17.10.2019 - 14:04 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Neues Feuerwehrgerätehaus geplant

Der Gemeinderat billigt ein 1,8-Millionen-Euro-Projekt. Das Planungsbüro hat ein erstes Konzept vorgestellt

Hier am "Kreisel" oberhalb der Kartbahn wird die neue Feuerwache für das Industriegebiet Wackersdorf entstehen. Die Fertigstellung ist für 2021 geplant.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die ersten Überlegungen für eine eigene Feuerwache im Industriegebiet Wackersdorf liegen schon einige Jahre zurück. Jetzt beginnt die Gemeinde mit der Umsetzung der Pläne. In unmittelbarer Nähe der Kartbahn, dort wo die Oskar-von-Miller- und die Altenschwander Straße in den "Kreisel" münden, soll bis zum Jahr 2021 ein neues Feuerwehrgerätehaus entstehen. Am Mittwoch befasste sich der Gemeinderat mit dem 1,8 Millionen teuren Projekt.

"Der Spitzenstandort Wackersdorf wächst seit Jahren rasant", erklärte Bürgermeister Thomas Falter dem Gremium und den zahlreichen Zuhörern, die am Mittwoch in den Sitzungssaal der Feuerwache gekommen waren. Innerhalb der letzten fünf Jahren seien die Arbeitsplätze um über 500 auf 6000 angestiegen. Konzerne und Unternehmen investierten, die Industrie- und Gewerbestandorte expandierten. Dieser Entwicklung werde die Gemeinde nun beim Brandschutz Rechnung tragen, so der Bürgermeister. Eine zusätzliche Feuerwache soll die Sicherheit in den großen Industrie- und Gewerbegebieten im Nordosten der Kommune verbessern und den Wirtschaftsstandort stärken.

Thomas Falter stellte fest: "Ziel ist die Einhaltung des bayerischen Feuerwehrgesetzes." Das gebe eine klare Hilfsfrist von zehn Minuten vor. "Das schaffen wir gerade so", erfuhren die Gemeinderäte von der Feuerwehrspitze. Aber dies sei nicht der Anspruch, den eine Kommune wie Wackersdorf an sich stelle, gibt der Bürgermeister zu verstehen. "Weil wir hier aber vom Wirtschaftsmotor der gesamten Region reden", komme dem Ganzen eine besondere Bedeutung zu, begründet Thomas Falter die Maßnahme. Auch sei das Vorhaben nicht nur im Interesse der Gemeinde und der ansässigen Betriebe, es lägen auch entsprechende Forderungen und Auflagen der Regierung der Oberpfalz und des Landratsamtes Schwandorf vor.

Das Konzept und einen ersten Vorentwurf der Wache stellten Vertreter des beauftragten Planungsbüros "Preihsl + Schwan" in Burglengenfeld vor. Das Gerätehaus bekommt drei Stellplätze und im Obergeschoss Schulungs- und Bereitschaftsräume und bietet eine Nutzfläche von 600 Quadratmetern. "Die Gemeinde wird in Vorleistung gehen", kündigte der Bürgermeister an, sowohl beim Bau des Hauses als auch bei der Fahrzeugbeschaffung.

Noch wichtiger als die Ausstattung erscheint dem Bürgermeister die personelle Besetzung: "Was helfen uns die besten Geräte, wenn sie im Ernstfall niemand bedient." Deshalb hat Falter mit den Firmen im Industriepark Kontakt aufgenommen und "30 bis 40 Mitarbeiter ausfindig gemacht, die in anderen Feuerwehren aktiv und auch zu Einsätzen bereit sind". Sie sollen wegen der Nähe zum Geschehen als Erste ausrücken und die Kameraden der Wackersdorfer Feuerwehr unterstützen, die später dazu stoßen werden. "Alle Aktiven sind rechtlich komplett abgesichert", erklärt Hauptamtsleiter Reinhard Schuß. Er sieht bei dieser Lösung auch noch einen strategischen Vorteil: "Die Mitarbeiter kennen ihre eigenen Betriebe, Gebäude und Besonderheiten am besten." Auch der Kommandant der Feuerwehr Wackersdorf, Jochen Sander, ist vom Gesamtkonzept überzeugt: "Für besondere Herausforderungen braucht es besondere Lösungen". Er kennt in der gesamten Region keine Feuerwehr, "die mit einem solchen Konzept arbeitet".

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