12.06.2018 - 11:09 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Vohenstrauß weiter flüssig

Die Stadt Vohenstrauß erhöht ihr Begrüßungsgeld für Neugeborene. Künftig dürfen sich die frischgebackenen Eltern in der Großgemeinde auf 100 Euro freuen. Die Geburtenzahl 2018 hinkt der des vergangenen Jahres aber etwas hinterher.

Die Brauchwasser-Entnahmestelle beim Bauhof ist immer noch gesperrt. Manche Nutzer fahren seitdem nach Unterlind, um sich mit Brauchwasser zu versorgen.
von Josef ForsterProfil

(fjo) Ein Antrag des JU-Ortsverbands stellte das seit 1990 unveränderte Begrüßungsgeld von 50 Euro in Frage. Zu den von der Verwaltung erhobenen Leistungen der Gemeinden im Landkreis kommentierte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer: "Da mussten wir feststellen, dass wir mit unserem Betrag anderen Kommunen im Landkreis weit, weit hinterherhinken." Für nach dem 1. Juli geborene Kinder schlug er dem Gremium deshalb eine Erhöhung auf jeweils 100 Euro vor.

Darüber hinaus gab es Informationen zur Entwicklung der Geburtenzahlen: "Heuer läuft es wieder mäßig, nachdem wir letztes Jahr mit 68 Geburten ein vergleichsweise gutes Jahr verzeichnen konnten." Bei 27 Geburten stehe die aktuelle Statistik, ergänzte Angelika Anzer von der Verwaltung. Martin Gleixner (FW) wollte im Beschluss zur Erhöhung des Begrüßungsgeldes eine künftige "formlose Antragstellung" durch die Eltern verankert wissen. Nachdem er dafür jedoch in der Diskussionsrunde ausschließlich ablehnende Wortbeiträge erhielt, zog er seinen Antrag zurück.

Lob für Markus Kindl

Eine Portion Wehmut ließ sich deutlich heraushören: "Es ist eigentlich schade, dass er jetzt raus ist. Er hätte gerne weitergemacht. Ich hoffe, dass er dadurch seinen Mut nicht verliert", meinte Hans Bayerl. "Das muss man in einer Demokratie akzeptieren, auch wenn es aus unserer Sicht bedauernswert ist. Das ist das legitime Recht des neuen Kreisbrandrats", antwortete Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Die Rede war vom ehemaligen Kreisbrandmeister Markus Kindl aus Oberlind, dem beide Sprecher gute Arbeit bescheinigten.

Während Bayerl ihm ein Lob aussprach: "Er hat das vorbildlich gemacht in allen Bereichen", attestierte auch der Bürgermeister der langjährigen Führungskraft in der jüngsten Stadtratssitzung: "Er war allgemein in all seinen Leistungen unwahrscheinlich fleißig und brachte stets neue Elemente ein." Kämmerer Rainer Dötsch erläuterte die Änderung der Feuerwehrsatzung und kommentierte: "In der Zwischenzeit hat sich viel getan, vor allem durch eine umfangreiche Rechtsprechung." Mit dem aktuellen Wortlaut sehe sich die Stadt "immer mehr Rechtsstreitigkeiten, besonders durch Versicherungen, ausgesetzt." Mit der Anpassung des Regelwerks könne die Verwaltung "künftig gelassener einer gerichtlichen Auseinandersetzung entgegensehen", was auch die Stadträte einheitlich so sahen. Gleixner vermisste jedoch die "Anerkennung der Leistung von Ehrenamtlichen" bei der Gesetzgebung.

Auf Bitten von Kommandant Klaus Rupprecht von der Feuerwehr Altenstadt kann die dort beabsichtigte Kinderfeuerwehr den Status einer gemeindlichen Einrichtung erhalten. Auch hier läge es wieder an den privaten Versicherungsunternehmen, welche diesen Schritt notwendig machten. Werde die Nachwuchsgruppe nur auf Vereinsebene gestellt, seien Probleme vorprogrammiert. Mit einer städtischen Lösung werde die kommunale Haftpflicht zuständig, wofür eine Zustimmung im Stadtrat ausreichend sei.

