15.04.2021 - 11:07 Uhr
VorbachOberpfalz

Vom eigenen Balkon Solarstrom ernten: Gemeinderat Vorbach unterstützt Initiative der Ortsgruppe des Bund Naturschutz mit Förderung

"Balkonkraftwerk" nennt Gabi Fraunholz ihre Idee. Die Ortsvorsitzende des Bund Naturschutz wirbt in Vorbach für klimafreundliche Sonnenenergie. Auch die Gemeinde soll dazu einen Beitrag leisten.

Energiegeladen plädierte Gabi Fraunholz im Namen der Ortsgruppe des Bund Naturschutz für die kommunale Förderung von Mini-Photovoltaikanlagen.
von Robert DotzauerProfil

Stromkosten sparen und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun: Kleine Solarkraftwerke für den Eigenbedarf machen es möglich.

Sie heißen "Plug-and-Play-Solar", "Balkonkraftwerk" oder "Guerilla-PV": Hinter diesen Begriffen verbergen sich kleine Photovoltaikanlagen mit einem maximalen Nennwert von 600 Watt. Sie ermöglichen es Verbrauchern, ihren eigenen Solarstrom zu produzieren – und das ohne behördliche Genehmigung. Auch Mieter sind dazu berechtigt, wenn der Vermieter zustimmt.

Selbstversorgung macht unabhängiger

Für Gabi Fraunholz, Vorsitzende der Ortsgruppe des Bund Naturschutz, sind diese Mini-Anlagen eine klimafreundliche Alternative zu Kohle- und Atomstrom. In der Sitzung des Gemeinderats warb die Oberbibracherin für ein Stück Unabhängigkeit von der Strompreisgestaltung der Energieversorger.

Optisch unterstützt von einem drei Quadratmeter großen Solar-Panel erläuterte sie die schon weit vorgeschrittenen Überlegungen für Selbstversorger, mit Hilfe der Sonne Kosten zu sparen und gleichzeitig einen kleinen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels zu leisten. „Baue an Deiner Zukunft“, hieß deshalb auch der Leitgedanke der Präsentation, in der die Umwelt-Aktivistin die Vorzüge des Projekts aufzeigte.

Die Montage klingt komplikationslos. „Man muss die Module einschließlich Wechselrichter, der den produzierten Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt, nur an einem passenden sonnigen Ort montieren und mit dem vorinstallierten Stecker ans häusliche Stromnetz anschließen“, erklärte Gabi Fraunholz. Auch eine Eigenmontage sei möglich.

Der finanzielle Aufwand amortisiere sich bei zwei Panels à 300 Watt installierter Leistung in einem überschaubaren Zeitraum von circa 5 Jahren. Für viele weitere Jahre könne man sich dann an der kostenlosen Lieferung von Sonnenenergie erfreuen, merkte Fraunholz an.

100 Euro jährliche Stromkosten-Ersparnis

Sie verwies bei einer 600-Watt-Kraftanlage auf Stromkosten-Einsparungen von etwa 100 Euro jährlich, auf die lange Lebensdauer der Module und – gemessen an der Lebensdauer – auf eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes von ungefähr 2,5 Tonnen. „Schon mit wenig Aufwand ist man 'Energiewender' und Vorbild für den Nachbarn“, betonte die Rednerin zusammenfassend.

An diese Vorbildfunktion erinnerte die Bund-Ortsvorsitzende auch Bürgermeister und Gemeinderat. Eine finanzielle Förderung durch die Kommune würde ein Zeichen für Klimaschutz und Energiewende setzen, argumentierte sie.

Unter diesem Aspekt sah auch Bürgermeister Alexander Goller die „Balkonstrom-Offensive“. Er empfahl einen Zuschuss von 100 Euro je Anlage bei gleichzeitiger jährlicher Deckelung auf 50 Projekte, und daraus folgernd einen jährlichen Etatansatz von 5000 Euro.

Wie solle sich der Gemeinderat dann bei künftigen Förderanträgen für größere Photovoltaikanlagen verhalten, um eine Gleichbehandlung sicherzustellen? Mit dieser Fragestellung von Christian Friedrich konfrontiert, traf das Gremium zur Bezuschussung größerer Solarflächen allerdings noch keine Entscheidung.

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Eine Förderung sei zwar vorstellbar. Man solle jedoch in einem überschaubaren Zeitfenster zunächst nur eine Anschubfinanzierung für kleine Projekte unterstützen, befand Bürgermeister Alexander Goller. Auch Sebastian Pittner empfahl, vorerst nur die "Balkonstrom-Initiative" zu begleiten und für Großanlagen in Ruhe zu überlegen.

Eine gute Idee – auch für Kämmerer Michael Eisner: Denn eine massive Förderung von großen Photovoltaikanlagen sprenge den kommunalen Aufgabenbereich, merkte dieser an. Die Entscheidung zur Unterstützung der Balkon-Solarstrom-Initiative der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe fiel schließlich einstimmig.

Hintergrund:

"Balkonstrom-Offensive"

  • Für eine komplette Mini-Photovoltaikanlage mit 600 Watt Leistung fallen laut Gabi Fraunholz unter Berücksichtigung von Auf Sonderkonditionen für die BN-Ortsgruppe Investitionskosten von 465 Euro brutto an.
  • Notwendig ist eine Geräteanmeldung beim Netzbetreiber. Dieser prüft dann, ob ein Stromzähler mit Rücklauf-Sperre vorhanden ist oder ein Austausch ansteht.
  • Neuerdings muss die Mini-Anlage auch im Markt-Stammdatenregister der Bundesnetzagentur angemeldet werden.
  • Bestellungen sind bis zum Ende der Aktionswochen am 15. Mai 2021 unter Telefon 09205/785 möglich. (do)
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