26.07.2020 - 14:39 Uhr
VorbachOberpfalz

Kultur beginnt im Herzen

Soll der Baum Früchte tragen, muss er gepflegt werden. In diesem Sinn leuchtet auch das Vorbacher Kulturleben: Der "Kulturbaum" trägt reichlich Früchte.

"Wer sich für Kultur interessiert, hat mehr vom Leben", sagt Gerd Retzer, der Vorsitzende des Kulturvereins Vorbach.
von Robert DotzauerProfil

Uneigennützig zum Wohl der Bevölkerung tätig zu werden, ist für die Mitglieder des Kulturvereins eine Selbstverständlichkeit. Mit dieser Einstellung badet er im Erfolg, wie sich in der Jahreshauptversammlung beim Dorfwirt zeigte. Mit Kultur im Herzen hielt Vorsitzender Gerd Retzer eine bemerkenswerte Rückschau über das weit über die Gemeindegrenzen hinausstrahlende Kulturleben des Vereins, das coronabedingt im März abrupt unterbrochen wurde.

Deshalb prägten nicht nur positive Nachrichten die Zusammenkunft. Wenige Tage nach dem Rosenmontagsball der Vereine mit dem Kulturverein als einem der "Kümmerer" war Schluss mit lustig. „Niemand hat sich so etwas vorstellen können“, zeigte sich Vorsitzender Gerd Retzer noch immer frustriert. Keine Veranstaltungen, keine Freidamusi, nix: Die Corona-Pandemie war auch für die Vorbacher Kulturschaffenden ein harter Schlag.

„Jetzt müssen wir halt schauen, wie es weiter geht“, zeigte sich Retzer vorsichtig optimistisch. Als ersten Schritte zur Normalität verwies er auf die Wiedereröffnung des Dorfwirtes seit Juni, allerdings nur freitags.

Die Jahreshauptversammlung hatte mit einem Gedenken an Julius Stopfer begonnen, das Gründungsmitglied war am 10. Februar im Alter von 90 Jahren verstorben. Seinen Jahresbericht begann Gerd Retzer mit Hinweisen zur Mitgliederentwicklung. Als "Neue" begrüßte er Sieglinde Biersack, Andrea Burger, Albert Duschner, Angelika und Sabrina Hörl, Christian Lohner und Christa Stopfer. Zugleich traten 5 Mitglieder aus dem Verein aus, so dass dieser derzeit 80 Kulturfreunde zählt.

Nach Anmerkungen zu Besuchen bei Mitgliedern anlässlich runder Geburtstage und zu den Themen der fünf Vorstandssitzungen erinnerte Gerd Retzer rückblickend an das reiche Veranstaltungsangebot des Vereins. Fast immer im Mittelpunkt stand das perfekt abgestimmte Kulturprogramm mit seinen musikalischen und gesellschaftlichen Formaten. Fast schon Kult-Charakter hat dabei die Vorbacher "Freida-Musi" beim Dorfwirt.

Retzer, selbst begnadeter Musiker, verwies auf ein stets volles Haus bei den monatlich stattfindenden Treffen mit immer neuen Überraschungsgästen und Musikanten. Wenn "des Volkes Musi" erklingt, bebt das Gemeindezentrum, hieß es. Das Rezept für das Publikumsinteresse sei einfach, merkte der Vorsitzende an: Bodenständige Stimmungsmusik, gepaart mit original Oberpfälzer und fränkischem Musikgut sowie mitgetragen von den Vorbacher Musikanten, dazu eine herzhafte Brotzeit, kredenzt von Mitgliedern des Kulturvereins – das bewähre sich stets aufs Neue.

Doch nicht nur die stimmungsvolle "Freida-Musi" bewegt das Volk. Der Kulturverein begeisterte mit weiteren einfallsreichen Veranstaltungen. Retzer verwies auf eine ganztägige Truppenübungsplatz-Rundfahrt mit dem Neu-Vorbacher Organisator Colonel James Snyder, den Einsatz beim Dorffest, die Kräuterwanderung im Schmetterlings-, Zeit- und Erlebnisgarten in Nagel mit Einkehr und den zweitägigen Ausflug nach Oberbayern mit Besuch des Theaterstückes „D'Doktabäurin“ in Ebersberg. Zudem erwähnte er die Besonderheit einer Außenveranstaltung mit der "Freida-Musi" und betonte das "Riesenecho" bei der fünftägigen Vorbacher Kirwa.

Auch auf Spezialveranstaltungen im Dorfwirt und im Gemeindesaal ging der Vorsitzende ein: den Besuch von Studenten der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden, das Schlachtschüsselessen und das weihnachtliche Singen und Musizieren im großen Saal des Gemeindezentrums mit 20 Mitwirkenden. Der Veranstaltungskalender des Kulturvereins endete mit Besuchen des Weihnachtskonzertes in Premenreuth, der vereinsinternen Weihnachtsfeier im Dorfwirt und einem Theaterbesuch in Grafenwöhr.

Bemerkenswert waren auch die Sponsoring-Aktivitäten. Herausragend fanden die Mitglieder die Spende an die Kirchenverwaltung zum Kauf eines neuen Lautsprechers. Zur Kenntnis nahmen sie die Gutschein-Spenden des Vereins für das Schulfest und für die Preisschafkopfabende des FC Vorbach und der Krieger- und Soldatenkameradschaft. Retzer sprach nicht zuletzt die Rundfunkgebühren der Gema für den Dorfwirt in Höhe von 335,76 Euro an.

Seinen Bericht beendete er mit einem Dank an alle Helfer für die hervorragende Mitarbeit. „Bei diesem Engagement macht es richtig Spaß, beim Kulturverein zu sein“, betonte er. Als Kirwa-Programm kündigte er ein Krenfleischessen und einen Pizzatag an. Tradition hat schon die Einladung des Vereins an die Schulanfänger.

Keine ordentliche Mitgliederversammlung ohne Kassenbericht. Den erstattete Schatzmeister Alois Hofmann. Die Kassenprüfer Erich Biersack und Berthold Götz bescheinigten eine vorzügliche Kassenführung. Einstimmig erteilten die Mitglieder dem Vorstand die Entlastung. Voll des Lobes war Bürgermeister Alexander Goller. „Der Kulturverein gehört zu den Visitenkarten der Gemeinde“, stellte er in seinem Grußwort fest.

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