Gerhard Hösl ist im Alter von 58 Jahren verstorben. Am 28. August hätte er seinen 59. Geburtstag gefeiert. An der Seite seiner Ehefrau Claudia, die ihn bis zuletzt aufopfernd pflegte, und seines Sohnes Maximilian verstummte die Stimme viel zu früh. Auch sein 84-jähriger Vater Emil und seine beiden Brüder, darunter Dekan Alexander Hösl, müssen schweren Herzens Abschied nehmen von einem Menschen, der für viele weit mehr war als ein erfolgreicher Banker: ein Ehemann, Vater, Bruder, Freund, Wegbegleiter und ein Mensch, dem Vertrauen und Nähe stets etwas bedeuteten.
Eine schwere Krankheit hatte Hösl in den vergangenen Monaten immer mehr die Kraft genommen. Erst vor wenigen Wochen war er aus dem aktiven Sparkassendienst verabschiedet worden. Zum 30. Juni beendete er nach mehr als drei Jahrzehnten seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Sparkassen Eschenbach-Neustadt/WN-Vohenstrauß.
Seit 1993 bei der Sparkasse
Mit ihm verliert die Region eine herausragende Persönlichkeit der heimischen Finanzwelt. Vor allem aber verliert sie einen Menschen, der seine Aufgabe nie nur als Beruf verstanden hat.
Seit 1993 gehörte der gebürtige Oberviechtacher der Sparkassenorganisation an. In der Sparkasse Regensburg wurde seine Expertise bereits während des Studiums der Betriebswirtschaftslehre zunächst im Firmenkundenbereich für die Betreuung von Kreditengagements genutzt. Nach dieser Station führte ihn sein Weg im Juli 1997 als Firmenkundenberater zur Sparkasse im Landkreis Schwandorf.
In dieser Position betreute er mittelständische Unternehmen. 2003 übernahm er die Leitung der Firmenkundenabteilung, 2006 wurde er zum stellvertretenden Vorstandsmitglied der Sparkasse Schwandorf bestellt. Ein Jahr später wechselte er in den Vorstand der Vereinigten Sparkassen Eschenbach–Neustadt/WN–Vohenstrauß. In dieser Funktion war er bis Juli 2020 an der Weiterentwicklung der Sparkasse, an der Optimierung von Prozessen und an der Stärkung der regionalen Kundenbeziehungen beteiligt. Im August 2020 übernahm er schließlich das Amt des Vorstandsvorsitzenden.
Mehr als 30 Jahre lang prägte Gerhard Hösl das Sparkassenwesen in der nördlichen Oberpfalz. Er begleitete die Sparkasse durch Zeiten großer Veränderungen, trieb die Digitalisierung voran, optimierte Strukturen und Prozesse und hatte dabei stets eines im Blick: die Menschen und Unternehmen in der Region.
Seine Arbeit führte ihn auch in zahlreiche Gremien des Sparkassenverbunds. Unter anderem engagierte er sich im regionalen Sparkassen-Wertpapier-Ausschuss der Deka-Bank, im Sparkassen-Beirat der Versicherungskammer Bayern und im Kundenbeirat der Finanz-Informatik. Für seine außergewöhnlichen Verdienste wurde Gerhard Hösl noch kurz vor seinem Tod mit der Bayerischen Sparkassenmedaille in Gold ausgezeichnet.
Bike-Touren mit seinem Sohn
Hinter all den beruflichen Erfolgen stand ein Mann, dem das Private mindestens ebenso wichtig war. Anfang der 2000er Jahre baute sich Gerhard Hösl gemeinsam mit seiner Ehefrau Claudia und Sohn Maximilian in Vohenstrauß „In der Leiten“ sein Zuhause auf. Seine Freizeit gehörte der Familie und dem Sport. Im Turnverein Vohenstrauß, insbesondere in der Skiabteilung, fand er eine sportliche Heimat. Bewegung war für ihn Ausgleich und Lebensfreude zugleich. Besonders gerne war er mit seinem Sohn Maximilian auf dem Mountainbike unterwegs.
Gerhard Hösl hat beruflich vieles bewegt. Doch sein vielleicht größtes Vermächtnis lässt sich nicht in Bilanzen, Zahlen oder Geschäftsergebnissen messen. Es sind die Spuren, die er in den Herzen der Menschen hinterlässt.
Die Aussegnung findet am Mittwoch um 18 Uhr auf dem Friedhof in Vohenstrauß statt, anschließend gibt es einen Sterberosenkranz in der Josefskapelle. Das Requiem ist am Freitag um 14.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche in Vohenstrauß. Die Urnenbeisetzung im Familiengrab in Oberviechtach findet im Familienkreis statt.



















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