17.04.2019 - 10:53 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Stützpunktwehr fast im Dauereinsatz

Knapp 8000 Stunden investieren die Vohenstraußer Feuerwehrleute für ihr Ehrenamt. Dieser Einsatz ringt den Führungskräften höchsten Respekt ab.

Kommandant Mario Dobmayer (links) verteilt an die Beförderten Uniformabzeichen und ehrt treue Aktive.
von Elisabeth DobmayerProfil

Im vergangenen Jahr rückte die Stützpunktwehr, laut Stadtkommandant Mario Dobmayer 197 Mal aus und die Aktiven leisteten insgesamt 1984 Einsatzstunden. Dazu waren in Summe 1707 Einsatzkräfte vor Ort. 96 Mal davon wurden sie über den Funkmeldeempfänger gerufen aus denen die Gesamteinsätze mit Folgeeinsätzen resultieren. Insgesamt rechnete Dobmayer 7600 Stunden für Ausbildung, Einsatz, Verwaltung, Instandhaltung, Wartung und Reparatur auf. Den Großteil der Einsätze machten die technischen Hilfeleistungen aus, die sich in 31 Verkehrsunfälle, 10 Ölspuren, 3 Insekten- oder Tierunfälle, 56 Unwetter-, Sturm- und Wasserschäden, 5 Türöffnungen und 12 sonstige Einsätze gliedern. Drei Mal waren sogar Gefahrstoffe wie Gas im Spiel. Vier Personen wurden aus ihren demolierten Fahrzeugen geschnitten und für einen LKW-Fahrer kam jede Hilfe zu spät. 25 Mal waren die Vohenstraußer mit dem Verkehrssicherungsanhänger auf der Autobahn, auch für andere Feuerwehren, da der Einzugsbereich für dieses Rettungsmittel sehr großräumig ist, erklärte der Kommandant. Sieben Mal waren die Floriansjünger für das BRK im Einsatz, entweder mit der Drehleiter oder als Tragehilfe. Dazu kamen 29 Brandeinsätze. 11 Mal sorgten Brandmeldeanlagen für Alarm, 8 Freiflächen und 9 Gebäude sowie 1 Pkw brannten. Die Drehleiter oder andere Gerätschaften wurden angefordert, die Einsatzkräfte übernahmen Verkehrssicherungen, retteten Tiere und waren für 3 Sicherheitswachen zuständig. Der Mitgliederstand im Aktivenbereich erhöhte sich auf 55 Einsatzkräfte, nachdem 2 Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr erfolgten und 3 Neuaufnahmen verzeichnet wurden. Dem stehen 1 Austritt und 3 Übertritte in den passiven Mitgliederbereich gegenüber. Die Wehr verfügt zudem über 28 Atemschutzgeräteträger und 28 ausgebildete Maschinisten, davon 18 mit dem Führerschein Klasse C und 20 Kräfte die in der Absturzsicherung ausgebildet sind. Eine ganze Palette an Übungen und Unterrichte arbeiteten die Floriansjünger im Jahr 2018 ab. Nach Dienstplan standen 61 unterschiedliche Aufgabenbereiche an. Diese Zahl sei jedoch ein Trugschluss, denn in Wirklichkeit standen 172 Termine zu den verschiedensten Themen an. 1513 Aktive leisteten 2850 Stunden. „Das ist nicht ohne“, versicherte der Kommandant. Wenn gleich er kritisierte, dass nur 70 Prozent der Mannschaft an diesen Stunden beteiligt sind. „Einige erachten diese Ausbildung anscheinend als nicht für wichtig und erscheinen zu diesen Übungen gleich gar nicht.“ Deswegen wies Dobmayer eigens darauf hin, dass Feuerwehrdienst nicht zum Spaß gemacht werde, „sondern um Menschen in Not zu helfen, denn das ist uns eine Pflichtaufgabe“. Dobmayer erinnerte noch einmal an die verschiedenen Blockausbildungen. Für die neue Drehleiter unterzogen sich etliche Kameraden einer Bedienerschulung in Karlsruhe. Daneben legten die Feuerwehrleute die verschiedensten technische Hilfeleistungen ab. Als Drehleitermaschinist ließ sich Reinhard Lehner in Regensburg ausbilden und ein Tagesseminar THL LKW/Busunfälle besuchte Anton Schwägerl in der Bezirkshauptstadt, außerdem auch einen Schiedsrichterlehrgang und einen Zugführerlehrgang absolvierte Thomas Beierl. Bei den 25 verschiedenen Ausbildungen wurden 93 Teilnehmer mit 1150 Stunden festgehalten. Insgesamt leisteten die Einsatzkräfte rund 4000 Stunden für die Aus- und Fortbildung. Das hört sich viel an, wer aber den Fuhrpark und die Gerätelisten der Vohenstraußer Stützpunktwehr kennt, weiß, dass diese Ausbildungen unbedingt notwendig sind. „Die Leute die uns zur Unterstützung holen, vertrauen darauf, dass wir uns bestens mit den Geräten auskennen und diese auch beherrschen.“ Acht Ausbilder sind zudem von der Vohenstraußer Wehr grenzüberschreitend in der Landkreisausbildung tätig. Auch dafür addierten sich 250 Stunden zusammen. Die 13 Brandschutzunterweisungen die größtenteils Peter Grosser in den Kindergärten, in der Grundschule, im Förderzentrum oder im Walter-Siegert-Caritasheim unternahm, schlagen mit immerhin 70 Stunden zu Buche. Dafür gab es Sonderapplaus.

