03.09.2020 - 10:41 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Schwandorfer Bauern bekommen Hilfe von Hans Schuierer

Immer wieder werden Landwirte als die absoluten Sündenböcke hingestellt. Das ist im Kreis Schwandorf nicht anders. Jetzt bekommen sie Unterstützung von Hans Schuierer, der Symbolfigur des WAA-Widerstands. Er sprach bei der Hoffnungsandacht.

Der Schwandorfer Altlandrat Hans Schuierer (am Rednerpult) ermutigt die Oberpfälzer Landwirte, sich gegen die Diffamierungen zur Wehr zu setzen.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Bei der zweiten „Hoffnungsandacht“ der Oberpfälzer Landwirte am Franziskusmarterl im Taxöldener Forst ermutigte der legendäre Schwandorfer Altlandrat, Hans Schuierer, die Bauern, ihre Anliegen und Interessen gegenüber dem Verbraucher und den politischen Entscheidungsträgern vehement zu vertreten.

Auf Regionalität achten

Gemeinsam mit dem Marterl-Betreuer Wolfgang Nowak ist Hans Schuierer derzeit in der Oberpfalz unterwegs und geht in die Schulen, um die Jugendlichen zu bürgerlichem Engagement aufzurufen. Gerade beim „bäuerlichen Widerstand“ sei der Nachwuchs gefragt, um dessen Zukunft es schließlich gehe. Den Verbraucher forderte Hans Schuierer auf, beim Einkauf auf die Regionalität der Produkte zu achten.

Jürgen Donhauser, Diakon und Landwirt aus Moos in der Gemeinde Kümmersbruck, will die Öffentlichkeit wachrütteln und den Verbraucher darauf aufmerksam machen, „dass in der öffentlichen Diskussion etwas schief läuft“. Der Betreiber eines Schweine- und Mastbetriebes kennt die „deprimierte Stimmungslage auf den Betrieben“, fühlt sich und seine Kollegen „bei der einseitigen Diskussion“ an den Pranger gestellt und möchte sich und seinem Berufsstand Hoffnung machen. Er will mit den Verbrauchern ins Gespräch kommen und sie davon überzeugen, „wie sehr ihm das Wohl seiner Tiere am Herzen liegt“.

Landwirte im Kreis Schwandorf sind mit Regelungen überfordert

Nabburg

Verfehlte Agrarpolitik

Martina Rötzer ist eine Landwirtin aus Hiltenbach im Landkreis Cham. Auch sie hat sich der Bewegung „Landschaft schafft Verbindung“ angeschlossen hat und prangert die Auswüchse „einer verfehlten EU-Agrarpolitik“ an, „die die bäuerlichen Familienbetriebe in Existenznot bringen“. „Wir sind durchaus für Fortschritte offen“, sagt Martina Rötzer, „aber sie müssen sinnvoll sein“. In ihren Fürbitten erbat sie Gottes Hilfe „für die bäuerlichen Familien, die Angst um ihre Existenz haben“. Die Bäuerin vermisst die Wertschätzung von Seiten der Bevölkerung. „Dabei sorgen die Landwirte für die Ernährungssicherheit der Bevölkerung“, so Rötzer. Der Bauer führe „einen rechtschaffenen Lebenswandel“, verdiene Respekt für seine Arbeit und lasse sich die öffentlichen Diffamierungen nicht mehr länger gefallen.

Wir Bauern wirtschaften so, dass wir unseren Kindern eine saubere Umwelt hinterlassen.

Georg Straller

Georg Straller, Mitglied im Bundesvorstand der „Freien Bauern“, ist empört, „dass die erhöhten Nitratwerte im Grundwasser pauschal den Landwirten angelastet werden“. Der Schweinemäster aus Ipflheim verweist auf Einträge aus Siedlungen, Kläranlagen, Kanalisationen und Deponien. Georg Straller macht deutlich: „Wir Bauern wirtschaften so, dass wir unseren Kindern eine saubere Umwelt hinterlassen“.

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