Die Hoffnung, "dass es der Markt regelt", habe sich nicht erfüllt, stellte der Grünen-Politiker bei einer Versammlung der Wackersdorfer Ortsgruppe in der "Villa Toscana" mit Blick auf die Wohnungssituation vor allem in den Ballungsräumen fest. Dort sei Wohnen für Durchschnittsverdiener teuer geworden. Jürgen Mistol verweist auf Artikel 106 der "Bayerischen Verfassung", wonach "jeder Bewohner Bayerns" Anspruch auf eine angemessene Wohnung habe. Die Förderung des Baus günstiger Wohnungen sei Aufgabe des Staates und der Gemeinden. "Wohnen ist keine Ware, sondern ein Grundbedürfnis der Menschen", so der Referent.
Der Wohnungsmarkt sei aus der Balance geraten und von regionalen Unterschieden geprägt. Die Schuld gibt Jürgen Mistol "den verfehlten wohnungspolitischen Weichenstellungen der Vergangenheit", dem Stadt-Land-Gefälle bei der Bautätigkeit und den Spekulanten auf dem Immobilienmarkt. Eine sozial verträgliche, integrative und nachhaltige Wohnungs- und Siedlungsentwicklung brauche politische Gestaltung. Jürgen Mistol sieht beim sozialen Wohnungsbau konkreten Handlungsbedarf. Vor allem beim staatlich finanzierten oder geförderten Bau von Mietwohnungen sei der Freistaat von den Zielen des "Wohnungspakts Bayern" noch weit entfernt.
Im April dieses Jahres gründete sich in Wackersdorf eine Ortsgruppe der Grünen. Sie tritt bei den Kommunalwahlen 2020 mit einer eigenen Liste an, die die beiden Sprecherinnen Sonja Probst und Ulrike Pelikan-Roßmann anführen. Sie fordern für Wackersdorf eine "kommunale Grünpflege nach ökologischen Gesichtspunkten", den Erlass einer Baumschutzverordnung, ein Verbot von Glyphosat auf gemeindeeigenen Flächen und die Begrünung des Schulpausenhofes. Die Grünen setzen sich für ein "innovatives Wirtschaften" ein, sprechen sich für eine Förderung von Start-Ups mit nachhaltigen Ideen aus, wünschen sich das Fairtrade-Siegel für die Gemeinde und machen sich für sanften Tourismus stark.



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