Die beeindruckenden Zahlen ließen auch Bürgermeister Andreas Wutzlhofer nicht unberührt. Allein 130 000 Euro stecke die Stadt in den laufenden Unterhalt der Stützpunktwehr. „Heuer ist es ein entspannteres Jahr ohne Neuanschaffungen.“ Der Verkehrssicherungsanhänger verbessere die Sicherheit der Einsatzkräfte hauptsächlich auf der Autobahn, erkannte das Stadtoberhaupt. Ein Wunsch der kürzlich auch dem Bürgermeister einmal vorgetragen wurde, sei die Beschaffung für das Tanklöschfahrzeug 16/25 das mittlerweile auch schon in die Jahre gekommen ist. Der Stadtrat wird sich noch heuer mit dem Thema TLF 3000 beschäftigen, das im Vorfeld angesprochen wurde. „Das wird höchstwahrscheinlich die nächste Neuanschaffung werden“, versicherte der Rathauschef, der aber keineswegs dem Stadtratsgremium vorgreifen wollte. „Es soll kein Dogma sein, dass man einen automatischen Anspruch nach 30 Jahren hat, aber es wird zunehmend schwieriger dann noch Ersatzteile zu besorgen wenn Reparaturen anstehen.“ Der Bürgermeister zeigte ebenso Verständnis, dass man bei der Feuerwehr technisch auf dem neuesten Stand sein möchte.

Alle Berichte hätten Kreisbrandrat Marco Saller gezeigt, dass aktive Wehr und Verein als Räder ineinandergreifen und zwei Säulen darstellen. Die 197 Einsätzen hätten gezeigt, dass sich die Stützpunktwehr unter den Top 3 im Landkreis Neustadt/WN befindet. Diese Einsätze müssen erst einmal bestritten werden. Dafür galt sein Dank. „Der große Fuhrpark will bedient und die Leute in der Feuerwehrschule ausgebildet werden.“ Für diese zeitintensive Arbeit sprach er ebenfalls sein Lob aus. Die Vohenstraußer Feuerwehr werde auch zukünftig nicht minder in dieser Intensität gefordert werden. Für die eigentliche Brandaufgaben, für die eine Feuerwehr früher ins Leben gerufen wurde, werde sie nur mehr zu einem Drittel gefordert. „Das Alltagsgeschäft sind heutzutage technische Hilfeleistungen und dafür ist die Feuerwehr Vohenstrauß bestens aufgestellt.“ Saller wünschte den Feuerwehrkräften eine immer gesunde Rückkehr von ihren Einsätzen.

