31.01.2019 - 11:31 Uhr
WackersdorfOberpfalz

E-Auto für 3,99 Euro die Stunde

Bürgermeister Thomas Falter spricht von "Innovation pur". In Wackersdorf können Bürger künftig ein Elektroauto leihen. Für 3,99 Euro die Stunde. Die Frage wird sein: Wird das Angebot angenommen?

In Wackersdorf können Bürger ab diesem Sommer ein Elektroauto für 3,99 Euro die Stunde leihen.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Die Idee des sogenannten E-Carsharing, das ab Sommer in Wackersdorf angeboten wird, ist nicht neu. In und um Regensburg läuft das Projekt laut Maximilan Köckritz, Geschäftsführer des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz, bereits recht erfolgreich. Die Idee hinter E-Carsharing ist folgende: Ein Elektroauto wird von den Mitarbeitern des Zweckverbands genutzt. Allerdings nicht in der Form, dass es stets im Einsatz wäre. Deshalb bietet der Zweckverband eine Zusammenarbeit mit den Kommunen an. Sie müssen eine Elektrotankstelle bereitstellen und die Stromkosten übernehmen. Dafür können Mitarbeiter der Gemeinde oder Stadt sowie Bürger das Elektroauto nutzen. Für 3,99 Euro die Stunde.

Diesen Preis hat der Zweckverband für ihre Testphase festgelegt. „Ein Draufzahlgeschäft.“ Daraus macht Köckritz keinen Hehl. „Wir wollen die Bürger an die E-Mobilität heranführen und ein Ängste abbauen. Wir leisten einen Anschub“, erklärt der Geschäftsführer. Sicher werde es nicht so sein, dass nun „alle Carsharing machen“. Aber Köckritz ist sich sicher: „Es funktioniert auf jeden Fall.“

In der Region wird das Konzept ab voraussichtlich Anfang März „auf Herz und Nieren“ geprüft. Auf der Kräuterwiese stehen vier E-Ladesäulen bereit, an denen der BMW i3 – den Bürger ausliehen können – mit Strom betankt werden kann. Mit weiteren Kommunen ist Köckritz im Gespräch. Definitiv spruchreif ist das E-Carsharing in Wackersdorf.

Der Gemeinderat stimmte in der jüngsten Sitzung mit 10:5 Stimmen für das Pilotprojekt in der Kommune. Kritisch äußerten sich einige Räte laut Bürgermeister Thomas Falter zu den Kosten. Für den Bau einer E-Tankstelle neben dem Rathaus werden 8000 Euro fällig, die Stromkosten sind für ein Jahr auf 5000 Euro gedeckelt. Trotzdem befürwortete der Großteil des Gremiums das Pilotprojekt, das erstmal auf zwölf Monate angelegt ist. Bürgermeister Falter sagt: „Das Schlimmste, das uns passieren kann, ist, dass uns die Tankstelle nach einem Jahr bleibt.“ Angesichts der Tatsache, dass die Kommune ohnehin einen BMW i3 als Dienstfahrzeug im Einsatz hat, sieht Falter das nicht problematisch. Zudem bemerkte der Bürgermeister, dass am BMW-Standort in Wackersdorf Carbon-Komponenten für den BMW i3 gefertigt werden.

Falter rechnet damit, dass das E-Carsharing im Sommer Betrieb aufnehmen kann. „Wir wollen mit dem Thema zeigen, dass so etwas Innovatives auch im ländlichen Raum funktionieren kann“, erklärt er. Bürger können sich bei der Nutzung des Elektroautos auch an eine Hotline wenden. Etwa, wenn das Auto stehen bleibt, sich nicht aufsperren lässt oder wenn es ums Buchen oder Bezahlen geht. Der Zweckverband arbeitet dazu mit dem Unternehmen E-Wald zusammen.

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