10.10.2019 - 12:43 Uhr
VorbachOberpfalz

Entdeckungstour durch Falkenberg

Acht Jahrzehnte zurück blicken die Teilnehmer am Familienausflug des CSU-Ortsverbands Vorbach. Ziele der Tagesfahrt sind die Burg Falkenberg und deren Umgebung.

JU-Kreisvorsitzender Matthias Grundler (links) und Bürgermeister Herbert Bauer (rechts) führen die Besucher vom CSU-Ortsverband Eschenbach durch die Burg Falkenberg.
von Walther HermannProfil

In der kleinen Marktgemeinde Falkenberg erwarteten die Ausflügler eine mittelalterliche und dennoch hochmoderne Burg, die Konterfeis eines hochrangigen Diplomaten, ein für manche fast hochalpin wirkender Steig, ein traditioneller Schafflmacher und ein Felsenkeller, in dem Zoiglbier lagert.

Nachdem die Burg Falkenberg jahrhundertelang als Ruine dastand, baute sie Friedrich Werner Graf von der Schulenburg in den 1930er-Jahren wieder auf. Der deutsche Botschafter in Moskau wollte in der Oberpfalz seinen Lebensabend verbringen. Als Mitwirkender am Hitler-Stalin-Pakt 1939 hoffte er, den Zweiten Weltkrieg verhindern zu können. Seine Beteiligung am Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 bezahlte Schulenburg mit seinem Leben.

Dies und noch viel mehr erzählten Bürgermeister Herbert Bauer und Burgbeauftragter Matthias Grundler, der als JU-Kreisvorsitzender auch in Vorbach gut bekannt ist, den CSUlern. Die Besucher erfuhren auch, dass erst in jüngster Zeit Funksprüche entschlüsselt wurden, aus denen hervorgeht, dass die Burg Falkenberg gegen Kriegsende zur Führungszentrale für Konzentrationslager gemacht werden sollte.

Bauer berichtete von der Veräußerung der Burg durch die Familie Schulenburg an die Gemeinde, die die gesamte Anlage mit erheblicher Förderung für neun Millionen Euro sanierte. Gemeinsam mit Grundler führte er die Ausflügler durch Schulenburg-Museum, Tagungssäle, Fremdenzimmer, „hochdekorierte“ Toiletten und zu einem Aufzug, der vom Marktplatz durch den Granitfelsen hindurch bis ins oberste Stockwerk der Burg führt. Sie wurde damit nahezu barrierefrei. Da die Burgführer auf eine Gage verzichteten, übergab die Gruppe eine Spende von 150 Euro als Beitrag zum Erhalt der Burg.

Dem Mittagessen im urigen „Roten Ochsen“ schloss sich ein „waghalsiger" Spaziergang an: Der Steig hinter der Burg führte über rutschiges Laub und vorbei an schroffen Abhängen bis zum Wackelstein. Klein und Groß brachten den tonnenschweren Stein tatsächlich zum Wackeln.

Nach einem Abstecher in die Pfarrkirche erreichten die Ausflügler die Werkstatt von Schafflmacher Wilhelm Staufer. Die Handwerkskunst des 84-Jährigen zog auch die Kinder in ihren Bann. Obwohl zum Zusammenfügen der Bretter eigentlich drei Hände gebraucht werden, schafft Staufer dies allein.

Vielfältig sind die Kunstwerke, die in seiner Werkstatt zu bewundern waren. Während sein Vater sogar Brautröge baute, beschränkt sich Wilhelm Staufer auf Butterfässer, Bierbottiche, Badewannen und "Schaffln". Und so ganz nebenbei unterrichtet er Brauchtumspfleger aus Freilandmuseen. Als Gastgeschenke bekamen die Besucher mehrere gebundene Reiserbesen und gleich vor Ort selbstgebrautes Zoiglbier.

Mehr davon gab es im eindrucksvollen Felsenkeller der Familie Staufer, einem der größten und besterhaltenen in Falkenberg. Die beiden Staufer-Kinder Christa und Willi fungierten dabei als Fremdenführer.

Zur Heimfahrt steuerte die Gruppe zunächst die Petersklause in Großbüchlberg an. Während sich die Erwachsenen bei einer Tasse Kaffee wärmten, arbeiteten die Kinder draußen fleißig mit dem hydraulischen Bagger im Sandkasten. Letzter Halt vor der Heimat war schließlich das Drehlokal Steinwaldhaus in Pfaben. Bürgermeisterkandidat Alexander Goller dankte Richard Hofmann für die Planung und Vorbereitung der Fahrt, bei der auch die Geselligkeit nicht zu kurz kam.

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