12.02.2020 - 10:08 Uhr
VorbachOberpfalz

CSU will Gespräche mit der Deutschen Bahn führen

In Zeiten des Klimawandels ist auch der Stellenwert der Deutschen Bundesbahn wieder gestiegen. Der CSU-Ortsverband Vorbach möchte dies für einen neuen Vorstoß nutzen.

"Auch ältere Bürger möchten und können in der Gemeinde mitgestalten und wollen vertreten werden", begründete Hermann Schmid seine Beweggründe auf der CSU-Liste zu kandidieren.
von WMIProfil

"Die Wege freimachen, soweit dies von der Gemeinde geleistet werden kann. Das ist: ein wichtiges Anliegen, ein ganz offenes Politikverständnis und ein verbindendes Element", bezeichnete CSU-Bürgermeisterkandidat Alexander Goller beim gut besuchten politischen Frühschoppen im Sportheim ein Kernanliegen der Christlich Sozialen Union für die kommenden Jahre.

Bevor sich die Gemeinderatskandidaten vorstellten, ging Goller auf einige "wegweisende Weichenstellungen, die die Gemeindepolitik in den nächsten Jahren bestimmen werden" ein und stellte "ein Thema für Vorbach" zunächst in den Vordergrund. Dazu informierte er, dass die Deutsche Bahn Netz AG im Jahr 2023 im Gemeindebereich zwei Brücken erneuern werde, unter anderem die wichtige Brücke über die Kreisstraße NEW 5. Zudem gäbe es auch noch das alte nicht mehr genutzte Bahnhofsgelände. "Welche Möglichkeiten sehen wir, das Gelände wieder zu nutzen? Wäre gar ein Halt der Bahn, zumindest früh, vormittags und abends möglich?", fragte Goller in den Raum. Oder wäre die Schaffung von Parkplätzen auf dem Gelände der DB AG – in Pacht oder als verkauftes Grundstück – zu verwirklichen, um etwa der Firma Novem zusätzliche Parkplätze zu verschaffen, warf er die Vorstellungen des Ortsverbandes in die Runde.

Vorgespräche mit der Geschäftsführung der Firma Novem dahingehend hätten bereits stattgefunden, zudem sei sogar eine neue Zufahrtsbrücke vom Bahnhof aus über die Gleise ins Werk angedacht worden, informierte der Bürgermeisterkandidat weiter. "Damit würden die Anwohner nicht nur in der Industriestraße enorm entlastet werden", war er sich sicher. Mit Hilfe der CSU-Mandatsträger wolle man dazu den Kontakt zu hochrangigen Vertretern der DB Netz AG sowie zu leitenden Baudirektoren herstellen, um die verschiedenen Möglichkeiten auszuloten. Parallel dazu seien Bürgergespräche und die Erfassung von Pendlerströmen geplant. "In Neu-Voita steht eine ältere Brücke, die aktuell für den Autoverkehr gesperrt ist. Wenn man die mit in die Planungen einbeziehen könnte, würde es sich um eine bezirksübergreifende Initiative handeln, die auch landespolitische Unterstützung finden könnte", hofft Goller.

Als ein weiteres Ziel nannte er die aktive Mitgestaltung der Zukunft des Kindergartens in Schlammersdorf durch die Gemeinde. Als eine Art Pilotprojekt bezeichnete er die Anschaffung eines Elektrobusses zur Beförderung der Kinder, dessen Finanzierung bereits zugesagt sei. "Dieser Elektrobus würde sich gerade für kurze Strecken anbieten und könnte in ein Gesamtprojekt eines klimaneutralen Kindergartens eingebunden werden", erklärte er. Für den laufenden Betrieb wären sicher viele Bürger bereit, sich im Rahmen einer Vereinsstruktur einzubringen, ist sich Goller sicher.

Für die anstehende große Dorferneuerung in Oberbibrach wünschte sich der Ortsvorsitzende eine möglichst große Bürgerbeteiligung, sei es als Einzelpersonen oder in Form von Vereinen. Einzelne Teilprojekte sollten dabei ebenso im Mittelpunkt stehen wie auch Konzepte, die sich etwa mit der Biberbachsanierung auseinandersetzten. Ideen und Konzeptentwürfe aus der Bevölkerung könnten durchaus auch mit einem Preis durch die Gemeinde belohnt werden.

