07.11.2019 - 15:57 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Ärger über Raiffeisenbank-Rückzug

Die Volksbank-Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf beschreibt den Schritt mit einer Bündelung der Kräfte und Kompetenzen. Konkret heißt das aber auch: Es werden Filialen geschlossen - auch im Landkreis Schwandorf.

Die Volks- und Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf schließt unter anderem ihre Filialen in Bodenwöhr und Wackersdorf. Die Bürgermeister beider Gemeinden, Georg Hoffmann und Thomas Falter, suchen trotz der Verärgerung über diese Praxis das Gespräch zur Bank.
von Externer BeitragProfil

Die Volks- und Raiffeisenbank schließt ihre Filialen in Wackersdorf und Bodenwöhr. Das geht aus einer Mitteilung, die auf der H0mepage des Geldinstituts zu finden ist, hervor. "Zum Jahreswechsel 2019/2020 bündelt die Volksbank Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf eG ihre Kräfte und Kompetenzen an den Standorten Regensburg und Schwandorf", ist dort zu lesen. Im Bereich Schwandorf werde deshalb die Geschäftsstelle Bodenwöhr mit der Geschäftsstelle in Neunburg vorm Wald verschmolzen. Die Geschäftsstelle Wackersdorf und die Geschäftsstelle Schwandorf-Regensburger Straße werden laut Mitteilung in die Geschäftsstelle Schwandorf-Marktplatz integriert. "Die Versorgung mit Bargeld bleibt bis auf Weiteres an allen Standorten bestehen", schreibt die Bank unter anderem in der Mitteilung, in der es auch um das neue Beratungs- und Betreuungszentrums "Am Brunnfeld" geht, weiter.

Die Nachricht von der anstehenden Schließung der Filialen stieß bei den beiden Bürgermeistern Thomas Falter (Wackersdorf) und Georg Hoffmann (Bodenwöhr) auf Kritik. Die Gemeindeoberhäupter bemängeln vor allem die fehlende Information im Vorfeld, signalisieren in einer Pressemitteilung aber auch Gesprächsbereitschaft.

Bereits 2016 Filialen geschlossen

Sie blicken zunächst zurück: Bereits 2016 habe das Geldinstitut fünf Filialen im Landkreis geschlossen. Unter anderen sei damals die Außenstelle in Steinberg am See betroffen gewesen. Damals habe der damalige Direktor und Bezirkspräsident Maximilian Zepf noch verlauten lassen, dass zwar Filialen geschlossen würden, dies aber kein Rückzug aus der Fläche sei. Zu dieser Zeit wurde laut Mitteilung auch noch das Gespräch zu den betroffenen Kommunen gesucht.

Nicht informiert worden

"Wir haben als Bürgermeister aus der Zeitung von den Schließungen erfahren, wir haben auch Meldungen aus unseren Firmen bekommen, dass sie nicht informiert wurden. Das ist äußerst unglücklich. Immerhin besteht der Standort Bodenwöhr seit 47 Jahren", wird Bürgermeister Georg Hoffmann in der Mitteilung zitiert. Die angeführten Gründe für die Schließungen seien damals wie heute dieselben: Anstieg des Online-Bankings und die Null-Zins-Politik der EZB. Vor dem Hintergrund könnten die Zweigstellen kaum noch wirtschaftlich geführt werden. Die wirtschaftlichen Gründe seien plausibel und nachvollziehbar, Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter stellt aber auch klar: "Wir wollen hier praktikable Lösungen für unsere Bürger". Die Standorte der Geldautomaten müssten erhalten bleiben, und es brauche Lösungen für die Kunden vor Ort. Es gebe Menschen, die nicht mobil seien, dann müsse der Berater eben auch mal ins Haus kommen. Telefon- und Online-Banking könnten nicht die Lösung für alles sein. "Wo ist für den Kunden dann irgendwann noch der Unterschied zur reinen Online-Bank?", fragt Falter.

Obwohl den Bürgermeistern das Fehlen jeglicher Information sauer aufstößt, signalisierte Falter Gesprächsbereitschaft: "Wir hoffen, dass hier im Sinne unserer Bürger wenigstens noch im Nachgang Gespräche mit uns geführt werden - schon des Anstands wegen."

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