Vohenstrauß
06.07.2026 - 13:49 Uhr

„Singing Witt“ begeistert beim "Baustellenkonzert" in Vohenstrauß

Seit Monaten laufen die Renovierungsarbeiten an der Vohenstraußer Stadtpfarrkirche. Jetzt hat die Kirche erstmals wieder ihre Türen für die Öffentlichkeit geöffnet. Zu einem ganz besonderen Anlass.

"Singing Witt" begeisterte auf beim Benfizkonzert für die Renovierung der Stadtpfarrkirche in Vohenstrauß. Bild: Elisabeth Dobmayer
"Singing Witt" begeisterte auf beim Benfizkonzert für die Renovierung der Stadtpfarrkirche in Vohenstrauß.

Zum ersten Mal nach den monatelangen Renovierungsarbeiten öffneten sich am Sonntag die Portale der Stadtpfarrkirche „Maria Immaculata“ wieder für die Öffentlichkeit. Und kaum hätte es einen würdigeren Anlass für diese Rückkehr geben können als das Benefizkonzert des Mitarbeiterchors „Singing Witt“. Schon lange vor Konzertbeginn wurde deutlich, welch große Anziehungskraft der Weidener Chor besitzt. Die mehr als 400 Sitzplätze in den Kirchenbänken reichten bei weitem nicht aus.

Eifrig wurden von Mesner Anton Striegl und Helfern zusätzliche Stühle aus dem Pfarrheim herbeigeschafft, damit alle Besucher einen Platz fanden. Am Ende war das Gotteshaus gefüllt – ein beeindruckendes Zeichen der Wertschätzung für den Chor, der in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen feiert.

Ein Baustellenkonzert

Dekan Alexander Hösl begrüßte die zahlreichen Gäste im bereits zu rund 85 Prozent fertig renovierten Kirchenraum. Noch vor wenigen Tagen habe hier ein Gerüst gestanden, erinnerte er. Nun erstrahlt die Kirche in neuem, hellem Glanz. Zwar fehlen noch Kreuzwegstationen und Heiligenfiguren, doch gerade dieses „Baustellenkonzert“ ließ eindrucksvoll erkennen, welche Schönheit das Gotteshaus nach seiner Sanierung ausstrahlen wird. Besonders dankbar zeigte sich der Geistliche für die großzügige Unterstützung des Chores. Die Einnahmen des Benefizkonzerts kommen vollständig der aufwendigen Kirchensanierung zugute.

„Sie tragen dazu bei, dass wir bei der Finanzierung wieder ein Stück weiterkommen“, sagte Hösl und lobte die Chorgemeinschaft, die mit ihrer Freude am Singen und ihrer musikalischen Vielfalt seit Jahren Menschen begeistert. Insgesamt steuert „Singing Witt“ mit seinen Benefizprojekten heuer auf eine beeindruckende Spendensumme von 200.000 Euro zu. Knapp 50 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Stefanie Zühlke-Schmidt machten den Nachmittag zu einem musikalischen Erlebnis voller Gefühl.

Auftakt mit "Senzenina"

Bereits der Auftakt berührte: Mit der hoffnungsvollen Hymne „Senzenina“ erklangen die ersten Töne am Hauptportal der Kirche. Von dort aus spielte sich der Chor mit ihrer Leiterin, die bereits an der Treppe zum Altar stand, die Melodie gegenseitig zu, bevor die Sänger langsam singend zum Altar schritten. Mit dem Lied „Gut, wieder hier zu sein“ wurde aus Musik eine Botschaft. „Mit meinen Wünschen, mit meinen Fragen fühl' ich mich nicht allein“ – ein Satz, der in diesem voll besetzten Kirchenraum wohl vielen aus dem Herzen sprach. Mit großer Ausdruckskraft folgte das „Benedictus“ des walisischen Komponisten Karl Jenkins. Andächtig lauschten die Zuhörer dieser eindrucksvollen Komposition, bevor mit „Believe in You“ neue Zuversicht und Optimismus Einzug hielten.

Unverzichtbarer musikalischer Begleiter des Chores war dabei Hans-Joachim Grajer, der am Piano mit viel Feingefühl und Virtuosität den Klang des Ensembles bereicherte. Dass „Singing Witt“ ebenso für mitreißende Unterhaltung steht, bewies das abwechslungsreiche weitere Programm. Zu „America“ entrollten einige Sänger die Flagge der Vereinigten Staaten, die „Stars and Stripes“, während das Publikum die Szene begeistert verfolgte.

Chorleiterin Stefanie Zühlke-Schmidt erzählte zwischendurch, dass viele Sängerinnen und Sänger bereits seit der Gründung vor 15 Jahren dabei seien – ein Zeichen außergewöhnlicher Verbundenheit innerhalb der Chorgemeinschaft.

Rockabilly und Balladen

Mit dem Welthit „Crazy Little Thing Called Love“ brachte der Chor Rockabilly-Schwung in das Gotteshaus. Es folgte ein eigens zusammengestelltes Jubiläumsmedley mit neun bekannten Hits, darunter der Abba-Klassiker „Thank You For The Music“, der zugleich wie ein musikalisches Dankeschön an das Publikum wirkte.

Auch die leisen Töne fanden ihren Platz. Gefühlvoll erklang „Küss mich, halt mich, lieb mich“ von Ella Endlich mit der bekannten Melodie aus dem Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Ebenso eindrucksvoll interpretierte der Chor die Rockballade „Somebody to Love“, bevor nach anderen Liedern mit „Time to Say Goodbye“ der Abschied angekündigt wurde.

Immer wieder unterbrachen lang anhaltender Applaus und am Ende stehende Ovationen das Konzert. Die Begeisterung war den Besuchern ebenso anzusehen wie den Sängerinnen und Sängern, die mit sichtbarer Freude musizierten. Den Schlusspunkt setzte schließlich das traditionelle südafrikanische Friedenslied „Ukuthula“. Mit dieser ruhigen, geistlichen Hymne verabschiedete sich „Singing Witt“ von einem Publikum, das den Chor noch lange nicht gehen lassen wollte.

Dieser Sonntagnachmittag war weit mehr als ein Konzert. Er war ein bewegendes Zeichen dafür, wie Musik Menschen verbindet, Hoffnung schenkt und gemeinsam Großes bewirken kann. In der frisch renovierten Stadtpfarrkirche verschmolzen Klang, Gemeinschaft und gelebte Solidarität zu einem unvergesslichen Erlebnis – und zu einem eindrucksvollen Neubeginn für ein Gotteshaus, das künftig wieder viele Herzen öffnen wird.

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