03.05.2019 - 11:36 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Dank Förderungen: Murner See ein Paradies

Paradebeispiel für ein kleines Paradies: So präsentiert sich der Erlebnispark am Murner See, der Fisch, Wasser und Natur so richtig zur Geltung bringt und dabei auch noch lehrreich ist. Ohne die EU würde er nicht existieren.

von Monika Bugl Kontakt Profil

Was tun mit fünf überflüssigen Klärteichen? Die LAG-Ideenschmiede hat eine Lösung - und alle sind begeistert. Ein Areal, das nicht viel mehr als ein paar Weiher zu bieten hat, mausert sich 2014 zum "Erlebnispark Wasser-Fisch-Natur". 60 000 Besucher ließen sich allein im vergangenen Jahr dieses Abenteuer nicht entgehen. Und sie mussten dafür nicht einmal Eintritt berappen.

"Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete", steht ganz groß auf einer der ersten Schautafeln, die vom Wackersdorfer Ortsteil Rauberweiherhaus her zum Erlebnispark führen. Der große Fördertopf unter der blauen Fahne mit den gelben Sternen hat es ermöglicht, dass große und kleine Besucher hier über die Grätenzahl eines Karpfen rätseln können oder sich in einem Floß ans nächste Ufer schippern können. "Wenn es die Gelder nicht gegeben hätte, wäre das alles hier nicht gebaut worden", ist sich Armin Kellermann sicher, der in Wackersdorf für die Finanzverwaltung - Schwerpunkt Förderwesen - zuständig ist. 580 000 Euro sind hier investiert worden, die Hälfte habe die EU finanziert. Der Europäische Fischereifonds war mit im Boot, über das "Leader-Programm" gab es weitere Mittel, und auch der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) ist als Bestandteil der Förderkulisse auf der Schautafel aufgelistet.

Aufwendige Vorarbeit

Trotzdem war der Weg zum Erlebnispark ganz schön steinig. "Das Schlimme ist die Vorarbeit", seufzt Kellermann und blickt zurück auf zwei Jahre Planungszeit, in der es galt, sämtliche Förderkriterien zu erfüllen. Manchmal würde er sich wünschen, dass bei den Vorgaben doch die "Sinnhaftigkeit" geprüft wird. "Die Auflagen werden immer höher", hat er festgestellt und mutmaßt, dass aus diesem Grund ein gut gefüllter Fördertopf auch mal nicht ausgeschöpft werden kann.

Bislang ist am Murner See die Rechnung aufgegangen. "Wir haben bei weitem nicht mit so vielen Besuchern gerechnet", sagt Michael Weiß, der in der Gemeinde für Öffentlichkeitsarbeit, Kultur und Tourismus zuständig ist. Bei der hier geschaffenen Mischung aus Lernen, Forschen und Spielen sei auch die Naturkunde nicht untergegangen. Sechs Monate lang ist neben den pädagogischen Stationen entlang der Weiher der große Spielplatz mit dem Kiosk durchgängig geöffnet. "Kein Eintritt, keine Parkgebühren, das Wasser ist nicht tief, die Eltern können was trinken, während die Kinder planschen", fasst Kioskbetreiberin Elisabeth Richter die Vorteile der Anlage zusammen. Inzwischen gibt es nicht wenige Stammkunden, und das Einzugsgebiet wird größer. "Früher waren es überwiegend Einheimische, jetzt kommen viele Gäste aus dem Raum Regensburg", berichtet Weiß.

Vor allem an den ersten und den letzten warmen Tagen im Jahr ist der Park stark frequentiert, weshalb die Gemeinde gerade Spitzenlast-Parkplätze eingerichtet hat. "Da sind wir nicht mehr gefördert, sondern gefordert", konstatiert Kellermann. Auch so mancher Spitzenpolitiker hat sich auf dem Gelände schon blicken lassen, wo man auf den Beobachtungsposten über der Wasserfläche die Fische live herumschwimmen sehen kann. Alle zwei Jahre wird abgefischt. "Das ist das Höchste für die Kinder", wissen die Mitarbeiter der Gemeinde. "Bei den Kindern steht allerdings auch das Floß hoch im Kurs", erzählt Weiß und zeigt auf die Konstruktion, die sicher ans andere Ufer führt. Wie beliebt die Vorrichtung ist, merken die Verantwortlichen schon daran, wie oft sie das Seil erneuern müssen, mit dem das Floß bewegt wird.

Weil der Erlebnispark keinen Eintritt kostet, muss die Kommune die Pflegekosten von jährlich rund 50 000 Euro alleine schultern. "Wo Kinder sind, da gibt es eben auch Verschleiß", meint Kellermann mit einem Schulterzucken und deutet auf die Spielgeräte, die regelmäßig geprüft werden müssen. Den Unterhaltsaufwand, den müsse man sich schon auch leisten können, gibt er zu bedenken und verweist auf die "Zweckbindungsfrist" des Erlebnisparks bis 2027, der Voraussetzung für die Förderung war.

Neue Rekorde?

"Hier, im Herzen des Oberpfälzer Seenlandes ist dieser Erlebnispark einmalig", darüber sind sich die beiden Mitarbeiter der Verwaltung einig. Märchengarten, Aussichtsturm und die Holzkugel am Steinberger See: Als Konkurrenten werden diese Attraktionen nicht empfunden, im Gegenteil: "Das sind unsere Hotspots, die auch über Radwege verbunden sind", erklärt Weiß und ist sich mit Kiosk-Betreiberin Elisabeth Richter ziemlich sicher, dass die Summe der Angebote auch heuer locker wieder 60 000 Besucher bringt.

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