gut 400 Leser hatte Nicole in der Entwicklungsphase ihres ersten Romans, inzwischen haben rund 10 000 Wattpad-Nutzer den Prolog zum ersten Band gelesen. Mit dem Thema Elfen traf die Jungautorin den Nerv der Zeit.
Weil ihre E-Books so erfolgreich waren, brachte Nicoles Verlag die ersten beiden Bände gedruckt auf den Markt. Beide sind sogar vertont worden und bei Impress Audio als Hörbuch erschienen. „Richtig krass“, findet Nicole das. Zu hören, was man selbst geschrieben hat, sei sogar noch schöner, als sein eigenes Buch zu lesen.
Ausgleich: Familie und Netflix
„Leser haben mir geschrieben, dass meine Zeilen ihnen weitergeholfen haben. Das ist unglaublich.“ Auf „ihre Community“ ist die 22-Jährige stolz. „Ich habe noch so viele Ideen, die unbedingt aufgeschrieben werden müssen“, sagt die gebürtige Vohenstraußerin. Manchmal aber könne sie ihre eigenen Geschichten nicht mehr sehen. „Was dann hilft, ist entweder ein Tag mit der Familie oder ein Netflix-Abend auf dem Sofa.“
Neuer Lesestoff in Arbeit
Impress, das digitale Label des Carlsen Verlags hatte sie anfangs für zwei Bände der Elfenprinzessin unter Vertrag genommen. „Inzwischen habe ich schon Folgeverträge unterschieben.“ Band drei („Zerstörerische Sehnsucht“) ist bereits als E-Book erschienen, Band 4 gerade im Lektorat. Er erscheint voraussichtlich im Sommer.
Nicole hat sich damit einen Traum erfüllt. Schon als kleines Mädchen stellte sie sich vor, wie es wäre, eines Tages Bücher zu schreiben. Doch das alleine reicht der 22-Jährigen noch nicht: Sie möchte Lektorin werden. Seit 2017 studiert sie Buchwissenschaften an der Münchener LMU, seit vergangenem Jahr schnuppert sie nebenbei Verlagsluft. Nicole ist mittlerweile so tief in den Verlagskosmos eingetaucht, dass sie sich nicht mehr vorstellen kann, beruflich etwas anderes zu machen. Bücher sind ihr Leben.
ONETZ: Ist Nicole Alfa ein Künstlername?
Nicole Alfa: Mehr oder weniger. Eigentlich heiße ich Nicole Papadopoulos, Alfa ist mein Geburtsname. Und weil ich unbedingt unter einem Pseudonym veröffentlichen wollte, hat sich das angeboten: Es ist einprägsamer.
ONETZ: Welche Bücher liest du gerne?
Das ist schwierig. Einige meiner liebsten Bücher sind von Jennifer Armentrout. Zum Beispiel die „Obsidian-Reihe“ oder „Dark Elements“. Ich habe allerdings gerade so wenig Zeit, dass ich vor lauter Schreiben kaum zum Lesen komme.
ONETZ: Wie schreibst du am Liebsten?
Wenn ich es mir aussuchen kann, dann nachts, bei Kerzenschein und mit brennenden Lichterketten. Wenn es sein muss, schreibe ich auch zwischen zwei Vorlesungen oder im Zug. Wobei ich beim Zugfahren gerade am Liebsten meine Hörbücher höre.
ONETZ: Was rätst du jemandem, der selbst gerne schreiben würde?
Nur Mut. Einfach schreiben, egal, was andere sagen.

















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