Etwa drei Viertel der deutschen Verbraucher geben an, keine oder nur geringe Kenntnisse über moderne Landwirtschaft zu haben. Nur jeder Fünfte fühlt sich zum Thema Pflanzenschutz gut oder sehr gut informiert. Grund genug für den Junglandwirt Mathias Dirmeier aus dem Wackersdorfer Ortsteil Imstetten, bei der Mitmach-Aktion "Schau ins Feld!" 2018 teilzunehmen.
Diese Aktion wurde erstmals 2015 ausgerufen - etwa 180 Landwirte nahmen mit rund 300 Schau-Feldern teil. 2018 ist die Zahl erneut gestiegen: Über 640 Teilnehmer legen deutschlandweit mehr als 1200 Schau-Felder an.
Die Ausgangsfrage lautete: Wie kann Verbrauchern möglichst anschaulich gezeigt werden, was eigentlich passiert, wenn Landwirte auf modernen Pflanzenschutz verzichten? Wenn Nutzpflanzen zur Lebensmittelproduktion also Schädlingen, Krankheiten und Unkrautkonkurrenz ausgesetzt sind?
Verzicht auf Chemie
Die Teilnehmer verzichten auf einem Teil ihrer Felder auf jegliche Pflanzenschutz-Maßnahmen. Das heißt: kein chemischer Pflanzenschutz, kein biologischer Pflanzenschutz, keine Bodenbearbeitung, keine biochemischen Maßnahmen, gar nichts. Diese Nullparzellen kennzeichnen sie mit einem von der Initiative "Die Pflanzenschützer" zur Verfügung gestelltem Aktionsschild. Im Laufe des Wuchses treten die Folgen der Nicht-Behandlung der Kulturpflanzen immer deutlicher zutage - gerade im direkten Vergleich zum Rest der Ackerfläche, auf dem der Landwirt wie gewohnt Pflanzenschutzmaßnahmen betreibt.
Mathias Dirmeier meint dazu: "Für mich ist es einer der einfachsten Wege, um den Dialog gleich direkt auf dem Feld zu suchen - dort, wo Landwirte Nahrungsmittel anbauen." Dirmeier hat die Entwicklung in seinem Schau-Fenster, das er auf seinem elterlichen Betrieb in einem Maisfeld angelegt hat, über die ganze Wachstumsperiode fotografisch festgehalten und diese Bilder inklusive Erklärungen online einem breiten Publikum zugänglich gemacht - über den Azubi-Blog des Deutschen Bauernverbandes, die Facebook-Seite "KrassGrün" für Nachwuchstalente in grünen Berufen; sowie seinem eigenen Social Media Kanal (Instagram: erlebnis_landwirtschaft). Dort hat der Junglandwirt aktiv und intensiv Aufklärungsarbeit für die digitale Generation betrieben. Mathias Dirmeier: "Für mich ist es vorallem sehr wichtig, den Verbraucher von Morgen zu erreichen. Social Media macht dies sehr einfach möglich."
Für seinen besonderen Einsatz und sein Engagement während der Aktion "Schau ins Feld!" 2018 wurde der Wackersdorfer und ein weiterer Landwirt aus Rheinland-Pfalz deshalb auf der Grünen Woche in Berlin auf dem Erlebnis-Bauernhof als "Pflanzenschützer des Jahres 2018" ausgezeichnet.
Eine Fachjury der Mitgliedsunternehmen wählt jedes Jahr einen oder mehrere Landwirte, die sich besonders für Dialog mit dem Verbraucher eingesetzt haben, für diesen Titel aus. Als kleine Anerkennung durften sich die Gewinner auf ein besonderes Berlin-Wochenenden freuen. Dort wurde ihnen dann die Gewinner-Urkunde überreicht. Der Preis wurde von seinem Vater und Leiter des Familienbetriebs entgegengenommen, da der Junglandwirt derzeit Praxiserfahrungen auf einem Ackerbaubetrieb in Australien sammelt.













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