13.05.2020 - 12:29 Uhr
VorbachOberpfalz

Irmgard Bauer zweite Bürgermeisterin

Alles neu macht der Mai. Die Redewendung, aus dem lyrischen Kulturgut stammend, gilt ein bisschen auch für den Vorbacher Gemeinderat.

Mit 7:6 Stimmen wählt der Gemeinderat Irmgard Bauer aus Oberbibrach zur neuen zweiten Bürgermeisterin. "Ich verspreche ein faires Miteinander", versicherte die neue Vizechefin der Gemeinde unmittelbar nach dem Wahlgang.
von Robert DotzauerProfil

Fünf neue Ratsmitglieder, davon vier neue Gesichter bei den Freien Wählern - demnach zwei Drittel der Fraktion -, leuten zum einen einen Generationswechsel ein. Die Maienbotschaft von "frisch und frei", wie es in dem Fünfzeiler aus Kindertagen heißt, setzt sich jedoch fort, wie ein neuer Bürgermeister, mit drei weiblichen Mitgliedern eine Frauenoffensive in der CSU-Fraktion und eine neue zweite Bürgermeisterin zeigen.

Die konstituierende Sitzung der neuen Wahlperiode begann im Sitzungssaal des Gemeindezentrums ebenfalls mit einer Frau im Mittelpunkt. Marga Kreutzer, seit 18 Jahren im Gremium und ältestes Ratsmitglied, war es vorbehalten, den neuen Bürgermeister Dr. Alexander Goller zu vereidigen. Es war eine ehrenvolle Aufgabe, die Kreutzer mit leuchtenden Augen zelebrierte. Nicht minder feierlich schwor Goller anschließend die fünf neuen Gemeinderatsmitglieder Dominik Eckert, Christian Friedrich, Martin Kräml, Alexander Thurn und Anneliese Weber auf das Grundgesetz, die Bayerische Verfassung und die Selbstverwaltung ein.

Der Bürgermeister verband diese Zeremonie mit einem Appell an das gesamte Gremium, seine Entscheidungen am Gemeinwohl zu orientieren und mit einer transparenten Gemeindepolitik die Menschen mitzunehmen. Mit diesen Maßstäben werde auch der „Aufbruch 2020“ mit ambitionierten Projekten zum Erfolg führen. Als zentrales Projekt nannte Goller die Dorferneuerung in Oberbibrach.

Nach dem einstimmigen Verzicht der Ratsversammlung auf einen dritten Bürgermeister schlug er als Stellverteterin Irmgard Bauer vor. Der neue Gemeindechef begründete seine Empfehlung mit dem Wohnort der Kandidatin im größten Ortsteil der Gemeinde und ihrer guten Vernetzung in der Vereinswelt. Zudem trage man dem Engagement der Frauen und deren Gleichberechtigung auch in der Politik Rechnung.

Für die FWG-Fraktion plädierte Martin Kräml für Manfred Plößner. Der Gemeinderat bezog sich auf das Wählervotum, verwies auf die jeweils sechs Sitze der beiden Fraktionen und erinnerte an die vielen Beteuerungen im Wahlkampf, das Miteinander zu fördern. Vor diesen Hintergründen in herausfordernden Zeiten sei es gerechtfertigt, mit Plößner einen guten Mann mit viel Kompetenz und Erfahrung zum Bürgermeister-Stellvertreter zu wählen, sagte Kräml.

Die geheime Wahl mit Wahlberechtigung auch des Bürgermeisters führte zum knappsten aller Ergebnisse: Die Auszählung ergab 7:6 Stimmen für die CSU-Gemeinderätin. „Ich verspreche ein faires Miteinander“, versicherte Irmgard Bauer daraufhin.

Personelle Entscheidungen bestimmten auch den weiteren Verlauf der konstituierenden Sitzung. Nach der Bekanntgabe der Fraktionssprecher Stephan Meier (CSU) und Sebastian Pittner (FWG) bestellte das Gremium Dominik Eckert zum Jugendbeauftragten. Die Aufgabe des Seniorenbeauftragten sollten sich Gerhard Retzer und Marga Kreutzer teilen. Nachdem Kreutzer den Rückzug des bisherigen Seniorenbetreuers Retzer bekannt gegeben hatte, wählte das Gremium Marga Kreutzer zur Nachfolgerin.

Für den Rechnungsprüfungsausschuss benannte die CSU-Fraktion als Mitglieder Martin Wiesend, Irmgard Bauer und Tobias Lautner. Vertreter der FWG sind Christian Friedrich, Alexander Thurn und Martin Kräml. Den Vorsitz führt Martin Wiesend, Stellvertreter ist Christian Friedrich.

Sitz und Stimme hat die Gemeinde Vorbach in der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach. Als sogenanntes geborenes Mitglied gehört Bürgermeister Alexander Goller von Amts wegen dem Gremium an. Als weitere Mitglieder entsendet der Gemeinderat Stephan Meier und Manfred Plößner in die VG-Versammlung.

Zu besetzen waren zudem die Vertreter Vorbachs in den Verbandsversammlungen der Zweck- und Schulverbände. In den Wasserzweckverband „Vorbacher Gruppe“ entsendet der Gemeinderat neben dem Bürgermeister als geborenem Mitglied Irmgard Bauer, Marga Kreutzer, Tobias Lautner, Stephan Meier, Martin Kräml, Dominik Eckert und Sebastian Pittner. In der Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes Schlammersdorf-Vorbach sind der Bürgermeister sowie die Ratsmitglieder Anneliese Weber, Tobias Lautner, Alexander Thurn und Manfred Plößner vertreten.

Automatisch ist der Bürgermeister Mitglied der Verbandsversammlung des Schulverbandes Vorbach-Schlammersdorf, des Schulverbandes Eschenbach und der Gesellschafterversammlung der Neue Energien West. Weiteres Mitglied in der NEW-Neue Energien ist Manfred Plößner.

Ergänzt um einige Feinheiten herrschte bei der Verabschiedung der Hauptsatzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts und der Geschäftsordnung für den Gemeinderat Einstimmigkeit. Eilige Beschlüsse vervollständigten die „Mammutsitzung“. So vergab das Gremium im Zuge der Dorferneuerung den Auftrag für grünordnerische Maßnahmen und den Abbruch von Felsenkellern in Höhe von 17.685 Euro an die Firma Peter Meyer aus Neustadt/WN.

Um die Anmeldung zur Gewässerpflege ging es im nächsten Tagesordnungspunkt. Der Gemeinderat beschloss, dem Zweckverband für die Unterhaltung der Gewässer III. Ordnung Pflegemaßnahmen im Bereich des Biberbaches in Oberbibrach und in Höflas zu übertragen.

Für den Antrag zum Bau eines Einfamilienwohnhauses in Oberbibrach stellte der Rat das gemeindliche Einvernehmen her. Mit Hinweisen des Bürgermeisters auf aktuelle und vor dem Baubeginn stehende Maßnahmen, zum Beispiel in der Vorbacher Schloßstraße, endete der öffentliche Teil der Sitzung.

Im "Sextett" treten die "Neuen" zur Vereidigung an. Im Bild (von links) Anneliese Weber, Christian Friedrich, Bürgermeister Dr. Alexander Goller, Martin Kräml, Dominik Eckert und Alexander Thurn.
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