10.07.2019 - 15:37 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Vohenstraußer Beckenkeller werden Fledermausdomizil

Fledermäuse halten von Anfang November bis Ende März Winterschlaf. In den Vohenstraußer Beckenkellern haben sie nun eine weitere Quartiermöglichkeit. Das ist dem Einsatz einer fleißigen Truppe zu verdanken.

Wenn viele Hände anpacken, ist in den Beckenkellern schnell aufgeräumt. Das zeigen die Jusos, der SPD-Ortsverein, die TV-Judoka und weitere Unterstützer.
von Elisabeth DobmayerProfil

Judo-Abteilungsleiter Bernd Koller sprüht vor neuen Ideen: Das soziale Engagement soll in der Abteilung des Turnvereins nicht zu kurz kommen, wie er mit den Mädchen und Jungs in der Vergangenheit bei Säuberungsaktionen in Wald und Flur schon mehrmals bewiesen hat. Jetzt hat er mit seinem fleißigen Team und Mitgliedern der Jusos und des SPD-Ortsvereins, die sich gerne dieser Aktion anschlossen, in der Pleysteiner Straße vor den dortigen historischen Bierlagerkellern, den so genannten “Beckenkellern” Aufräumarbeiten angestoßen.

Seine Nachwuchssportler lernten außerdem etwas über die Geschichte. „Die Keller sind seit Generationen in Familienbesitz“, erklärte einer der Eigentümer Klaus Fuchs. Seine Mutter stammte aus der Lehner-Bäckerei in der Pleysteiner Straße und als dort auch noch Bier gebraut wurde, dienten die kühlen Felsenkeller als Lagerstätte. Heute stehen diese alten Gewölbekeller längst leer und dienen als Nistplatz für Fledermäuse. „Diese nachtaktiven Säugetiere stehen unter Naturschutz und so ist das Bereitstellen solcher Gewölbe ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz“, versicherte der Initiator.

Mit der Zeit ist der Zugang zugewachsen und weil die Kellertüren normalerweise nicht verschlossen sind, sammelten sich auch im Inneren des Felsendomizils neben Bauschutt und Wurzelwerk auch alte Glasflaschen, Altmetall und verschiedener anderer Müll an. Auf Initiative von Bernd Koller gedieh in Vorgesprächen mit Besitzer Klaus Fuchs, dem Bund Naturschutz und dem Fledermausbeauftragten Josef Schieder aus Leuchtenberg der Plan, den Keller auf Vordermann zu bringen umso das Nisten der Fledermäuse zu erleichtern. Mit vereinten Kräften räumten Judoka, Jusos und SPD-Ortsverein eimerweise Schutt und Müll aus dem Keller und befreiten den Zugang von wilder Vegetation, bevor der Boden dort mit einem Bagger zugänglicher gemacht wurde. Nachbar Hubert Grossmann war von der Aktion so begeistert, dass er spontan mit schwerem Gerät anrückte und der Truppe tatkräftig half. „Wenn in diesem Jahr Nistplätze für die geflügelten Bewohner geschaffen wurden, soll die Tür versperrt werden und ein Schild am Eingang auf das unterirdische Habitat hinweisen“, versicherte Koller. „Die Fledermäuse gelangen jedenfalls durch Sichtschlitze in den Türen in und aus dem Keller“, führte Josef Schieder aus.

Wenn viele Hände anpacken, ist in den Beckenkellern schnell aufgeräumt. Das zeigen die Jusos, der SPD-Ortsverein, die TV-Judoka und weitere Unterstützer.
Fledermausbeauftragter Josef Schieder hilft ebenfalls tatkräftig mit.
Initiator Bernd Koller (hinten) war an vorderster Front bei den Aufräumarbeiten dabei.
Fledermausbeauftragter Josef Schieder half ebenfalls tatkräftig mit.
Die Judokas lernten auch geschichtliches über die Beckenkeller.
Die Jugendlichen hatten ihre Freude an der Arbeit. Immerhin dürfen jetzt Fledermäuse in die Kellerräume einziehen. Das kommt bei den Mädchen und Jungs an.
Fledermausbeauftragter Josef Schieder half ebenfalls tatkräftig mit. Da wurde gekehrt, geschaufelt und Müll entfernt.

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