16.07.2019 - 13:35 Uhr
VorbachOberpfalz

Trinkwasser kostet Geld und Nerven

Die beiden Hitzesommer stellen hohe Anforderungen an die Wasserversorgung in den Gemeinden Vorbach und Schlammersdorf. Zudem beunruhigen die Nitratwerte des Trinkwassers. Das Gegensteuern gestaltet sich aufwandig und teuer.

In der Hoffnung auf gute Nachrichten von der "Wasserfront" tagen im Gemeindezentrum Vorbach in großer Runde Zweckverbandsmitglieder und Gemeinderäte.
von Robert DotzauerProfil

Zur Versorgung der Bevölkerung mit dem köstlichen Nass haben sich die Gemeinden Schlammersdorf und Vorbach zu einem Wasserzweckverband zusammengeschlossen. Auf zwei Schultern verteilt, erhöht sich die Wirtschaftlichkeit der Versorgung. Das Wasseraufkommen aus den beiden Tiefbrunnen ist zufriedenstellend, heißt es in Verbandskreisen. Doch der Nitrat-Eintrag macht nicht nur der Zweckverbandsversammlung Sorgen, die im großen Saal des Gemeindezentrums in Vorbach in großer Runde tagte.

Seit gut einem Jahr laufen Sanierungsarbeiten am Tiefbrunnen II, um vor allem den Nitrat-Gehalt zu minimieren und den Wasserkunden dauerhaft hochwertiges Trinkwasser zu liefern. Die schlechte Nachricht: Die Arbeiten in dem 94 Meter tiefen Brunnen gestalten sich komplizierter als angenommen. Damit verbunden sind Kostensteigerungen, die sich vermutlich bei der nächsten Kalkulation auf die Wassergebühren niederschlagen werden.

In der Sitzung des Zweckverbands, die mit einer Sitzung des Vorbacher Gemeinderats einherging, berichtete der Bayreuther Diplom-Geologe und Brunnenplaner Manfred Piewak über die Fortschritte bei den Sanierungsarbeiten. Er klärte das Gremium über die vielen Einzelschritte zur Wiederherstellung einer guten Wasserschüttung auf und erläuterte gleichzeitig die Bemühungen, die vermutlich durch die Landwirtschaft verursachten Nitrat-Einträge so gering wie möglich zu halten.

Im Einzelnen berichtete der Geologe von einem Neuausbau des Brunnens mit Tiefersetzung des Sperrrohres. Derzeit laufende Pumpversuche mit höheren Strömungsgeschwindigkeiten verfolgten das Ziel, den Tiefbrunnen zu säubern und alte Feinteile aus den Kiesschichten und Klüften zu spülen.

Vorsichtig optimistisch äußerte sich Piewak zu den Förderkapazitäten. Die Ergiebigkeit mit einer Schüttung von fünf Litern pro Sekunde nannte er "einen kleinen Hoffnungsschimmer". Zur künftigen Nitratbelastung wollte sich der Geologe noch nicht äußern. Dennoch glaubt er nach Abschluss der Sanierung an eine bessere Wasserqualität: „Es winkt eine rosige Zukunft.“ Guter Dinge ist auch Werner Roder. Mit der Verbandsversammlung fiebert der Vorsitzende des Zweckverbands positiven Nachrichten entgegen: „Die Fördermenge ist auskömmlich, und auch mit einer besseren Wasserqualität ist zu rechnen.“

Im Blick hat der Wasserzweckverband Vorbacher Gruppe nun den Bau eines neuen Brunnenhäuschens. Eine neue technische Einrichtung geht ebenfalls ins Geld. Zusätzliche Kosten verursacht der Schachtabbruch. Die Gesamtkosten der Generalsanierung bewegen sich derzeit in Richtung 450 000 Euro. Möglicherweise ist aber auch dieser Betrag nicht das Ende der Fahnenstange: „Genaueres wird sich noch herausstellen“, hieß es in der Versammlung. Für den Bau des kleinen Wasserwerkes beauftragte das Gremium Werner Roder zur Einholung von Angeboten für die Planungsleistungen und ermächtigte ihn zur Vergabeentscheidung.

Über eine Kosteneinsparung von circa 24 000 Euro berichtete der Verbandsvorsitzende und Vorbacher Bürgermeister beim Wasserleitungsbau in Höflas. Die einvernehmliche Verlängerung der Bauzeit bis 29. November 2019 führe zu einem Nachlass von 5 Prozent der Auftragssumme, teilte er mit.

Der Kenntnisnahme diente eine weitere „dringende Anordnung“ Roders. Dabei handelt es sich um die Verlängerung der Wasserleitung in der Bürgermeister-Wiesnet-Straße in Schlammersdorf und die Verlegung von zwei Hausanschlüssen für Baugrundstücke. Thema war zudem die künftige Wasserversorgung im neuen Baugebiet „Dornäcker II“ in Vorbach. Einstimmig genehmigte das Gremium die Vergabe der Arbeiten an die Firma Karl Roth aus Wunsiedel zum Angebotspreis von 77 000 Euro.

Bauen am Ortsrand bedeutet in der Regel einen höheren Erschließungsaufwand. Dem Wunsch eines Bauwerbers zum Bau eines Wohnhauses in Oberbibrach begegnete der Wasserzweckverband mit einer Sondervereinbarung zum Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung. Gleiches gilt für die Ableitung des Schmutzwassers in die öffentliche Kanalisation. Hierfür war das Einverständnis des Gemeinderats Vorbach notwendig. Die Sondervereinbarung beinhaltet die Kostenübernahme des Leitungsbaues und die Verpflichtung zum Unterhalt der circa 30 Meter langen Hausanschlüsse.

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