13.07.2020 - 12:29 Uhr
VorbachOberpfalz

Drei Sakramente in einer Feier

Taufe, Erstkommunion und Firmung kurz hintereinander – und das im Sonntagsgottesdienst: In Vorbach wird die bisher konfessionslose Manuela Ueckert, aus Thüringen stammend, in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen.

Mit dem Spenden des Weihwassers über dem Taufbecken und mit der Salbung durch Pfarrer Adrian Kugler wird Manuela Ueckert zur Christin. Taufpatin Regina Groher (rechts) beobachtet die Zeremonie.
von Robert DotzauerProfil

Am Sonntagabend war in Vorbach einiges anders. Seit dem Beginn der Sanierung der Filialkirche St. Anna werden Gottesdienste im großen Saal des Gemeindezentrums gefeiert. Und dort fand nun die ganz außergewöhnliche Zeremonie des „Christwerdens“ während der Messe statt. Pfarrer Adrian Kugler spendete die drei Sakramente der Taufe, Firmung und Eucharistie sowie damit verbunden die sieben Gaben der Weisheit und der Einsicht, des Rates, der Erkenntnis und der Stärke, den Geist der Frömmigkeit und der Gottesfurcht.

Der Seelsorger merkte schon zu Beginn an, dass sich das Christsein nicht auf einen Eintrag in der Lohnsteuerkarte beschränke. Den griechischen Begriff „Baptizein“ erläuternd – zu Deutsch als "eintauchend" übersetzt –, bedeute das Wort für Christen das Eintauchen in den Geist Gottes, sagte er. Durch diesen Geist bekomme der Mensch ein neues Leben.

Während des Gottesdienstes folgten dann die Taufe im vorbereiteten Taufbecken, die Salbung mit Chrisam als Zeichen der Aufnahme in das Volk Gottes und die Übergabe der brennenden Taufkerze als symbolischer Empfang von Christi Licht. Nach der Taufe von Manuela Ueckert streifte der Prior des Klosters Speinshart dem erwachsenen Täufling das weiße Taufkleid der Reinheit über.

Der Ritus endete mit dem Segensgebet für das neue Mitglied der Pfarrgemeinde, für die Patin und für die mitfeiernden Gläubigen, ehe viel Beifall erklang. „Gott hat mir viele Personen zur Seite gestellt, die meinen Weg begleitet haben“, sagte die neue Christin nach der feierlichen Zeremonie. Zu diesem Freundeskreis gehört auch Taufpatin Regina Groher.

Die Entscheidung von Manuela Ueckert sah Pfarrer Adrian Kugler als großes Geschenk für die Pfarrei an. Eigentlich sollte die Vorbacherin schon in der Osternacht in Regensburg von Bischof Rudolf Voderholzer getauft werden. Das verhinderte die Corona-Pandemie. Nach einigen Monaten des Wartens war es dann am Sonntagabend soweit. Eine Erwachsenentaufe mitzuerleben und mitzufeiern, war auch für die Vorbacher ein besonderes Erlebnis und eine Herzensangelegenheit.

Den großen Tag für Manuela Ueckert und die Pfarrgemeinde beschrieb der Seelsorger in seiner Ansprache mit dem Beginn einer Bewusstwerdung, Gottes geliebtes Kind zu sein. „Wir brauchen ein ganzes Leben, um zu lernen, an unsere Taufe zu glauben“, zitierte er den amerikanischen Franziskanerpater Richard Rohr. Zu diesem Geschenk zählte der Prediger auch die Feststellung, dass sich Gottes Liebe nicht an Leistungen und Taten knüpfe.

Mit Blick auf das Geschenk der Taufe erinnerte Pater Adrian an die Symbolkraft der Glaubensgemeinschaft, die mit diesem Sakrament verbunden sei. „Kirche will zuallererst Weggemeinschaft sein, damit einer des anderen Last trage“, betonte er. „Auch wenn viele Menschen heutzutage diese Botschaft nicht mehr so sehen.“ Der Imageverlust der Kirche führe sogar dazu, dass Betende oder Kirchgänger belächelt werden.

Kugler appellierte mit Blick auf diese Entwicklung an die Gläubigen, den Mut aufzubringen, offen zum Glauben zu stehen und mit den sieben Gaben des Heiligen Geistes Jesu Wort zu erkennen und nach ihm zu leben. Die Feier umrahmte festlicher Volksgesang, begleitet von Florian König an der Orgel.

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Mit der Unterschrift im Protokoll bestätigt Manuela Ueckert ihren Eintritt in die Katholische Kirche.
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