Aufnahmen und Beförderungen:

In der Jahreshauptversammlung wurden auch neue aktive Mitglieder per Handschlag in die Mitte der Kameraden aufgenommen: Vahan Armenakian, Claudia Feneis, Magdalena Süss und Markus Weig. Zum Oberfeuerwehrmann oder -frau beförderte Kommandant Mario Dobmayer Vinzenz Kellner aus Straßenhäuser, Verena Kunz und Julian Schön. Hauptfeuerwehrmann dürfen sich ab sofort Markus Glaser und Michael Kellner nennen und zum Oberlöschmeister wurde Christoph Schmid ernannt. Hauptlöschmeister ist ab sofort Thomas Beierl.

Für 60 aktive Dienstjahre wäre Gerhard Kreuzer geehrt worde, der aber nicht anwesend war. 40 Jahre sind es bei Brigitte Süss, die lange Zeit die einzige Feuerwehrfrau der Vohenstraußer Feuerwehr war und dem Verein spezielle Dienste als Hausmeisterin und „Mädchen für alles“ leistete. Kein Termin im Gerätehaus, bei dem die Wehr auf die Mitarbeit von Brigitte Süss verzichten hätte können. 40 Jahre Treue halten Gerhard Bauer und Hubert Burger. 30 Dienstjahre sind es bei Markus Süss und 25 Jahre bei Markus Glaser und Michael Kellner. Letztere erhalten heuer im Rathaus das Ehrenzeichen und gingen deshalb bei der Feuerwehr leer aus. Auf 20 Dienstjahre blicken mittlerweile Tobias Götz und André Hilburger zurück und Jakob Gleixner und Johannes Sommer sind seit zehn Jahren im Dienste der Feuerwehr unterwegs.

Atemschutz und Katastrophenschutz:

Im vergangenen Jahr wurde auch das Atemschutzleistungsabzeichen für den Bezirk mit 187 Feuerwehrtrupps aus ganz Bayern in Vohenstrauß abgehalten. „Es war die bisher größte Anzahl an Teilnehmern“, informierte Dobmayer. Ohne Brigitte und Katrin Süss hätte die Feuerwehr bei diesem Termin, wie auch vielen anderen, nicht Gastgeber sein können, erwähnte der Kommandant lobend. Während 1500 Einsatzkräfte bei der Katastrophenschutzübung in Cham mit 2000 Zuschauern teilnahmen, wütete in der Region ein Unwetter, das alle verbliebenen Kräfte forderte. Bei diesem Unwetter wurden allein in Vohenstrauß 40 Einsätze gemeldet, die mit den umliegenden Feuerwehrleuten abgearbeitet wurden, dazu kam zeitgleich ein Unfall auf der Autobahn. Stellvertretender Kommandant Albert Burger hatte mit seinem Team alle Hände voll zu tun. Reinhard Lehner hob der Kommandant ganz besonders hervor, der den kompletten Fuhrpark der Stützpunktwehr in Miniaturform nachbaute. Den Eigenunfall mit dem Löschfahrzeug bei Glatteis sprach Dobmayer ebenfalls an. Das Auto habe genau den Zweck erfüllt und seine Mannschaft geschützt. „Wenn die Schutzausrüstung kaputt geht und dem Personal nichts passiert, dann hat es seinen Zweck erfüllt.“

Der Kommandant informierte die Teilnehmer ebenso über Neuanschaffungen. So wurden zwei neue Laptops angeschafft, 30 Spinde für die Jugendumkleide für rund 5000 Euro und Feuerlöscherübungsgeräte für 5000 Euro. Um technisch auf dem neuesten Stand zu bleiben, wollen die Wehrleute einen neuen Verkehrssicherungsanhänger. Außerdem soll im Erdgeschoß der Umbau der sanitären Einrichtungen erfolgen. In Richtung Stadt schickte der Kommandant seinen besten Dank für die großzügige Unterstützung in allen Belangen was das Feuerwehrwesen betrifft.

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