Vohenstrauß
13.08.2018 - 16:11 Uhr

Staat trennt sich von Stadtwald

Der staatlich geprüfte Forstassessor Andreas Eiser von der Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß ist nun der Chef über knapp 300 Hektar Stadtwald.

WBV-Förster Andreas Eiser (Zweiter von links) ist seit 1. Juli 2018 Betriebsleiter des Stadtwaldes. Ein Landtagsbeschluss aus dem Jahr 2017 setzte fest, dass sich der Staat aus der Betriebsleitung im Kommunalwald zurückziehen wird. Bisher war Forstdirektor Gerhard Hösl (Dritter von links) zuständig. Die oberste Aufsicht bleibt aber nach wie vor beim Staat. Eiser muss sich an den verbindlichen Forstwirtschaftsplan (vorne) halten. dob
WBV-Förster Andreas Eiser (Zweiter von links) ist seit 1. Juli 2018 Betriebsleiter des Stadtwaldes. Ein Landtagsbeschluss aus dem Jahr 2017 setzte fest, dass sich der Staat aus der Betriebsleitung im Kommunalwald zurückziehen wird. Bisher war Forstdirektor Gerhard Hösl (Dritter von links) zuständig. Die oberste Aufsicht bleibt aber nach wie vor beim Staat. Eiser muss sich an den verbindlichen Forstwirtschaftsplan (vorne) halten.

(dob) Die Betriebsleitung des 269,20 Hektar großen Körperschaftswaldes der Stadt ist seit 1. Juli 2018 an die WBV übergegangen. Zur offiziellen Betriebsaufnahme kamen die Vertragspartner noch einmal im kleinen Sitzungssaal im Rathaus zusammen. Die Übergabe beruht auf einem Landtagsbeschluss aus 2017. Der Staat zieht sich aus der Betriebsleitung für Kommunalwälder mit mehr als 200 Hektar immer mehr zurück, informierte der bisherige Betriebsleiter Forstdirektor Gerhard Hösl, stellvertretender Leiter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Vor fünf Jahren ist auch die Betreuung des 319 Hektar großen Kirchenwaldes der Simultankirchenstiftung bereits an die WBV übertragen worden. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer erinnerte an den ersten Vertragsabschluss am 7. Dezember 1976 zwischen Stadt und Freistaat, vertreten durch das hiesige Forstamt, das damals von seinem Vater Forstdirektor Sigwart Wutzlhofer geleitet wurde. Ein weiterer Vertrag folgte im Jahr 2004, als Hösl, damals noch Forstoberrat, die Verantwortung übernahm.

"Ich hätte mir jetzt keinen besseren Übergang wünschen können", versicherte der Rathauschef, der mit Kämmerer Rainer Dötsch an der Übergabe teilnahm. "Mit der WBV haben wir eine optimale Lösung gefunden, und wir haben bisher schon bei vielen Leistungen und bei der Holzvermarktung eng zusammengearbeitet." Eventuell könnten sich dadurch bei der bestens organisierten WBV noch weitere Synergieeffekte entwickeln. Wenngleich dieser Landtagsbeschluss damals für ihn schon sehr überraschend eintraf, gab Wutzlhofer zu.

Mit der Forstreform im Jahr 2005 seien bereits die ersten Weichen gestellt worden, holte Hösl weiter aus. In weiser Voraussicht stellte sich demnach die WBV mit Andreas Eiser vorzüglich auf. "Wir haben damals diesen Schritt mit einem eigenen Förster gewagt", erklärte WBV-Geschäftsführer Josef Maier. Wutzlhofer ist "froh und glücklich", dass Hösl noch ein Jahr anhängte, um Eiser seine Elternzeit zu ermöglichen und so der WBV und der Stadt Spielraum für die Übernahme einräumte.

Hösl unterstrich den politischen Willen, der hinter dieser Übergabe steckt und den die Forstverwaltung nun zu vollziehen habe. Er appellierte an die Verantwortlichen, auf die geänderten Rahmenbedingungen im Wald einzugehen. Ausdrücklich mahnte er: "Der Körperschaftswald ist vorbildlich zu bewirtschaften." Es sind dazu insbesondere standortgemäße, naturnahe und gesunde, leistungsfähige und stabile Wälder zu erhalten oder zu schaffen. Um diesen Zielen gerecht zu werden, muss die Bewirtschaftung des Körperschaftswaldes auf Forstwirtschaftspläne gestützt sein, die erst wieder 2014 für die nächsten 20 Jahre erneuert wurden und die verbindlich gelten. Darin enthalten sind die waldbaulichen Ziele und der geltende Hiebsatz.

Eiser dürfe auch die staatlichen Fördermöglichkeiten nicht aus den Augen lassen. Der Forstdirektor war aber zuversichtlich, dass der Körperschaftswald bei ihm in guten Händen ist. Stabile Wälder für die Zukunft zu schaffen, ist eine große Aufgabe im Stadtwald. Eiser dankte für das Vertrauen und versicherte einen nahtlosen Übergang, wie bereits beim Simultankirchenwald. Die Kommune erhalte im Zuge der Übergabe einen höheren Gemeinwohlausgleich, teilte der Kämmerer mit. Eiser ist beileibe kein Anfänger. Er ist seit fünf Jahren mit der Betriebsführung in den Kommunen Pleystein, Eslarn und Moosbach betraut.

 
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