Vohenstrauß
25.06.2023 - 13:46 Uhr

Tauffest im Naturbad in Vohenstrauß in wundervoller Atmosphäre

Die Evangelische Kirchengemeinde feiert mit dem Tauffest im städtischen Freibad eine Premiere. Die Feier geht vielen Teilnehmern richtig zu Herzen.

In einer einzigartigen Atmosphäre spendete Stadtpfarrerin Carmen Riebl am Sonntag in Vohenstrauß sechs Kindern und Jugendlichen die Taufe. "Wir haben sechs neue Gemeindemitglieder bekommen", rief sie voll Freude ins versammelte Volk. Sommer, ganz viel Sonne, milde Temperaturen, kühles Wasser und mittendrin die Evangelische Kirchengemeinde. Wenn eine Pfarrerin im schwarzen Talar während einer Tauffestfeier freimütig bis zur Hüfte ins Wasser steigt, dann stockt so manchem Zuschauer der Atem. Doch Stadtpfarrerin Carmen Riebl, die den ersten Tauffestgottesdienst im gesamten Dekanat Weiden im städtischen Freibad unter freiem Himmel initiierte, strahlte mit einem Lächeln vollkommene Ruhe aus.

An der Hand einen Täufling, der wiederum auch von seiner Patin mit ins 21,7 Grad Celsius kühle Nass geführt und anschließend untergetaucht wird. „Eine coole Idee“, finden viele begeisterte Teilnehmer, die spontan für diesen außergewöhnlichen Akt applaudieren. Das Naturfreibad entpuppte sich am Sonntag auch als wunderbare Ruhe-Oase mit viel Sonne und blauem Himmel sowie angenehmen Temperaturen. Lena und Stefanie Mittelmeier sowie Michael Ertl am Piano schenken der Gestaltung mit „Casamento“ den wunderbaren Ton dazu.

Luftballons und Blumen

Mit dem Stempelaufdruck „Meine Taufe – ein Segen“ wurden die Gäste bereits am Eingang von Hermann Bibel und Anke Mittelmeier empfangen. Schon nach dem Betreten fallen die mit Luftballon und Blumen dekorierten Tische der neuen Kioskbetreiber Stefan und Theresa Stahl ins Auge. Die Taufe von Mia Neigum, Mona Müller, Tim Stiebitz und den drei Geschwistern Sophia, Jonathan und Noah Zweers sollte ein außergewöhnlicher Akt werden, denn er fand nicht, wie sonst üblich in der Kirche, sondern im Freibad statt. Claudia Reinl trug eine Bibelstelle vor, in der es hieß: „Dann nahm er die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.“ Diese Segen gab Pfarrerin Riebl umgehend weiter und segnete die Täuflinge mit dem Zeichen des Kreuzes.

Danach durften einige Kinder die Lust hatten, die extra ins Freibad transportierte hölzerne Schatzkiste öffnen. Zum Vorschein kamen verschiedene Hüte, die „uns behüten und schützen“. Gott setzte den Menschen auch einen Hut auf. Jeder Mensch trägt ihn, doch wir können ihn nicht sehen, führte die Pfarrerin aus und spielte damit auf den Segen Gottes an. Nach den Tauffragen an die Eltern und Paten beantworteten auch die Täuflinge die an sie gestellten Fragen, denn es waren keineswegs Babys gekommen, sondern Kleinkinder und Jugendliche, die ihre Antworten schon selbst geben können.

Taufkrug aus Zinn

Anschließend folgte die Taufzeremonie. Bei den kleineren Kindern am Beckenrand des Freibads. Das Wasser schöpfte die Pfarrerin mit dem zinnernen Taufkrug aus dem Becken. Mit den größeren Buben schritten Pfarrerin, Taufpatin und Täufling mutig ins Wasser und tauchten sie in das kühle Nass ein. „Bleib bei ihnen, was auch immer sie tun, wo auch immer sie hingehen. Von dir kommt Liebe. Du bist Liebe: lass sie das fühlen. Jeden Tag neu. Wenn alle fort sind – sei du da. Wenn sie allein sind – sei du bei ihnen.“ Anschließend spendete Carmen Riebl allen Familien der Neugetauften den Familiensegen.

Uli Münchmeier und Claudia Reinl überreichten den Täuflingen den Taufspruch, eine Kinderbibel und die meist im Vorfeld selbst kreierte Taufkerze, die angezündet war. Am Ende der Feier brandete großer Applaus auf und vollkommen beseelt von diesem wunderschönen Akt verließen viele Besucher das Freibadgelände und bedankten sich noch persönlich mit Tränen in den Augen bei der Pfarrerin. Münchmeier sprach für alle: "Danke, für dieses wunderbare Erlebnis."

 
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