17.05.2021 - 12:27 Uhr
VorbachOberpfalz

Klimaschutz hat in Vorbach Vorrang

Das Klima wandelt sich. Gefragt ist beim Klimaschutz vor allem auch die kommunale Ebene. Über künftige Handlungsfelder wird im Vorbacher Gemeinderat intensiv diskutiert.

Eine öffentliche E-Tankstelle ähnlich dem Modell auf dem Parkplatz der Firma Rogers in Eschenbach plant der Gemeinderat vor der Grundschule in Oberbibrach.
von Robert DotzauerProfil

Im Focus der Vorbacher Ratssitzungen steht derzeit die Weiternutzung der Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach der Grundschule in Oberbibrach. Die Gewinnung von Sonnenstrom ist Teil des Klimaschutzmanagements der Gemeinde. Einig ist sich das Gremium, zur Energiegewinnung die alte und „runderneuerte“ Sioux-Anlage vom bisherigen Eigentümer zu übernehmen und die Energiegewinnung gemeinsam mit der erst fünf Jahre alten gemeindeeigenen Canadian-Solar-Anlage auf Eigenverbrauch umzustellen. Ein Beschluss mit Wirkung ab 1. Januar 2022, den der Rat einstimmig fasste.

Die Projektziele der Gemeinde gehen jedoch weit darüber hinaus. Zu den Herzensangelegenheiten des Bürgermeisters gehört ein klimaverträgliches Mobilitätsangebot. So gibt es auf Alexander Gollers Vorschlag Überlegungen, vor der Schule eine Elektro-Ladesäule zu installieren. Ein Pilotprojekt brachte das Gremium bereits mit dem Beschluss in der März-Sitzung auf den Weg: eine Bedarfsanalyse einschließlich Wirtschaftlichkeitsberechnung fertigen zu lassen. Zu dieser Projektuntersuchung zur Überschussbewirtschaftung von Sonnenstrom verkündete Goller gute Nachrichten. Er berichtete über den Stand der Untersuchungen und eröffnete mit Blick auf ein Sonderproramm des Freistaates für kommunale Vorhaben des Klimaschutzes mit Zuschussmöglichkeiten bis zu 80 Prozent „rosige Aussichten“.

Es handelt sich allerdings um ein Projekt, für das Sebastian Pittner einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates zum Betrieb einer Ladesäule und eines Elektrobusses vermisste. Zudem wollte Christian Friedrich wissen: „Wer soll einmal den Bus fahren?“ Dazu gebe es genügend Leute, die Bereitschaft signalisiert hätten, versicherte der Bürgermeister. Die Diskussion beendete Tobias Lautner einvernehmlich mit dem Vorschlag, das Thema wegen des Projektumfanges in der nächsten Sitzung weiterzubehandeln.

Eine energetische Trendwende vollzieht sich in der Gemeinde auch bei Projekten zur Wärmeversorgung. Künftig soll die Grundschule Wärme aus der Hackschnitzanlage von Georg Thurn bekommen. Für die Heizungsumstellung und die Anschlüsse an das Nahwärmenetz im Gebäude einschließlich Demontage der alten Anlage lag dem Gremium ein Angebot der Firma Haustechnik Günthner aus Speichersdorf in Höhe von 14.302 Euro vor. Die Vergabe erfolgte einstimmig. Bedingte Akzeptanz fand eine weitere Vergabe an die Firma Günthner. Die Speichersdorfer bekamen zwar mit einer Auftragssumme von 8.167 Euro den Auftrag zur Einrichtung eines Nahwärmeanschlusses des Feuerwehrgerätehauses in Oberbibrach. Doch Martin Kräml, gleichzeitig im Vorstand der Feuerwehr Oberbibrach, bedauerte, dass sich der Vorstand der Wehr mit dem Thema noch nicht beschäftigt habe. Seine Schlussfolgerung: „Erst mit der Wehr sprechen.“ Erst dann sollte man über Zukunftsfragen und Investitionen für das Feuerwehrhaus diskutieren.

„Teile der Elektroheizung sind defekt.“

Manfred Plößner

Stephan Meier empfahl zudem, sich vor einem Nahwärmeanschluss Gedanken über eine Außenisolierung des Gebäudes zu machen, und Manfred Plößner merkte an: „Teile der Elektroheizung sind defekt.“ Deshalb solle man nicht warten. Vorbehaltlich der Prüfung von verpflichtenden Dämmmaßnahmen erfolgte schließlich der Auftrag für den Sekundäranschluss des Feuerwehrgerätehauses an das Nahwärmenetz einstimmig. Der getrennten Betrachtung bedarf der Liefervertrag mit dem Fernwärme-Anbieter.

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