Großen Raum nahm die Vorstellung der Kandidaten für das Gemeinderatsgremium ein. Goller merkte dazu an, dass die Liste so vielschichtig sei, wie man es sich nur wünschen könne – in allen Vereinen vertreten, verschiedenste Berufsgruppen und unterschiedlichen Alters. So wünscht sich etwa Irmi Bauer, dass es wieder einen Kindergartenbus gibt und der Schulstandort in Oberbibrach erhalten und gesichert wird. Für Landwirt Hermann Nickl steht ein fairer Umgang und eine faire Entlohnung der Bauern im Vordergrund. Ebenso macht er sich Sorgen um die Leerstände in den Ortskernen. "Ich habe studiert und will hier bleiben. Deswegen engagiere ich mich für die Gemeinde", betont Marius Meier. Er findet das Mietshaus der Gemeinde in Vorbach eine gute Investition, da viele – auch besonders junge Leute – bezahlbaren Wohnraum suchen. Er kann sich so ein Projekt auch durchaus für Oberbibrach vorstellen. Marga Kreutzer freut sich über viele Kinder in der Gemeinde. Daher ist sind ihr die Sportanlagen und Spielplätze wichtig. Investiert müsse jedoch auch in die schon teils fünf Jahrzehnte alte Wasserleitung, mahnt sie an. Annelies Weber schlägt vor, dass man einen möglichen Kindergartenbus auch für Arztbesuche einsetzen könnte.

Julian Bauer dagegen wünscht sich eine stärkere Unterstützung für die Landwirtschaft, setzt auf eigene Erzeugnisse und eine autarke Energieversorgung. "Bestand erhalten, Zukunft gestalten", ist ein Schlagwort für Markus Schicketanz, der sich ebenfalls für die Landwirtschaft und die Stärkung des westlichen Landkreises einsetzen will. Einen ehrlichen sachlichen Umgang in der Gemeinde priorisiert Herbert Betzl. "Der Staat ist ein schlechter Unternehmer", findet Martin Wiesend. Ein gutes Beispiel dafür sei der Dorfladen in Vorbach. Er möchte das Defizit im Dorfladen verringern und hat dafür Vorschläge in der Schublade. Dabei setzt er aber auch im Besonderen auf seinen Bürgermeisterkandidaten Goller, der sich "gerade hier aufgrund seiner Erfahrungen als Fachmann einbringen kann".

"Hut ab vor Eurer guten Liste, Euer Wahlprogramm und für die sehr gute Präsentation", lobte Landtagsabgeordneter Tobias Reiß die Kandidaten. Er versprach sich für den Erhalt der Grundschule und die Mittagsbetreuung in Oberbibrach einzusetzen. Auch bot er seine Hilfe für die anstehende Dorferneuerung mit der Sanierung des Biberbachs an. Hier galt sein besonderer Dank Martin Wiesend, der sich gerade dafür besonders engagiere. "Die Bundesbahn hat insbesondere seit der Klimadebatte eine ganz andere Lobby. Ich glaube schon, dass sich hier die Interessen und Vorhaben gegenüber den Vorjahren geändert haben", unterstützte er die Pläne des CSU-Ortsverbandes. Bezüglich der Debatte um die Landwirtschaft bedauerte er, dass die Leistungen der Landwirte zu kurz kommen und forderte dazu auf, deren wichtige Arbeit für die Natur, der Erzeugung von Lebensmitteln und der bayerischen Kultur immer wieder zu betonen und zu schätzen.

"Ihr führt einen hervorragenden Wahlkampf mit bewundernswerter Fairness und stellt Sachthemen in den Vordergrund", zollte MdL Tobias Reiß dem CSU-Ortsverband seinen Respekt.
"Ich freue mich über die Gespräche mit unseren Bürgerinnen und Bürgern und habe bisher noch keine negativen Erfahrungen im Wahlkampf gemacht", freute sich der Bürgermeisterkandidat der CSU. Bestens vorbereitet, fachlich kompetent und sehr sympathisch stellte Dr. Alexander Goller das Wahlprogramm der CSU im Sportheim vor.
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