07.05.2020 - 10:51 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Für Kinderbetreuung, Nahversorgung und Feuerwehr

Die Corona-Krise hat noch keine Auswirkungen auf den Wackersdorfer Haushalt. Großprojekte sind in Planung, darunter auch eine Feuerwache für den Innovationspark

Der Wackersdorfer Gemeinderat tagt derzeit in der Sporthalle.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Corona-Krise hat keine Auswirkungen auf den Haushalt der Gemeinde. "Wir müssen aber die weitere Entwicklung abwarten und die Zahlen eventuell anpassen", war sich zweiter Bürgermeister Thomas Neidl bei der Sitzung des Gemeinderates in der Sporthalle bewusst. Einstimmig verabschiedete das Gremium den Etat 2020 mit einem Volumen von 35,5 Millionen Euro, das ist ein Plus von 2,8 Millionen.

Erster Bürgermeister Thomas Falter hatte sich entschuldigt. "Eine reine Vorsichtsmaßnahme", ließ er den Kollegen im Gemeinderat schriftlich mitteilen. Sein Stellvertreter Thomas Neidl stellte die Eckdaten des neuen Haushaltsplans vor, der im Verwaltungshaushalt 24,2 und im Vermögenshaushalt 11,3 Millionen Euro vorsieht. Die Personalkosten steigen um 310 000 auf 3,7 Millionen Euro. Die Aufwendungen für die Kindergärten (581 000), das Freibad (445 000) und das Bestattungswesen (67 000) erreichen das Niveau des vergangenen Jahres. Die Gewerbesteuereinnahmen betrugen zuletzt 2019 zwölf Millionen Euro und lagen damit um 1,5 Millionen über den Erwartungen. In diesem Jahr rechnet Kämmerer Daniel Fendl mit einem Gewerbesteueraufkommen von rund zehn Millionen Euro. Damit werde sich die freie Finanzspanne von 2,4 auf 1,7 Millionen Euro reduzieren. Fendl geht davon aus, "dass auch die Gemeinde die Auswirkungen der aktuellen Krise erst im nächsten Jahr zu spüren bekommt". Deshalb müsse der Finanzausschuss Mitte des Jahres die Stellschrauben für den Haushalt 2021 neu justieren. Der Kämmerer hat bereits jetzt Einsparpotenziale im Verwaltungshaushalt ausgemacht. Zweiter Bürgermeister Thomas Neidl nannte mit dem Bau der Kindertagesstätte im Irlacher Weg (1,5 Millionen Euro), des Ärztehauses mit Parkdeck (1,2 Millionen), der Feuerwache im Industriegebiet (1,2 Millionen), die Ertüchtigung der Tiefbrunnen (200 000) und die städtebaulichen ISEK-Planungen (400 000) die wichtigsten Projekte des Jahres. Für die Sanierung der Herbststraße sind eine Million Euro eingeplant. Die Kreisumlage belastet den Haushalt mit 5,8 Millionen Euro. Den Anstieg auf über 6000 Arbeitsplätze wertet er als Beweis für den "großen Stellenwert des Wirtschaftsstandortes Wackersdorf", der mit seiner Steuerkraft (2616 Euro je Einwohner) zu den Spitzenreitern in der Oberpfalz gehöre. Die Gemeinde bekomme seit 1994 keine Schlüsselzuweisungen des Freistaates und sei seit 2006 schuldenfrei. Die Fraktionssprecher lobten einmütig das Zahlenwerk, das eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinde sicherstelle.

Im Herbst will die Kommune mit dem Bau einer Feuerwache im Industriegebiet beginnen. Der Gemeinderat billigte die Planungen des beauftragten Büros. Das Gebäude am Kreisel bei der Kartbahn bietet Platz für drei Einsatzfahrzeuge und hat eine Nutzfläche von 700 Quadratmetern. Im Außenbereich entstehen 28 Pkw-Stellplätze für die Einsatzkräfte. Die Regierung bezuschusst das zwei Millionen Euro teure Projekt mit 180 000 Euro. Das Personal der Wehr rekrutiert sich aus den Betrieben: Aktive, die im Innovationspark arbeiten, sollen in der neuen Wache Dienst leisten. Das Konzept ist einmalig in der Region. Bislang sind rund 30 Interessierte der Feuerwehr Wackersdorf beigetreten.

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