10.07.2020 - 12:19 Uhr
VorbachOberpfalz

Aufwändige Sanierungsarbeiten belasten Kirchensäckel

Das Gerüst steht schon – ein gutes Zeichen für den Beginn der Renovierung der Filialkirche St. Anna in Vorbach. Die Kirchenstiftung hofft auf großherzige Spenden.

Die Baugerüste an der Vorbacher Filialkirche St. Anna künden von einer größeren Baumaßnahme.
von Robert DotzauerProfil

Nach einer langen Vorplanung und zähen Verhandlungen mit der Diözese Regensburg kann die Pfarrei mit dem ersten Bauabschnitt zur Restaurierung von St. Anna beginnen. Für Pfarradministrator Pater Adrian Kugler, Kirchenpfleger Robert Biersack und die Kirchenverwaltung ein großer Moment. Nach Ausschreibung und Submission haben in diesen Tagen die Gerüstbauarbeiten begonnen. Der Bauabschnitt 1 umfasst die Erneuerung großer Teile des Dachstuhles und die Dacheindeckung. Hinzu kommen Spengler-, Elektro- und Blitzschutzarbeiten. Auftragnehmer sind die Firmen Gerüstbau Fritsche aus Speichersdorf, die Baufirma Kreuzer aus Störnstein für die Dachdecker- und Zimmererarbeiten und die Firma Wiesnet-Holzbau aus Schlammersdorf für das Gewerk der Spenglerarbeiten. Den Auftrag für die Baumeisterarbeiten erhielt die Schirmitzer Firma Reim & Kraus. Den Blitzschutz installiert dir Firma Kopp aus Weiden.

Benefizkonzert für Filialkirche St. Anna

Vorbach

Eigentlich wollte die Kirchenverwaltung „nur“ die Innenraumschale etwas auffrischen, heißt es im Kirchenanzeiger. Nach dem Erstbesuch des Baureferates der Diözese schon im April 2013 sei klar gewesen, dass aus der angedachten Renovierung eine weitaus größere Baumaßnahme entstehen sollte. Ein Großprojekt, das mit Blick auf die Gesamtrestaurierung auch Sinn mache, wie Pater Adrian feststellte. Die Raumschale allein zu renovieren, wäre ohne die gleichzeitige Erneuerung des Dachstuhles nicht hilfreich gewesen.

Die Klosterpfarrei nennt für den ersten Bauabschnitt von St. Anna Kosten in Höhe von 334.000 Euro. Zuschüsse in Höhe von insgesamt 233.000 Euro erwartet die Kirchenstiftung Vorbach von der Diözese, der Gemeinde Vorbach und vom Bezirk. Der verbleibende Anteil von gut 100.000 Euro sei für die Kirchenverwaltung eine riesige Herausforderung, bemerkte Kirchenpfleger Biersack. Viel Lob gab es in diesem Zusammenhang für die Kirchenverwaltungen von Speinshart, Oberbibrach und Tremmersdorf. Aus allen drei Orten sei finanzielle Unterstützung zugesagt worden, freute sich Vorbachs Kirchenpfleger. Trotzdem gebe es bei begrenzten Eigenmitteln eine gewaltige Summe zu stemmen. Hingewiesen wurde zudem auf weitere Sanierungsabschnitte. In einem zweiten Bauabschnitt hat die Kirchenverwaltung die Innenrenovierung zu bewältigen.

Pater Adrian und Robert Biersack verwiesen deshalb auf Sammlungen einmal im Monat in den Gottesdiensten. Ankündigungen seien dem Kirchenanzeiger zu entnehmen. Spenden können beim Kirchenpfleger Biersack, in der Sakristei und bei Pater Adrian abgegeben werden. Eine Überweisung ist auch auf das Spendenkonto der Kirchenstiftung Vorbach mit dem Stichwort „Renovierung der Kirche St. Anna“ möglich. Das Konto ist bei der Volksbank/Raiffeisenbank Nordoberpfalz DE10 7539 0000 0007 5323 00 eingerichtet.

Mit dem Beginn der Sanierungsarbeiten werden ab sofort alle Gottesdienste im Saal des Gemeindezentrums Vorbach gefeiert. In der Regel finden zwei Gottesdienste pro Woche jeweils am Mittwoch und Sonntag statt. Der nächste Gottesdienst am kommenden Sonntag, 12. Juli, um 19 Uhr ist mit einer besonderen und seltenen Feier verbunden. In der heiligen Messe werden die Sakramente des Christwerdens der Taufe, der Firmung und der Eucharistie gespendet.

Info:

Ein barockes Dorfkirchlein

Die Filialkirche St. Anna gehörte bis 1921 zur Urpfarrei Mockersdorf. Mit dem neu aufblühenden Kloster Speinshart kamen die pfarrlichen Rechte 1921 zur neu gegründeten Expositur Oberbibrach. Die Historie von St. Anna ist facettenreich. Eine erste Kirche wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Verbunden mit dem Einzug des Kalvinismus in der „Oberen Pfalz“ war die Entfernung der spätmittelalterlichen Innenausstattung. Ende des 16. Jahrhunderts wird nur noch von einem Kruzifix und einigen gemalten Bildern in der St. Annakirche berichtet. Der aus Amberg herbeigerufene Baumeister Wolfgang Dietzenhofer leitete nach der Rekatholisierung einen neuen Kirchenbau ein. Bis 1707 kamen neue Altäre des Kemnather Schreiners Ignaz Schricker hinzu. Ein neues Altarblatt fasste der Künstler Martin Wild aus Auerbach. Um 1760 installierte die Pfarrei einen neuen Altar, der heute noch steht. Ebenfalls im 18. Jahrhundert kam es zu weiteren Sanierungsarbeiten. Unter anderem wurde aus einer flachen Holzdecke eine stuckierte Spiegeldecke. Im Rahmen der letzten Baumaßnahme wurde 1980 das Langhaus nach Westen erweitert und der Innenraum grundlegend renoviert. Schließlich bekam St. Anna ergänzend zur würdevollen Ausstattung im Jahr 1987 eine neue Orgel. (do)

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