08.01.2021 - 10:43 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Wenige Einsätze, aber ein sehr großer für Vohenstraußer Feuerwehr

Feuerwehr-Chronist Gerhard Stahl blickt auf das Pandemie-Jahr zurück, das die Wehr weniger bei Einsätzen forderte, aber auch die Kameradschaft auf der Strecke ließ.

Beim Großbrand in der "Chipsihalle" in Eslarn waren die Vohenstraußer Einsatzkräfte der Feuerwehr mit der Drehleiter vor Ort.
von Elisabeth DobmayerProfil

Die Frage der Floriansstüberl-Wirtin Katrin Süss an die Feuerwehrkameraden nach dem letzten Unterrichtsabend Anfang März, ob das traditionelle Starkbierfest stattfinden könne, erübrigte sich wenige Tage später wegen des verordneten Lockdowns. "Das Übungsleben der Stützpunktwehr war nach diesem letzten Unterrichtsabend ebenfalls zu Ende – einfach eingefroren", betont der Schriftführer Gerhard Stahl in seinem Rückblick auf 2020. Statt des gewohnten Vortrags in der Jahreshauptversammlung gibt es seine Bilanz nun schriftlich.

"Nur wegen einiger Wochen Übungspause verlernen die erfahrenen Kameraden ihre Kenntnisse nicht, aber es wurden Monate." Auch die jungen Aktiven und die Jugendgruppe durften nicht mehr üben. „Besonders wurde das kameradschaftliche Beisammensein nach den Übungen vermisst“, beschreibt Stahl die Situation. „Den Nachwuchs bei der Stange zu halten war eine große Herausforderung für unsere Jugendwarte.“ Auch Lehrgänge und Leistungsprüfungen fielen aus. Erst Ende Juli konnten unter Auflagen wieder Übungen stattfinden. Mitte Oktober war erneut Schluss. Die zunächst für drei Wochen angeordnete Einstellung des Übungsbetriebes wurde inzwischen über das Jahresende hinaus mehrfach verlängert. "Es sieht nicht so aus, als ob bald Erleichterungen kommen könnten."

Auch das Vereinsleben kam seit Mitte März mehr oder weniger zum Erliegen: kein Starkbierfest, kein Florianstag, keine Festbesuche, kein Vereinsausflug, keine Bewirtung bei den Serenaden, keine Ferienaktion "Kinder bei der Feuerwehr", kein Weinfest, keine Weihnachtsfeier, und jetzt, gleich zum Jahresanfang und auch kein Preisschafkopf. Die Feuerwehr befürchtet, dass viele Veranstaltungen ein zweites Mal ausfallen werden.„Wie überall in unserer Gesellschaft entdeckte manch einer unser Kameraden in dieser Zeit ohne Termine das Familienleben neu, andere litten eher unter dem Gefühl, daheim eingesperrt zu sein“, berichtet Stahl.

Der Brand in der "Chipsi"-Halle in Eslarn war wohl der arbeitsintensivste Einsatz der Feuerwehrkameraden im vergangenen Jahr.

Das Jahr 2020 schließt mit 118 Einsätzen. Das sind weniger als in den Vorjahren – eine positive Folge von Corona. Auf den Straßen, besonders auf der grenzüberschreitenden Autobahn A 6, war monatelang wenig Verkehr, was zu weniger Unfalleinsätzen führte, es gab keine Veranstaltungen, daher waren keine Transparente aufzuhängen und es gab keine Sicherheitswachen. „Wegen Corona hatten wir stattdessen 21 Logistik-Einsätze für den Katastrophenschutz des Landkreises. "Meist waren das Transporte von Schutzausrüstungen, die zum Teil am Gerätehaus anfangs sogar unter Polizeiaufsicht an die in Schlange stehenden Berechtigten ausgegeben wurden." Für die Feuerwehrleute sei dies eine völlig neue Erfahrung gewesen.

Trotz der Einschränkungen seien immer genügend Aktive ans Gerätehaus gekommen, auch wenn wegen der verringerten Fahrzeugbesetzung nicht alle mitfahren konnten, freute sich Stahl. „Zum Glück blieben wir vor stundenlangen Einsätzen, wie einer Häufung von Unwettereinsätzen, verschont.“ Einzig der Brand der "Chipsi"-Kartoffelhalle in Eslarn Anfang November war mit rund 13 Stunden Einsatzzeit intensiver.

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