Die Stadtpfarrkirche Maria Immaculata in Vohenstrauß steht nach über einem Jahr aufwendiger Innenrenovierung vor der Wiedereröffnung. Am 4. Oktober wird das mit einem Festgottesdienst gefeiert, zu dem Weihbischof Josef Graf aus Regensburg erwartet wird. Vor wenigen Wochen öffneten sich nach langer Zeit die Türen der Stadtpfarrkirche wieder, und viele Menschen warfen gespannt einen ersten Blick in die Kirche.
Hinter den lange verschlossenen Türen fand eine gewaltige Veränderung statt. Die Renovierung war mit rund 1,95 Millionen Euro veranschlagt. Trotz zahlreicher Herausforderungen liegt die aktuelle Kostenschätzung etwa 35.000 Euro darunter, informiert das Architekturbüro Christian Schönberger aus Oberviechtach, das die Renovierung begleitete. Rund 50 Prozent der Bausumme beziehungsweise der förderfähigen Kosten werden durch die Bischöfliche Finanzkammer getragen. Die übrigen 50 Prozent müssen von der Pfarrgemeinde selbst gestemmt werden. Knapp 300.000 Euro gingen an Spenden ein.
Großes Gerüst war notwendig
Der letzte Gottesdienst vor Beginn der Arbeiten fand im vergangenen Jahr am 17. August statt. Danach entfernte man sakrale Gegenstände, schützte die Orgel, baute die Elektroanlage zurück und ersetzte die Eingangstüren durch Bautüren. Wo sonst Gläubige Platz nahmen, wuchs ein gewaltiges Gerüst in die Höhe.
Unter dem Natursteinboden liegt eine wassergeführte Flächenheizung. Deshalb mussten Punkt- und erhöhte Flächenlasten unbedingt vermieden werden. Die zunächst beauftragte Gerüstbaufirma meldete Bedenken und zusätzliche Kosten an – der Auftrag wurde entzogen. Erst einige Wochen später konnte ein neuer Gerüstbauer mit den Arbeiten beginnen, und die Kirchenmaler der Firma Rudolf und Martin Eis GmbH aus Lappersdorf übernahmen die Regie mit Skalpell, Pinsel und Farbe. Besonders eindrucksvoll ist die Veränderung der Raumschale. Sie wurde aufwendig gereinigt und neu getüncht. Schadhafte Putzstellen verschwanden, neue Putzflächen wurden durch die Kirchenmaler aufgebaut.
Der Kirchenraum wirkt dadurch jetzt wieder heller und freundlicher. Dabei ging es nicht darum, aus der traditionsreichen Kirche, deren Grundstein am 10. Juli 1927 gelegt wurde, etwas völlig Neues zu machen. Vielmehr sollte das Vertraute bewahrt und die Kirche gleichzeitig für die Zukunft gerüstet werden.
Technik ist nun zeitgemäß
Die Kirche erhielt eine moderne LED-Beleuchtung, die Elektroanlage wurde erneuert und die Lüftung kann künftig automatisch und bedarfsgerecht gesteuert werden. Die moderne Technik bleibt dabei weitgehend im Hintergrund. Sie soll nicht auffallen, sondern den Kirchenraum heller, angenehmer und komfortabler machen.
Auch bei der Sicherheit und Ausstattung gibt es Verbesserungen. Die Verantwortlichen erneuerten Türen und Verglasungen, brachten zusätzliche Geländer an, polsterten Kniebänke und erneuerten Sitzbankauflagen. Die Gut-Tod-Kapelle erhielt eine neue Stufenanlage. In der Sakristei wurden unter anderem die Fenster erneuert oder aufgearbeitet und neue Möbel eingebaut. Besonders umfangreich waren die Arbeiten im Kellergeschoss. Dort erneuerten die Arbeiter die Toilettenanlage vollständig, ordneten Lagerräume neu und setzten Böden, Wände sowie die Entwässerung instand.
Im Frühjahr und Sommer liefen die Arbeiten parallel auf Hochtouren. Nach der Sommerpause begann der Endspurt: Die Arbeiter schlossen die letzten technischen Arbeiten ab, Kunstgegenstände kehrten zurück, die Bautüren verschwanden und sie stellten die Beleuchtung exakt ein. Zum Abschluss reinigten und pflegten sie den Natursteinboden gründlich und brachten die neuen Sitzbankauflagen an.
Weitere Arbeiten folgen
Wenn am Sonntag, 4. Oktober, um 9.30 Uhr zum Festgottesdienst die Glocken läuten und die Gläubigen wieder unter dem Gewölbe Platz nehmen, wird vieles vertraut und manches doch anders sein. Hinter den knapp zwei Millionen Euro Investition stehen nicht nur viele Baumaßnahmen, sondern der Wunsch, einen besonderen Ort für die kommenden Jahrzehnte zu bewahren.
Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten mit der Wiedereröffnung noch nicht: Die Kirchenorgel aus dem Jahr 2000 wird anschließend noch gründlich gereinigt. Diese Arbeiten sollen bis Ende des Jahres bewerkstelligt sein. Dekan Alexander Hösls Dank gilt insbesondere der Kirchenverwaltung mit Kirchenpfleger Werner Hanauer. „Die vergangenen Jahre waren für die Kirchenverwaltung eine enorme zeitliche und persönliche Herausforderung.“ Unzählige Sitzungen waren notwendig, dazu die regelmäßigen Termine, Gespräche mit Firmen, Fachstellen und Planern und immer wieder Entscheidungen, die oft kurzfristig getroffen werden mussten. Der Kirchenpfleger war während der Bauphase nahezu täglich auf der Baustelle. Auch für Stadtpfarrer Hösl waren die vergangenen Jahre mit erheblichen zeitlichen Belastungen verbunden. „Umso größer ist jetzt die Freude, dass wir gemeinsam auf das Ergebnis schauen dürfen. Wir haben nicht nur eine renovierte Kirche, sondern einen Kirchenraum bekommen, der uns neu staunen lässt.“




















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