16.06.2021 - 11:47 Uhr
VorbachOberpfalz

Oberbibrach: Infoveranstaltungen zum Thema "Mobilfunkmast" sollen Wogen glätten

Die einen sprechen von der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land, die anderen finden Mobilfunkmasten schlecht für die Gesundheit. In Oberbibrach scheiden sich die Geister beim Plan, einen "Handymasten" zu installieren.

Zum Mobilfunkausbau gibt es viele Fragen. Der Saal des Gemeindezentrums Vorbach war deshalb bei der Gemeinderatssitzung mit Besuchern gut gefüllt.
von Robert DotzauerProfil

Die Mobilfunkstrategie des Bundes stößt mancherorts auf ihre Grenzen. Die Anbieter der Telekommunikation müssen Versorgungsaufträge erfüllen – sonst zahlen sie Strafen. Besonders in der Fläche herrscht beim Mobilfunkempfang Unterversorgung. Die sogenannte 4G-Abdeckung ist mangelhaft, auch im Bereich Oberbibrach. An eine 5G-Versorgung ist erst gar nicht zu denken. Ein Mobilfunkmast soll Abhilfe schaffen. Doch davon sind nicht alle Bürger begeistert.

Der Telekommunikationsanbieter 1&1 plant in Erfüllung eines staatlichen Auftrages nordwestlich von Oberbibrach zirka 500 Meter vom Ortsrand entfernt auf Privatgrund die Errichtung eines Mobilfunkmastes. Dagegen regt sich Widerstand. Der Tagesordnungspunkt „Informationsveranstaltungen zum Thema Mobilfunkmast“ lockte zahlreiche Besucher in die Vorbacher Gemeinderatssitzung, darunter offensichtlich viele Kritiker des Projekts, wie aus den ausnahmsweise zugelassenen Wortbeiträgen zu schließen war. Ein heißes Eisen für Rat und Bürgermeister.

Gemeindechef Alexander Goller entschloss sich deshalb, zu Informationsveranstaltungen mit Fachleuten einzuladen. Sie sollen im Juli oder August stattfinden. Als Experten kündigte er Thomas Kurz vom Landesamt für Umwelt an. Kurz soll über mögliche Gesundheitsschäden durch Elektrosmog berichten. Weitere Infos in Form von Impulsbeiträgen soll es durch Joachim Weise aus Bayreuth zum Thema Umweltbelastungen durch Mobilfunkmasten und von Christian Blenk von der Deutschen Telekom über den gegenwärtigen Status des Funkausbaues im Bereich der Gemeinde Vorbach geben.

Von dieser Ankündigung unbeeindruckt meldeten sich in der Gemeinderatssitzung schon im Vorfeld der Informationsveranstaltungen einige Besucher der öffentlichen Sitzung zu Wort, um ihre Sorgen zur geplanten Errichtung des Funkmastes mitzuteilen. „Wir brauchen Aufklärung“, hieß es übereinstimmend aus den Reihen der Bedenkenträger. Sie alle begrüßten die bevorstehenden Versammlungen als Quelle der Information. Dabei sollte auch eine Versorgung mit „Bayern-W-Lan“ ein Thema sein, forderte „Bund-Ortsvorsitzende“ Gabi Fraunholz, während Thomas Lautner warnte: „Wir sollten uns von der Telekom nicht ein Stück Heimat abnehmen lassen.“

Gemeinderätin Marga Kreutzer (CSU) teilt diese Sorge nicht. Als Seniorenbeauftragte wusste sie nach einem Hineinhören in die Bürgerschaft: „Auch die ältere Generation hat nichts gegen den geplanten Mast.“ Dominik Eckert (FWG) stellte fest: „Was hier abläuft, ist nicht Standard, weil die rechtlichen Möglichkeiten, gegen einen Funkmast anzugehen, sehr gering sind.“ Dennoch begrüßte er das Anhörungsverfahren als Zeichen bürgerschaftlicher Mitsprache. Ein Ratsbeschluss erübrigte sich zum jetzigen Zeitpunkt.

Ergänzend verwies Bürgermeister Alexander Goller auf eine Netzabdeckung im Bereich Vorbach durch die Deutsche Telekom mit einem Funkmasten neben der Bahnlinie. Für Interessierte zum Thema "Handymasten und Mobilfunk" empfahl er Fragestellungen an das Bundesministerium für Digitalisierung und an das Bundesamt für Strahlenschutz unter www.deutschland-spricht-ueber-5g.de.

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