06.03.2020 - 16:36 Uhr
WackersdorfOberpfalz

"Frauen machen andere Politik"

„Mehr Frauen in kommunale Gremien“ lautet die Forderung einer Podiumsdiskussion. Eingeladen dazu hatte die Grünen-Ortsgruppe Wackersdorf. Ehrengast am Podium ist MdL Eva Lettenbauer, Landesvorsitzende der bayerischen Grünen.

Mehr Frauen in die Kommunalpolitik war die Forderung einer Podiumsdiskussion in Wackersdorf, moderiert von Andrea Leitermann, Landratskandidatin von Cham. Es diskutierten Tina Winklmann, Ulrike Pelikan-Roßmann, Sonja Probst und MdL Eva Lettenbauer (von links).
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„Frauen machen keine bessere, sondern andere Politik“, betonte Lettenbauer während der rund einstündigen Diskussion. Daher müsse Parität in den Gremien gewährleistet sein, um die Lebenswirklichkeit der Bevölkerung – immerhin die Hälfte Frauen – wieder zu spiegeln. Viele der kommunalen Gremien Bayerns hätten immer noch keine einzige Frau im Rat. Lettenbauer warb dafür, Widerstände abzubauen und Frauen den Zugang zu politischen Positionen zu erleichtern, indem man ihnen beispielsweise die Kosten für Kinderbetreuung während der Ausübung politischer Ämter erstatte. Noch immer trügen Frauen die Hauptlast bei Hausarbeit und Kinderbetreuung und scheuten daher die Dreifachbelastung, die mit Arbeit, Kinderbetreuung und politischen Amt einher ginge.

Warum streben grundsätzlich so wenige Frauen kommunale Ämter an? Dieser und vieler weiterer Fragen ging das Podium auf den Grund. Tina Winklmann, Bezirksvorsitzende der Oberpfalz von Bündnis 90/Die Grünen, sah im Frauenstatut einen der zentralen Eckpfeiler gelungener Politik. Nach wie vor dominieren Männer die Listen, Frauen fänden sich – wenn überhaupt – auf den hinteren „Gnadenplätzen“ wieder. Dabei könne bereits bei der Listenaufstellung für Gleichberechtigung gesorgt werden – dies müsse man wollen und konsequent auch auf der Ebene der Entscheidungsträger einfordern.

Ulrike Pelikan-Roßmann, Listenführerin der Grünen auf Kreisebene und Ortsgruppensprecherin der Wackersdorfer Grünen, versuchte das Vorurteil zu zerstreuen, Frauen könnten sich nicht für Politik begeistern und warb dafür, selbst aktiv zu werden: „Man kann nicht erwarten, dass andere sich für meine Interessen stark machen oder automatisch das Richtige und Nötige tun werden.“ Sonja Probst, Ortsgruppensprecherin der Grünen in Wackersdorf, plädierte dafür, dass Frauen sich besser vernetzen und motivieren müssen, um sich durchzusetzen, statt sich gegenseitig im Weg zu stehen. Dies müsse sich auch im Wahlverhalten wiederspiegeln.

Durch den Abend moderierte Andrea Leitermann, Landratskandidatin von Cham und selbst Mutter dreier Kinder, welche ihre Erfahrungen auf dem politischen Parkett in die Diskussion mit einbrachte. Im Anschluss an das Podium entspann sich eine längere Diskussion mit zahlreichen Beiträgen aus dem Publikum, die sich darum drehte, wie man Vorurteile in den Köpfen – auch in den eigenen abbauen könnte.

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