Die Verantwortung gehe dadurch auf die Kommandanten über, erläuterte Dötsch. Bevor sich die Stadträte geschlossen hinter das Ansinnen Rupprechts stellten, ergänzte der Bürgermeister, dass keine Schutzbekleidung für die Kinder notwendig werde. Zudem wäre die Einhaltung der Bestimmungen zum Schutz der Minderjährigen gegeben, zumal weiblich geschultes Personal in Form von Erzieherinnen zur Verfügung stünde, ergänzte Hans Gollwitzer.

Lob an die Vereine

Ein "großes, dickes Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben, dass es beim Stadtfest so toll abgelaufen ist", erwähnte Wutzlhofer im Rahmen seiner Mitteilungen. Auf die Vereine und Feuerwehren sei Verlass: "Ich finde das klasse, dass sich die Vereine ganz toll in die öffentlichen Belange einbringen", was die Stadträte mit Beifall untermauerten. Gleixner dankte Bürgermeistern, Verwaltung und allen Helfern aus Reihen der Stadt "weil alles so reibungslos lief". Martha Bauer gab das "Lob einer auftretenden Gruppe gerne weiter", bat für das nächste Mal um eine "größere Hauptbühne".

Info:

Trinkwasserversorgung gesichert

„Das unglaublich trockene Wetter seit Ende April“ beunruhigte Stadträtin Gabi Eichl (SPD), die deshalb um Auskunft bat: „Wie schaut es mit unseren Trinkwasser-Quellen aus? Es hat doch fast nicht geregnet. Sollten die Bürger deshalb nicht auf ein Rasengießen verzichten?“

Antwort gab es von Bauamtschef Hans Balk, der unter Hinweis auf die regelmäßige Stabilisierung im Winterhalbjahr anmerkte, dass die Quellschüttungen selbst „keine Probleme“ erzeugten. Nach drei oder vier der vier Wochen Hitze steige zwar erwartungsgemäß der Tagesverbrauch in der Großgemeinde von 1000 auf 1500 Kubikmeter. Darauf sei die Stadt durch den Anschluss an die Steinwaldgruppe jedoch „gut darauf eingerichtet“ und die Bezahlung des bezogenen Trinkwassers richte sich zudem nach dem Jahresdurchschnitt.

„Es besteht keine Gefahr, dass die Versorgung zusammenbricht.“ Jedes Trinkwassersparen wäre trotzdem sinnvoll, weshalb er an die Vernunft der Nutzer appellierte. Warum die Leute mit Autoanhängern derzeit bis nach Unterlind fahren, um dort höchstens 650 Liter holen zu können, stellte Wutzlhofer aber in Frage. Hintergrund war die gesperrte Brauchwasser-Entnahmestelle beim Pflegeheim „Am Leraubach“. Zur Thematik informierte das Stadtoberhaupt über die Absicht, eine weitere Entnahmestelle beim Ausbau des Hütbrunnenwegs zu schaffen, zumal das im Bereich des Zedernbergs gesammelte Quellwasser derzeit ungenutzt ablaufe. Noch keine rechte Lösung wusste die Stadtverwaltung auf die Nachfrage von SPD-Fraktionssprecher Heinrich Rewitzer: „Was kann die Stadt unternehmen, damit eine Verunreinigung nicht mehr vorkommt?“

Balk sicherte eine Prüfung zu: „Wenn technisch etwas machbar ist, dann prüfen wir das.“ Zudem seien dem Verursacher die Kosten bereits angedroht. Die Aussagen ergänzte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer: „Aber eine Aufsicht runter zu stellen, das ist nicht möglich.“ (fjo)

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