2024 konnte Vorbach noch aus dem Vollen schöpfen. 5 Millionen Euro betrug dank sprudelnder Gewerbesteuerquellen die Zuführung zum Vermögenshaushalt der Kommune. 2025 kehrte sich die finanzielle Entwicklung um. Wegen Gewerbesteuerrückzahlungen in Millionenhöhe musste der Verwaltungshaushalt gestützt werden. Ein Szenario, das mit der Gewinn- und Verlustrechnung des größten Arbeitgebers in der Kommune zusammenhängt. Dieser Entwicklung zum Trotz zeichnete Bürgermeister Alexander Goller in der Bürgerversammlung das Bild einer fortschrittlichen und zukunftsfähigen Gemeinde.
Grundschule ein Lieblingsprojekt
Vor einer überschaubaren Besucherkulisse hielt sich der Gemeindechef im kühlen Saal des Gemeindezentrums nach dem Blick in den schrumpfenden Gemeindesäckel mit Zahlen nicht länger auf. Nach der Frohbotschaft über die steigende Einwohnerzahl zeigte Alexander Goller eine ermutigende Entwicklung der Kommune auf, mit Blick auf die erfreuliche Zahl von 14 Geburten. Eine Voraussetzung zur Standortsicherung der derzeit 67 Schülerinnen und Schüler zählenden Grundschule, verbunden mit Planungen zur Erweiterung und Modernisierung der kleinen aber feinen Bildungsstätte. Ein Thema, das zu den kommunalen Schwerpunktthemen der nächsten Jahre gehört. Das Raumordnungskonzept beinhaltet Modernisierungen, Barrierefreiheit, eine neue Küche, Lernwerkstatt, Fluchttreppe und Werkraum.
Vollzug meldete der Bürgermeister für eine Reihe von „Projekt-Highlights“. Die Liste abgeschlossener oder laufender Maßnahmen waren lang. Teilweise Kostenübernahme der Kita-Erweiterung in Schlammersdorf, Kräutergarten, Streuobstwiesen, Brückensteg, Rad- und Gehweg-Sanierungen in Oberbibrach und die Sanierung der Aussegnungshalle in Vorbach, die Fortschritte für einen Brauereiraum in Vorbach, ein Streuobstpakt mit derzeit über 200 Neuanpflanzungen und die aktive Mitgestaltung der Energiewende in Form eines Energie-Coachings für die Bürgerschaft.
Radwegbau in den Startlöchern
Der Leistungsbilanz folgten Informationen zu vielen Projekten, die zum Teil bereits vor ihrem Start stehen. Als Beispiele nannte Goller den Radwegbau nach Schlammersdorf, zum Großteil finanziert mit Fördermitteln von Bund, Land und Landkreis, den Glasfaservollausbau, die 20-kV-Erdverkabelung des Bayernwerks, einschließlich Trafo-Stationen in Oberbibrach und energetische Sanierungsmaßnahmen für das Gemeindezentrum und das Alte Schulhaus in Oberbibrach.
Neue Bahnbrücken
Zu den weiteren Themenschwerpunkten gehörten die bevorstehenden Bahnbrücken-Sanierungen der Bahnstrecke Nürnberg-Schirnding in Vorbach, Höflas und Neuvoita. Kostenträger für die Erneuerung der Brücke in Vorbach sei die Deutsche Bahn. Mit dem Einschub der Brückenteile rechnet Goller im Herbst 2026. Im Zuge der Erneuerung obliege der Gemeinde die Aufgabe, die Trassenführung der Trinkwasserleitung im Bereich der Brückendurchfahrt zu sichern.
Bauland schaffen
Aufgemerkt hieß es schließlich zur Baulandoffensive der Gemeinde. Der Gemeindechef kündigte die Baulanderschließung für das Baugebiet in der Neustädter Straße in Oberbibrach für das kommende Jahr an. Bauleitplanungen gebe es zudem für die Baugebiete Weinberg II in Oberbibrach und Dornäcker III in Vorbach. Viel Geduld müssen Bürgermeister, Rat und Biberbach-Anlieger bei der Hochwasserplanung in Oberbibrach aufbringen. Nach der Hochwasserkatastrophe im Jahr 2020 steckt das Schutzkonzept unter Berücksichtigung eines 100-jährigen Hochwassers (HQ 100) immer noch in der Planungsphase. Anstelle von Rückhaltebecken werde derzeit ein Gerinneausbau im Ortskern mit Aufweitungen und mit Brückenersatzbauten an der Kreisstraße und am Schützenhaus favorisiert.
Eher im fortgeschrittenen Stadium befinden sich die Überlegungen zur Intensivierung der Dorfladen-Umsätze. Goller sprach von „Einkaufsoptimierungen mit Umsetzungsbegleitungen“. Den Wintergartenanbau für den Dorfladen machte er ergänzend zum Zuschuss aus dem Gütesiegel-Programm Heimatdorf vom Anzapfen weiterer Fördertöpfe abhängig.
Starker Gemeinschaftsgeist
Der Bericht endete mit einer besonderen Würdigung des ehrenamtlichen Wirkens vieler Gemeindebürger und dem Engagement der Gemeindebeauftragten Marga Kreutzer (Seniorenarbeit), Dominik Eckert (Jugend) und Anneliese Weber (Familien).



















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